Hallo,
Hier mein Erfahrungsbericht zu Fertan.Bei den chemischen Teil bitte ich um nachsicht, falls ich etwas falsch erklärt habe, bin kein Chemiker sondern Laie.
Ich nutze es seit ein paar Jahren und bin mit der Wirksamkeit/Rostschutz(wenn man davon sprechen kann) zufrieden. Wenn man mit Fertan arbeiten möchte, sollte man sich im klaren sein, daß es kein Wundermittel ist, getreu dem Motto "aufsprühen, abwarten, rostfrei". So etwas gibt es (noch) nicht. Auch pulveresiert es keine Millimterdicken Rostschichten(dies soll wohl FEDOX als Bad können).
Fertan ist in dem Sinne auch kein Rostumwandler, sondern löst einerseits Rost(FE³) auf und verbindet sich darunter mit dem noch vorhandenen FE²(inaktivem Rost). Durch die Reaktion entsteht eine sehr dünne Schutzschicht, eine Zinkphospathierung. Diese Schicht ist ein paar Monate stabil genug ist um eine neue Bildung von FE³ zu unterbinden. D.h.nach der Behandlung mit Fertan muß auf jeden Fall noch eine Weiterbehandlung mit Lackaufbau/Versiegelung durch Fette o.ä. erfolgen,damit nicht wieder Luft an diese Schicht kommt.(Achtung, dies gilt auch für Falzen. Es bringt nichts wenn der Schweller von außen gut geschützt aussieht, die Fertanverbindung aber durch Luftsauerstoff von innen heraus zerstört wird)
Meine Erfahrung zur Verarbeitung:
-Rost immer so gut es geht entfernen, sei es durch Schleifscheiben, Zopfbürsten o.ä.. Je dünner die noch vorhandene Oxydschicht, desto besser.
-Sauberkeit hat bei Fertan eine hohe Priorität. Jeglicher Schmutz, vorallem Ölrückstände(manche Verdünner,Entfetter), können die Reaktion zunichte machen.
-Fertan wirkt nicht auf blankem Metall(immer vor dem Auftragen leicht anfeuchten, damit sich eine hauchdünne oxydschicht bildet)
-Fertan wirkt auch nur feucht. Trocknet es während der Reaktionszeit ein muß man es leicht anfeuchten/nebeln(ich nutze dafür einen Handsprühflasche), im Hochsommer alle paar Stunden.
Gruß Testiman
P.S. Zu guter letzt sei noch etwas gesagt: Das beste ist natürlich wenn man den vorhanden Rost komplett mechanisch entfernen kann und gleich mit einem neuen Lackaufbau beginnt. Für alles andere, btw. großflächeige Problemstellen eigent sich Fertan.