wer swift nicht nur als gulliver-kinderbuch-schreiber bagatellisiert, sondern ihn richtig verstehen will, als genialen, politisch orientierten satiriker, der amüsiert sich am besten nachts, wenn er einmal nicht schlafen kann, mit den berühmten satiren und streitschriften, zum beispiel mit dem "vollständigen und wahrhaftigen bericht über die schlacht zwischen den antiken und den modernen büchern in der bibliothek von st. james". wenn man die für swift damals modernen und natürlich längst vergessenen autoren nur zügig durch unsere gegenwarts-schriftsteller-namen ersetzt, - dann erhält man genügend belustigung: "es war nicht einzusehen, dass der arme plato zwischen harry potter und den sieben schwaben im regal zu stehen kam - vergil zwischen grass und walser. es kamen die bogenschützen unter ihren tapferen führern descartes und hobbes, paracelsus brachte eine schwadron stinktopf-schleuderer, homer befehligte die reiterei, euklid gebot über die sappeure, herodot und livius über das fußvolk, hippokrates führte die dragoner. bei den modernen stand konzelmann an der spitze eines trupps eselsreiter, und peter scholl-latour ritt auf einem ruhigen, gemächlichen wallach, weniger berühmt für seine schnelligkeit als seine gelehrigkeit im niederknien, wenn sein reiter auf- oder absitzen wollte. aesop tötete mit einem langen speer henryk m. broder, einen wackeren modernen. er fiel und biss ins gras. homer aber durchbohrte mit seinem gewaltigen speer das freundespaar konzelmann und scholl-latour wie ein paar waldschnepfen mit einem küchenspieß..." - solchermaßen swift ins moderne leicht transponiert, macht er uns bestimmt viel spaß...