Ich gebe zu: ein bisschen Geschichtsunterricht musste schon sein, ehe ich den Film anschaute, denn ich hatte von dem Thema Finnland/Rußland/Schweden versus Christentum/Katholizismus und die in dem Film besprochenen politischen und kriegerischen Verhältnisse nicht viel Ahnung.
Aufhänger der Story sind die Brüder Knut und Erik. Letzterer ist im Krieg zu einem gewissenlosen und kalten Menschen geworden, während sein Bruder das Gegenteil ist. Nachdem die beiden einen Vater und seine Tochter umgebracht haben wird Knut von Gewissensbissen geplagt und sieht häufig den Geist des Mädchens im spröden Sumpfgelände, wo die beiden mit einer Gefolgsgruppe dabei sind, Grenzen abzustecken.
Irgendwann gelangt die Truppe in ein kleines Dorf mit ungefähr achtzig Einwohnern, wo eine geheimnisvolle Sauna steht, von der eine unerklärliche Macht ausgeht und in der angeblich der Mensch laut den Mönchen die sie vor langer Zeit gebaut haben von seinen Sünden reingewaschen wird...
Der Film hat eindeutig das Problem, das er - zumindest in Deutschland - seltsam vermarktet wird. Das Bild auf der DVD suggeriert ein ganz anderes Genre - nämlich Horror/Splatter/Gore - und die 18er Freigabe sowie und vor allem die Tatsache, daß der Film in meiner Videothek zum Beispiel zwischen "Wrong turn" und "The Collector" steht, weckt falsche Hoffnungen oder Erwartungen.
Der Film ist leise und ruhig und besticht durch betörend schöne Bilder, gute Schauspieler mit äußerst interessanten Gesichtern sowie teilweise philosophische Dialoge - auch ist es spannend sich in den Kopf von Menschen hineinzudenken, die vor mehreren hundert Jahren gelebt haben und noch keine Ahnung hatten, wie groß die Welt ist, was eine Landkarte ist, die ein völlig anderes Religionsverständnis hatten und so weiter. Sowohl in der Machart wie auch vom Gefühl von Leere gepaart mit der Unlogik und dem Unverständnis was die Welt angeht - welches der Film in einem weckt, erinnert an Tarkowski, und ich finde es nicht zu hoch gegriffen, diesen Namen hier zu nennen, denn "Sauna" ist für mich bis jetzt die positivste Überraschung des Filmjahres. Der Film hat einige Horror-Elemente, die jedoch keineswegs den Mittelpunkt der Handlung darstellen.
Ich hab mich sehr gefreut als ich ungefähr in der Mitte des Films stutzig wurde weil ich glaubte ein bekanntes Gesicht zu sehen - und tatsächlich: es ist Kati Outinen aus den früheren Kaurismäki-Filmen, die hier in einer kleinen Rolle zu sehen ist :o)
Mit dem Bild der DVD bin ich übrigens zufrieden. Ich finde es ist klar das ein finnischer Film nicht mit der gleichen Bildqualität auffahren kann wie ein großes Hollywood-Studio... ;o)