Drei Jahre nach ihrem extrem erfolgreichen Live-Album „World Wide Live" (1985) erschien mit „Savage Amusement" das letzte unter Dieter Dierks produzierte Studioalbum der Scorpions. Auch wenn es während der Produktion viele Reibereien zwischen Produzent und Band gab, so ist „Savage Amusement" doch wieder stark vom Stil des Produzenten geprägt, genau wie die Vorgänger „Blackout" ('82) und „Love At First Sting" ('84).
Auch wen die Scorpions heute kaum noch Songs dieses Albums spielen (siehe „Acoustica"), so sind auf „Savage Amusement" trotzdem mehrere klasse Songs zu finden, allein die Single-Hits „Rhythm Of Love", „Passion Rules The Game" und „Believe In Love" (die einzige Ballade) heben die CD weit über den Durchschnitt. Satt produzierte und harte Rocksongs, trotzdem eingängig und mit echtem Ohrwurmfaktor. Vom Kommerz-Rock eines „Crazy World" (1990) waren die Scorpions hier angenehmerweise weit entfernt.
Im Gegensatz zu den genialen Vorgängern ist „Savage Amusement" leider nicht frei von Enttäuschungen: „Media Overkill", „We Let It Rock" und „Love On The Run" sind nicht mehr als Lückenfüller, langweilig und einfallslos gemacht. Hier gingen den Scorps wohl einfach die Ideen aus.
Dazu kommt die Scorpions-typische Spielzeit von 37:36 Minuten, die der Qualität der guten Songs aber keinen Abbruch tut.
Letztlich ist „Savage Amusement" eins der besseren Scorpions-Alben geworden, weil es hier noch ehrlichen und harten Rock zu hören gibt und ein paar echte Perlen wie „Rhythm Of Love" und die geniale Ballade „Believe in Love" auf diesem Album zu finden sind.
Abgesehen von wenigen Ausrutschern ist „Savage Amusement" ein klasse Album geworden.