ich mochte die counting crows schon immer, aber dieses album bläst mich um.
"1492" klingt wie pearl jam, wie sehr gute pearl jam, es rumpelt und rockt, und man hat den eindruck, zeuge bei einem first take zu sein. "hanging tree" ist indie-southern-rock, hat eine sich biegende und windende typische cc-melodie, der refrain stempelt sich ins gemüt, die gitarren schreien. dann "los angeles", ein süffiger, tief im schlamm watender blues, der auch von den black crowes stammen könnte. der text reflektiert showbiz und celebrity-leben, "i'm trying to make some friends", klagt adam, "i'm just trying to make some sense outta me". "sundays" reitet auf einem latin-rock-groove, im refrain weinen slide-gitarre und mellotron: "i don't believe in sundays, and i don't believe in anything at all". "insignificant" bietet auf dur-moll-wechseln sitzende, leichte melodien und die auf diesem album dominierenden bitteren, sich nach hoffnung sehnenden texte: "oh could you see me? i'm one in a million, i am icarus falling out of the sun". den abschluss der heftigen hälfte dieses albums bildet "cowboys": wild wehender bruce-springsteen-rock mit vielen hohen klavierakkorden und krassen dynamikwechseln.
nur scheinbar luftiger folkpop ("washington square") eröffnet den akustischen teil. hier geht es um vereinsamung und den wunsch nach einer heimat: "i loved like a fountain, and it left me with nothing". "on almost any sunday morning" wirkt wie ein unehelicher enkel von neil youngs "on the beach" - folk, blues, und gedanken über das scheitern und verzweifeln. "when i dream of michelangelo" ist bluesfolkpop, der text ist überreich an starken metaphern. "anyone but you" ist ein sarkastisches anti-liebeslied mit ermatteten melodien, die am ende beatles-artig burlesk zu tanzen beginnen. "you can't count on me" setzt, musikalisch wie textlich, das thema fort. "le ballet dor" ist eine charmante, unwiderstehliche, dunkel schillernde die-zeit-läuft-uns davon-also-lass-uns-tanzen-auf-dem-untergehenden-schiff-ballade. impressionistisch, wunderbar zart, bezwingend sentimental klingt dann "on a tuesday in amsterdam long ago".
"come around", zwischen folk und rock wechselnd, schließt das album und fasst noch einmal die themen zusammen - und lässt ein bisschen hoffnung, lebensdurst und die möglichkeit der liebe bestehen.
wow, was für ein album.
sofort noch einmal hören.