Kurzbeschreibung
In diesem Buch scheint Satan höchstpersönlich zum Leser zu sprechen - und ihm eine Vielzahl teuflischer Tricks und Strategien zu so alltäglichen Themen wie Sex, Lügen, Geld, Rache und psychologische Kriegsführung zu enthüllen. Der Leser erfährt zum Beispiel, wie er sich je nach Lust und Laune zum mysteriösen Schreckgespenst oder zum charismatischen Verführer machen kann und wie man finstere Rituale richtig ausführt. Die theoretischen Kapitel vermitteln eine Satanische Philosophie, die sich als bitterer Gegenpol zur braven, angepassten "Correctness" des 21. Jahrhunderts versteht. "Satans Handbuch" ist so etwas wie die erste deutsche Satansbibel. Wie Anton LaVey jedoch - der "Vater aller Satanisten" - distanziert sich der Verfasser entschieden von jenen "nur bösen" Okkult-Freaks, die den Namens Satans missbrauchen, um damit so scheußliche Dinge wie Kindsmissbrauch, Morde oder Tieropfer zu rechtfertigen. Satanismus im Fehn'schen Sinne - das ist Freiheit, Genuss, Frechheit, Sünde, Lust, Manipulation - und Alltagsmagie. Der Satanist ist der "Trickster", "The Great Pretender", der sich mit Hilfe genialer Zaubertricks durchs Leben schlägt und den "Herdenschafen" stets um ein paar Nasenlängen voraus ist.
Über den Autor
Oliver Fehn, ein moderner Magier und dunkler Philosoph, ist der erste deutschsprachige Autor, der das Thema Satanismus ohne erhobenen Zeigefinger oder fromme Warnungen in einem Praxisbuch behandelt. Er studierte Theologie und Religionswissenschaft, verdiente sich sein Geld u.a. als Gerichtsreporter, Folksänger, Zauberkünstler und Radiomoderator. Seine zynisch-böse XXL-Show beim legendären Radiosender HO*T FM erlangte in den späten neunziger Jahren Kultstatus (Zitat/Himmelfahrtssendung 1999: "Habt ihr euch denn nie gefragt, wer ich eigentlich bin? Und was ich wirklich von euch will?") Heute arbeitet er als Übersetzer und freier Autor, lebt zurückgezogen und meidet die Menschen.
Auszug aus Satans Handbuch mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber
Leseprobe: Aus dem Kapitel 7. Faulheit
Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn's hochkommt, so sind's achtzig Jahre, und wenn's köstlich gewesen ist, so ist's Mühe und Arbeit gewesen, übersetzte Luther (falsch!) den 10. Vers des 90. Psalms, denn keiner, der vierzehn bis sechzehn Stunden am Tag ackerte und den Rest der Zeit für seinen wohlverdienten Schlaf benötigte, geriet je in Versuchung, über Tagespolitik und Religion kritisch nachzudenken. Auch heute noch ist Arbeit nach volkstümlicher Bewertung nicht Mittel zum Geldverdienen, sondern vor allem Selbstzweck, und anstatt den Mann oder die Frau zu bewundern, die es geschafft haben, mit wenig Arbeitsaufwand ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, verunglimpft Otto Normalverbraucher sie als Müßiggänger und Faulpelze. Diese Haltung spiegelt sich vor allem in ländlichen Gegenden auch in den Todesanzeigen der Tageszeitung wider: Müh und Arbeit war sein Leben, Ruhe hat ihm Gott gegeben. oder Hast nur gedient, hast nie an dich gedacht jetzt hat der Herrgott dir die Ruh' gebracht. Der Nachruf auf einen Brauereigaul könnte nicht treffender formuliert werden! Natürlich ist der sich aufopfernden Hausfrau oder dem tüchtigen Handwerker jede Menge Respekt zu zollen warum aber die gleiche Person sofort verachten, wenn sie es vorzieht oder sich leisten kann, anders zu leben?
Faulheit darf nicht verwechselt werden mit Perspektivlosigkeit, die eine der großen satanischen Sünden ist. Der vor sich hin vegetierende planlose Mensch ist nicht faul im satanischen Sinne, sondern einfallslos, unglücklich und gelangweilt. Satanisten jedoch langweilen sich niemals jedenfalls nicht mit sich allein. Unter anderen Menschen, vor allem bei fröhlichen Zusammenkünften, kann es schon einmal passieren dann kratzt der Satanist geflissentlich die Kurve.
Auch hier wie schon bei allen anderen Todsünden läuft die Anschauung der Kirche den Gesetzen des Überlebens zuwider. Zahlreiche Menschen sterben einfach an Überarbeitung (vor allem in Japan, ja, aber nicht selten auch hierzulande). Und vor allem in unseren Tagen ist es wieder groß in Mode gekommen, sich auch mit einer hochkarätigen Grippe ins Büro zu schleppen, denn so lauten die wichtigsten Verse der modernen, noch ungeschriebenen Unternehmerbibel wir sind alle ein Team und der Markt ist hart. Zu deutsch: Wenn die Firma zugrunde geht, bist du jämmerlicher Drückeberger schuld an ihrem Untergang. Aber auch die Katze arbeitet, wenn sie auf Mäusefang geht, und sie kann dabei sehr ausdauernd sein. Wenig später jedoch liegt sie schnurrend und sich vor Faulheit wälzend in der Sonne ganz ohne Schuldgefühle. Wie macht die Katze das nur?
Faulheit, die nicht zum Selbstzweck wird, sondern einfach nur üppige Erholungsphasen ohne schlechtes Gewissen ermöglicht, dient der Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Menschen und ist somit ein natürlicher Mechanismus zum Überleben.
