Ein Studentenhaushalt kann in einer winzigen Mansarde mit Küchenblock oder in gepflegter Altbau-WG samt riesiger Wohnküche unterkommen. Dass die Rezeptauswahl eines Studentenkochbuchs beide Varianten zufriedenstellend abdeckt, ist unwahrscheinlich. "Satt durch alle Semester" bietet eine sinnvolle Auswahl vom Standard-Spaghetti-Rezept, über Eintöpfe, Salate für den größeren Feten-Bedarf bis zu leckeren Nachtischen. Die Gliederung der Einzelrezepte in eine Zutatenliste und "So wird's gemacht" ist logisch und übersichtlich. Die angegebenen Pasta-Mengen (250gr Spaghetti für 2 Personen) scheinen für sehr genügsame Personen berechnet zu sein, die keinen Sport treiben; die Berechnung der Zutaten für Fleischrezepte trifft den Appetit Erwachsener um die 20 schon besser. Wer sich beim Start ins Studium zunächst auf 2 Töpfe, eine Pfanne und geringen Lagerplatz im Kühlschrank beschränkt, wird im Studentenkochbuch nicht auf seine Kosten kommen; denn ein Teil der Rezepte setzt einen Backofen, Auflaufform und sogar einen Bräter voraus. Dass für die Rezepte nach Möglichkeit frische Zutaten verwendet werden, ist zwar gesund, wirft jedoch die Frage auf: wohin mit den Resten? Das Salat-Kapitel lässt logistisch und sättigungstechnisch keine Wünsche offen. Erfreulich sind im Studentenkochbuch die Küchentipps zwischen den Artikeln, zum Beispiel über die Benutzung von Pfannen, die Salatzubereitung oder Eintöpfe.
Der Papp-Einband ist stabil, die Ringbindung lässt das Buch leicht offen auf dem Küchentisch liegen, gelochte Seiten haben leider meist keine lange Lebensdauer. Die ausgewählten Rezepte sind einfach nachzukochen und für jeden Single-Haushalt geeignet. Die angegebenen Mengen reichen in einigen Fällen nicht für eine Hauptmahlzeit, manches Rezept erfordert eine üppiger ausgestattete Küche und ist für klitzekleine Studi-Appartements ohne Backofen ungeeignet. Als Kochbuch für Einsteiger und Anfänger ist "Satt durch alle Semester" brauchbar.