Neue Zürcher Zeitung
Satie, der Vielseitige
rur. Ob er wirklich «das Trauma des Dilettantismus» lebenslang nie los wurde? Alle seine Kommentare, Verulkungen, Beleidigungen in Worten könnten da auch andere Schlüsse zulassen. Das erste Buch der Kölner Autorin und Musikerin Grete Wehmeyer über Erik Satie (18661925) liegt bald ein Vierteljahrhundert zurück. In die vorliegende Originalausgabe ist nicht nur viel neues Bildmaterial eingearbeitet. Die ausführliche Schilderung der Jugendzeit (bis 1893) belegt, dass Satie mangelndes (traditionelles) technisches Können durch ungewohnte Originalität kompensierte oder dass diese in den gegensätzlichsten Facetten eben wegen fehlender herkömmlicher Fixierungen sich leichter entwickeln konnte. Die Gleichzeitigkeit der verschiedenen Sphären etwa von Choral und Café-concert liegt auf der gleichen Ebene wie die statische Verfahrensweise einer Nicht-Ausdrucksmusik mit Elementen einer «Baukastenmethode». Die meisten der Klavierstücke definiert und begründet die Autorin als (Cabaret-)Chansons ohne Singstimme. Die Probleme der Darstellbarkeit von Saties Multimedialität etwa bei «Sports et divertissements» mit den Anteilen von Wort, Ton, Bild werden anvisiert, Möglichkeiten der Interpretation aber kaum entfaltet.
Produktbeschreibungen
" ... eine Monographie, die uns den noch allzu unbekannten Autor, seine äußerst moderne Ästhetik sowie allgemein den Beginn der französischen Moderne wirklich nahezubringen vermag." (ÖMZ 7-8/98)
"Längst ist die beispielhafte Studie über den französischen Komponisten ein Standardwerk der Musikliteratur." (Philharmonische Bldtter Kvln 2/98)
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.