Eine Produktion nur für Frauen? Die Film-Produktion von Eva-Maria Zurhorst, hat für mich den Charakter des Forschens, Fragens, Hinterfragens, es ist das innere Drängen nach Antworten, die wir uns im Laufe des Menschseins immer wieder stellen, im Vordergrund sicherlich, die Frage nach Weiblichkeit, oder der "sanften Revolution nach der Emanzipation", wie es die erfolgreiche Buchautorin selber nennt.
Mit dem Blick auf, "trifft das auch für Männer zu?", habe ich mir die ganze Produktion angesehen. Zu meinem Erstaunen, habe ich vieles gefunden, das auch für Männer Gültigkeit hat, obwohl sich ein Grossteil, um die Frage der Weiblichkeit, Frausein, dreht. Doch wir finden viele andere Beiträge ebenso, den Mut sich selbst zu sein, sich zu trauen, zu seinen Bedürfnissen zu stehen, seine Träume zu leben, seine innere Wahrheit zu leben, überhaupt authentisch zu leben, die Frage nach Körper, nach Sexualität, Beziehung & Partnerschaft, Job & Karriere, Kinder, Familie, und wie wir das alles unter einen Hut kriegen. Die Frage, wie wir unser Leben meistern, wo wir uns aufgeben, uns fremd werden, kaputtmachen, uns selbst verloren haben, und wie es einen Weg geben könnte, zurück zu finden, zurück zu uns selbst, in Würde, in Annahme, und Respekt uns selbst gegenüber, sehr vieles ist davon genauso für Männer lehrreich und zutreffend.
Wir treffen also auf Gespräche mit Frauen (DVD2), Interviews, aus verschiedenen Bereichen, die sich auf ihre Art des Erfolgs, mit den Fragen des Lebens auseinander gesetzt haben, wo sich Eva-Maria-Zurhorst eine Antwort erwartet. Über bekannte Seminar-Autoritäten aus dem spirituellen Selbsterfahrungsbereich, etwa einer Amana Trobe, einer Diana Richardson, der erfolgreichen Buch-Autorin Sabine Asgodom, die sehr überzeugte und vieles formulierte, was ebenfalls auch für Männer zutrifft. Dann haben wir eine Psychotherapeutin, eine Schauspielerin die auch gleichzeitig Freundin ist, sowie Chameli Ardagh, die sehr erfolgreich eine Frauenarbeit anbietet und auch im Hauptfilm vorkommt. Es ist Sicherlich Geschmacksache, ob den Zuschauern ihre hinduistischen Anekdoten und Geschichten ansprechen, oder vielleicht als nichtsagend empfunden werden.
Dieser Film ist eine Suche, nach mehr Wahrheit, nach mehr Authentizität, Selbsterforschung, nach mehr Selbstbewusstheit, Bewusstheit überhaupt, und dem was ein gutes Leben als Frau ausmacht.
Im Hauptfilm(DVD1) geht es vor allem um Ausschnitte, ihres Seminar-Projektes, wo 3 Frauen näher porträtiert werden, Seminar-Aufnahmen, Aufnahmen zuhause, und Fragen nach dem was diese Frauen in ihrem Leben beschäftigt, was sie möchten, wo sie sich Unterstützung wünschen, wo sie sich alleine fühlen, an die Wand gedrängt fühlen, oder wie der Job trotz Erfolg, eine Leere zu produzieren vermag. Eine Bestandesaufnahme, von "wie lebe ich eigentlich" oder "wie habe ich bisher gelebt" wird in verschiedenen Kontexten dargestellt. Die Frage nach dem was uns glücklich macht (auch die Männer) und dem was uns unglücklich macht. Die Frage nach Selbstbestimmung, nach dem was imstande ist, uns aus einer inneren Erfahrungs- und Seinebene eine Zufriedenheit, ein Glücklichsein zu geben. Manch schmerzhafte Selbsterkenntnis wird darin sichtbar, Zurhorst will aufwecken, bewusstmachen, sie will verdammt nochmal die Menschen zu ihrer Selbsttreue auffordern, und Mut machen, seinem Inneren zu vertrauen, dazu zu stehen, im Angesicht von sich "Zusichselbststehens".
Die Frage, nach dem, wo wir uns schon aufgegeben haben, trifft für mich für die Männer genauso zu wie für Frauen. Im Übrigen glaube ich, dass der Film einen Einblick in die weibliche Seele gibt, das alleine schon finde ich erkenntnisreich. Für mich waren die Interviews mit Amana Trobe und Sabine Asgodom am Lehrreichsten, sie zeugen von Mutmachen, von Menschen/Frauen die bei sich angekommen sind, und anderen ihre Erfahrung anbieten, um in unserem gestressten und beschleunigten Leben, noch so etwas wie Zuversicht und Vertrauen vermitteln können. Ich glaube durch die verschiedenen Beiträge, wird wohl auch in jedem ein anderer Aspekt angesprochen sein, und eine Resonanz hängt mit Sicherheit mit dem eigenen Standpunkt zusammen. Im Übrigen lernt man über das Video neue Frauen kennen, die etwas zu vermitteln haben, was auch nicht zu verachten ist.
Fazit: Eine mutige, offene, ehrliche, aufrichtige Auseinandersetzung, mit den wichtigsten Fragen zu dem was uns im Leben beschäftigt, nämlich wie möchte ich leben, was macht mich glücklich, was brauche ich, was möchte ich , und was muss ich tun, um ein glücklicheres erfüllteres Leben führen zu können. Eine sehenswerte Produktion (wenn man mal von den kleinen Werbefilmen im Zusatz absieht), wo man berührt wird, angestossen, wo uns andere Menschen / Frauen etwas von sich preisgeben, was zumindest ich als eine Bereicherung empfunden habe. Ein Film, der sich damit beschäftigt, was Frauen in der heutigen Zeit auf einer tieferen Ebene beschäftigt, die mehr wollen, als nur ihre angestammten Rollen und Pflichten zu erfüllen. Sondern Antworten suchen, wie sie durch die Freiheit zur Selbstbestimmtung ihr Leben glücklich machen können.