Anfangs war ich erstaunt über den Stil des Geschriebenen. Ich fühlte mich erinnert an Bücher aus den 70ger Jahren, die uns eine Welt ausmalten, in der die Menschen ihre schlimmsten Probleme hinter sich gelassen haben. Keine Kriege, keine Hungersnöte, keine unlösbaren Umweltprobleme. Ein wenig blauäugig, war meine erste Reaktion. Bei aller Phantastik sind mir immer logische Folgerungen in einem Buch wichtig. Wie aber kann die Menschheit dies schaffen, Saturns Kind spielt doch bereits in ca. 200 Jahren?
Dann aber begann die Handlung, mich zu fesseln. Anfangs erzählte Nichelle Nichols die Geschichte vierer Kinder des fernen Planeten Fazis und ihres Lehrers Krecis. Einer von ihnen würde einst über diese Welt herrschen, wer es sein würde, darüber entscheidet ein Regierungsgremium, wenn der alte Herrscher abtreten wird. Diese Konstellation birgt ein hohes Maß an Zündstoff, einer permanenten Rivalität untereinander, was als roter Faden durch die gesamte Handlung des Buches läuft.
Die Érkundung des Saturnmondes Titan sowie die Errichtung eines Stützpunktes der Fazisen erfolgt nur wenige Jahre, bevor die Menschen eben dieses verwirklichen. Menschen und Außerirdische begegnen sich, lernen sich kennen und verstehen. Die Regierungen beider Seiten aber sind vorsichtig und stecken monate- und jahrelang in bürokratischen Verhandlungen (das ist doch mal wirklich sehr realistisch).
Das hält aber weder die menschlichen noch die fazisischen Mitglieder des Titan-Stützpunktes davon ab, sich näher zu kommen. Die Liebe von Tetrok und Nyota wird dabei auf eine harte Probe gestellt.
Die dargestellten Charaktere sind fein geschliffen und die Handlung ist mit ihren hinterlistigen Intrigen, bürokratischen Machenschaften und gefühlvollen Liebesgeschichten fesselnd hat. Und das Ende dieses Buches lässt mich fragen, wann geht die Geschichte weiter, was wird Saturna noch alles erleben zwischen Fazis, der Erde und vielleicht weiteren Welten?