... das sagt Mark, nachdem er seit 90 Tagen clean ist (ohne Drogen und ohne schwulen Sex) und für den Erfolg seiner Heilung dankt. Es sei eben nicht sein Verdienst, so weit gekommen zu sein, noch nicht einmal Menschen, die ihn hier im Haus "Genesis" betreuen, sei es als Verdienst anzurechnen, sondern letztendlich war es das Handeln Jesu Chrsti selbst. Der Zuschauer lernt Mark zu Beginn des Films in einer für den Film grundlegenden Parallelmontage kennen: Während er und ein weiterer Mann im Auto durch die Stadt rasen und dabei laute, aggressive Musik hören und Kokain schnupfen, wird immer wieder auf eine singende Gottesdienstgemeinde geschnitten, in der wir die erst später namentlich bekannt werdende Gruppe aus dem Haus "Genesis" in ihrer Kirchengemeinde sehen. Allein der Wechsel zwischen Rockmusik und Kirchenchoral ist schon provozierend. Die Sequenz steigert sich immer mehr und das Singen des "Amen" wird schließlich parallelisiert mit dem sexuellen Höhepunkt der beiden Männer in einem Motelzimmer. Danach schildert der Film, wie Mark nach seinem gesundheitlichen Absturz widerwillig in "Genesis" ankommt, aber nach anfänglichem Widerstand sich mit seiner Situation arrangiert und sich insbesondere mit einem anderen Insassen, Scott, anfreundet.
Mag die Parallelmontage noch schwulen, ausschweifenden Hedonismus und konservative Gläubigkeit kontrastieren (und damit den Gegensatz zwischen Homosexualität und Glauben ins Bild setzen), so bewegen sich diese beiden Extreme im Laufe des Films immer weiter aufeinander zu. Obwohl das Haus "Genesis", in welchem der Großteil der Handlung verortet ist, evangelikaler Ex-Gay-Bewegung zugeordnet werden kann und sich einer moderaten Form reparativer Therapie bedient, so wird ebenso gezeigt, wie die Menschen dort einander respektieren und versucht wird, einander zu verstehen. Dieses Verständnis findet aber vor allem bei der Leiterin Gayle in einer relativ engen Interpretation christlichen Glaubens ihre Grenzen. Der scheinbar 'geheilte' Mark sieht sich immer mehr im Dilemma zwischen seinen Gefühlen für Scott und der Dankbarkeit und dem Respekt für Gayle hin- und hergerissen.
Besonders positiv lässt sich hervorheben, dass neben einer ausgewogenen, Poralisierungen vermeidenden Darstellung von Homosexualität und Glaube, auch die anderen Figuren, vor allem Ted, der Ehemann Gayles, Lester und Scott eine glaubwürdige Geschichte und ihre ganz eigene Motivation haben. Nicht zuletzt ist - wie alle anderen Menschen - auch Gayle erlösungs- und hilfsbedürftig, auch ihre schmerzvolle Geschichte eines Verlustes lässt sie nach jemandem suchen, "who will save me".