2 kleine Helden, die ihren Werdegang in der Urzeit des Grunge" begannen:
mark lanegan (zum Zeitpunkt der Aufnahme 44 jahre alt)
Grg Dulli (zur Aufnahme 43 Jahre alt).
Es ist nicht verkehrt, das Ganze als Alterswerk zu bezeichnen. Die beiden sind SEHR unterschiedlich:
Mark Lanegan, der abgeklärte Schweiger mit so massiven Drogenproblemen, dass viele Projekte schon im entstehen wieder abgebrochen werden müssen, der böse Texte schreibt und eine Stimme hat, die einerseits ganz simpel sehr tief ist, andererseits immer zwischen Kraft und Brüchigkeit schwankt. Er ist deshalb everybody's guest, der schon manche belanglose Songs veredelt hat. Unverwechselbar. Bloß nicht zuviel reden und besser dem Atem anhalten, um nichts davon zu versäumen, wenn er singt.
Greg Dulli, der den schmutzigen Soul in den Grunge gebracht hat, immer ein Ohr für Pop hatte und mehr schreit als singt. Und über den bösen Bodensatz in jeder Beziehung philosophiert wie kein anderer...
Packt man dieses zusammen, so wachsen sie tatsächlich über sich hinaus. Das wohl beste Stück, das Greg Dulli je aufgenommen hat, Number9) von dem Twilight Singers Album Blackberry Belle" wird dies erst durch die Beteiligung Lanegans, der hier am unteren Ende seines Stimmumfangs (schwer vorstellbar) fast abbrechend singt.
Saturnalia" ist nichts weiter als die Fortführung davon geworden. Musikalisch ganz klar ein Dulli Album, das auch als twilight Singers mit Gast Mark Lanegan hätte veröffentlich werden können. Das Personal ist sehr ähnlich (Matthias Schneeberger mischt überall mit), die Songs sind meist aus Dulli's Kopf. Aber: Lanegans schwere background Gesänge machen die Dulli Songs, wie damals Number 9, erst perfekt. Und wenn Laegan Songs (mit-)schreibt, dann kommen Meistehrwerke, wie Idle Hands" dabei heraus. Wenn er im Refrain Let your hand so what they will do" oder später it's an occupation, to stand alone singt", muß der Zuhörer kein herz haben, um hier keine Gänsehaut zu bekommen.
Die Produktion ist kongenial: wall of Sound aus ineinandergemischten , meist parallel gedoppelten, Gitarren, Samplern und einem leicht in den Vordergrund gestellten Bass. Der Gesang ist fast zu laut, was die Aufmerksamkeit auf die Stimmen zieht. Siamesische Zwillinge sind sie sicher nicht, aber sich hervorragend ergänzende Gegensätze.
Ich hoffe, sie machen weiter (und holen sich Wendy Rae Fowler als Background Sängerin dazu, die Lanegan's Bubblegum so perfekt machte).