Es gibt noch eine andere, eine satanische und höchst geheime Erklärung dafür, warum der Klerus Faulheit nicht tolerieren kann. Um sie zu begreifen, sollte jeder einmal folgendes Experiment durchführen:
Einfach einmal eine Nacht lang durchlesen oder durcharbeiten oder sich sonst wie die Zeit vertreiben. Nicht schlafen gehen! Erst wenn die Sonne aufgeht, zu Bett gehen und dann den Tag durchschlafen, und zwar, bis es draußen bereits wieder dunkelt (wichtig!). Nach dem Erwachen nicht sofort aufstehen! Sich immer wieder auf die andere Seite wälzen und dabei stets aufs neue in jenen Dämmerzustand zwischen Schlaf und Halbwachsein zurücksinken. Gähnen und sich räkeln und sich einfach gehen lassen. Irgendwann geschehen faszinierende Dinge: Man fühlt sich wie abgehoben, hat wundervolle Traumbilder und gerät in eine Art überirdischen Rausch. Manche sprechen von Visionen. Es ist ein Gefühl der kosmischen Wohligkeit, der Verzückung. Ein Zustand, der kickt.
Nichts also für die Frommen, die sich ja bekanntlich auf eine einzige Art Verzückung beschränken müssen...
Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn's hochkommt, so sind's achtzig Jahre, und wenn's köstlich gewesen ist, so ist's Mühe und Arbeit gewesen, übersetzte Luther (falsch!) den 10. Vers des 90. Psalms, denn keiner, der vierzehn bis sechzehn Stunden am Tag ackerte und den Rest der Zeit für seinen wohlverdienten Schlaf benötigte, geriet je in Versuchung, über Tagespolitik und Religion kritisch nachzudenken. Auch heute noch ist Arbeit nach volkstümlicher Bewertung nicht Mittel zum Geldverdienen, sondern vor allem Selbstzweck, und anstatt den Mann oder die Frau zu bewundern, die es geschafft haben, mit wenig Arbeitsaufwand ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, verunglimpft Otto Normalverbraucher sie als Müßiggänger und Faulpelze. Diese Haltung spiegelt sich vor allem in ländlichen Gegenden auch in den Todesanzeigen der Tageszeitung wider: Müh und Arbeit war sein Leben, Ruhe hat ihm Gott gegeben. oder Hast nur gedient, hast nie an dich gedacht jetzt hat der Herrgott dir die Ruh' gebracht. Der Nachruf auf einen Brauereigaul könnte nicht treffender formuliert werden! Natürlich ist der sich aufopfernden Hausfrau oder dem tüchtigen Handwerker jede Menge Respekt zu zollen warum aber die gleiche Person sofort verachten, wenn sie es vorzieht oder sich leisten kann, anders zu leben?
Faulheit darf nicht verwechselt werden mit Perspektivlosigkeit, die eine der großen satanischen Sünden ist. Der vor sich hin vegetierende planlose Mensch ist nicht faul im satanischen Sinne, sondern einfallslos, unglücklich und gelangweilt. Satanisten jedoch langweilen sich niemals jedenfalls nicht mit sich allein. Unter anderen Menschen, vor allem bei fröhlichen Zusammenkünften, kann es schon einmal passieren dann kratzt der Satanist geflissentlich die Kurve.
Auch hier wie schon bei allen anderen Todsünden läuft die Anschauung der Kirche den Gesetzen des Überlebens zuwider. Zahlreiche Menschen sterben einfach an Überarbeitung (vor allem in Japan, ja, aber nicht selten auch hierzulande). Und vor allem in unseren Tagen ist es wieder groß in Mode gekommen, sich auch mit einer hochkarätigen Grippe ins Büro zu schleppen, denn so lauten die wichtigsten Verse der modernen, noch ungeschriebenen Unternehmerbibel wir sind alle ein Team und der Markt ist hart. Zu deutsch: Wenn die Firma zugrunde geht, bist du jämmerlicher Drückeberger schuld an ihrem Untergang. Aber auch die Katze arbeitet, wenn sie auf Mäusefang geht, und sie kann dabei sehr ausdauernd sein. Wenig später jedoch liegt sie schnurrend und sich vor Faulheit wälzend in der Sonne ganz ohne Schuldgefühle. Wie macht die Katze das nur?
Faulheit, die nicht zum Selbstzweck wird, sondern einfach nur üppige Erholungsphasen ohne schlechtes Gewissen ermöglicht, dient der Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Menschen und ist somit ein natürlicher Mechanismus zum Überleben.
Es gibt noch eine andere, eine satanische und höchst geheime Erklärung dafür, warum der Klerus Faulheit nicht tolerieren kann. Um sie zu begreifen, sollte jeder einmal folgendes Experiment durchführen:
Einfach einmal eine Nacht lang durchlesen oder durcharbeiten oder sich sonst wie die Zeit vertreiben. Nicht schlafen gehen! Erst wenn die Sonne aufgeht, zu Bett gehen und dann den Tag durchschlafen, und zwar, bis es draußen bereits wieder dunkelt (wichtig!). Nach dem Erwachen nicht sofort aufstehen! Sich immer wieder auf die andere Seite wälzen und dabei stets aufs neue in jenen Dämmerzustand zwischen Schlaf und Halbwachsein zurücksinken. Gähnen und sich räkeln und sich einfach gehen lassen. Irgendwann geschehen faszinierende Dinge: Man fühlt sich wie abgehoben, hat wundervolle Traumbilder und gerät in eine Art überirdischen Rausch. Manche sprechen von Visionen. Es ist ein Gefühl der kosmischen Wohligkeit, der Verzückung. Ein Zustand, der kickt.
Nichts also für die Frommen, die sich ja bekanntlich auf eine einzige Art Verzückung beschränken müssen...