meint Harnoncourt im Interview habe ihn von allem Anfang an Händel interessiert.
Kaum ein Oratorium gibt dieser Begeisterung von Harnoncourt so viel "Futter". Nicht umsonst entstand dieses Oratorium in einer Zeit, in der Händel der Oper mindestens innerlich nch gar nicht entsagt hatte, vielleicht daran dachte, einen dritten Anlauf in diesem Genre zu machen. Die "Ersatzhandlung": ein Oratorium, das eigentlich eine verkappte Oper ist.
Händel stand einige Zeit im Zentrum des Interpretationsinteresse von Harnoncourt.
Er hat einen emotionalen "Messiah" dirigiert, eine umwerfend freche "Wassermusik".
Diese Aufnahme ist eine live-Aufnahme. Harnoncourt spielte zwar mit seinem concnentus, aber nicht mit den Schönberg-Chor, sondern demjenigen der Wiener Staatsoper. Ein grosser Chor. In Zeiten kleiner ensembles ( MCreesh z.B.) hört sich das ein wenig überholt an.
Auch seine Solisten gefallen unterschiedlich. Fischer-Dieskau als Saul,damals 60, war sicher ein grosser Gestalter,konnte den emotionalen Ansatz von Harnoncourt gut herausarbeiten.Dennoch, er hat wenig Händel gesngen ( im Gegensatz zu Bach).
Paul Esswood ( den Harnoncourt viel eingesetzt hatte, den ich oft ziemlich grausam fand) singt den David ganz ordentlich( zu meiner Überraschung).
Gardiner, von dem es auch eine live-Version dieses Stücks gibt, hatte durchgängig die besseren Solisten.
An Harnoncourt gefällt auch nach Jahrzehnten sein unmittelbarer Zugang zur Dramatik dieses Stücks.
Mit den genannten Einschränkungen wirklich empfehlenswert.