Produktinformation
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Auf merkwürdige Weise grenzt sich das Autoren-Duo schon auf der ersten Seite von anderen Satanismus-Kennern ab. "Missgunst und Neid" bescheinigen sie kirchlichen Weltanschauungsbeauftragten und "schlecht informierten Journalistenkollegen", unterstellen "sogenannten Fachleuten und Experten", "Pseudotheorien" zu verbreiten. Genau dies tun jedoch die Grandt-Brüder selbst; ihr Buch strotzt von Spekulationen über die Zusammenhänge zwischen Kindesmissbrauch und Satanismus, kriminellen Netzwerken und einer mächtigen Bewegung, die die Aufklärung über Satanismus verhindere. Mit derartigen Verschwörungstheorien verabschieden sich die Grandts jedoch selbst aus dem gesellschaftlichen Diskurs. Plump schüren sie Ängste, wenn sie von "Satansgläubigen" berichten, "die tagsüber zumeist bürgerlichen Berufen nachgehen und nachts ihren spirituellen Weg zur 'Selbstvergöttlichung' suchen". Ihre spannungsreich angekündigten "Beweise" entpuppen sich als bunte Presseschau diverser Medien wie dem "Zollern-Alb-Kurier", "Pro 7" und der "Bangkok Post". Mit großem Pathos zitieren sie die Meldungen, verleihen ihnen Wirkung -- aber keine Tiefe. Die ist in Ansätzen lediglich in einem Interview mit zwei Psychologinnen zu finden, die von ihrer therapeutischen Arbeit mit Opfern berichten.
"Wir definieren Satanismus als eine Subreligion, jedoch ohne Anspruch auf Legitimation"; -- derartige Worthülsen durchziehen das gesamte Buch. Am Ende formulieren Guido und Michael Grandt Vorschläge, die sie nach eigenem Bekunden "bereits vor fünf Jahren" gemacht haben. Unter anderem fordern sie von den Landeskriminalämtern eine "Okkultfahndung" sowie staatliche und europaweite Sektenzentralstellen. "Wir hoffen, die Zweifler überzeugt zu haben", beschließen die Autoren ihr Werk. Und wissen wohl selbst gar nicht, wovon... --Uwe Birnstein
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die vielen negativen Leserreaktionen auf Amazon zeigen, wie wichtig dieses sehr gute Buch ist,
Von
Rezension bezieht sich auf: Satanismus (Taschenbuch)
Kein Leser sollte sich von der Fülle der hier auf Amazon festzustellenden negativen Rezensionen davon abhalten lassen, dieses Buch als ein wertvolles Buch zur Aufklärung über den Satanismus anzusehen. (Mir selbst haben die vielen negativen Rezensionen zunächst Distanz eingeflößt zu diesem Buch, die ich nach dem Lesen für absolut ungerechtfertigt halte, deshalb meine Rezension.)Das Buch stellt den Forschungsstand des Jahres 2000, nicht den des Jahres 2011 dar. Man wünscht sich eine Neubearbeitung des Themas durch die Autoren. Dennoch kann man aus diesem Buch sehr, sehr viel lernen. Und um so unverständlicher ist es - und auf den ersten Blick verwirrend -, daß hier auf Amazon sieben Leserrezensionen dieses Buch negativ-kritisch bewerten und nur fünf positiv, wobei vor allem die negativen Rezensionen von weiteren Lesern als "hilfreich" bewertet werden. Und selbst in den positiven schwingen viele ungerechtfertigte Vorbehalte mit. Beispielsweise ist dieses Buch keinesfalls "sensationsheischend" oder in "Bild-Manier" geschrieben. Es versucht, den Opfern eine Stimme zu geben. Weiter nichts. (Das Buch ist auch kein "Dreck" - solche ausfälligen Rezensionen einem so ernsthaften Buch und Thema gegenüber sollten von Amazon gelöscht werden.) Aber es ist ja alles ganz anders. GERADE all diese Reaktionen, die man hier auf dieser Seite gegenüber diesem Buch mitbekommt, zeigen mehr als vielleicht sogar das Buch selbst, wie vielen Sympathisanten des Satanismus es offenbar unangenehm ist, wenn eine sehr negative Seite desselben erst einmal überhaupt nur THEMATISIERT wird. Schon dieser Umstand allein zeigt, wie wichtig solche Bücher wie dieses der Brüder Grandt ist. Viele Rezensenten haben auch ganz eindeutig und gar zu oberflächlich übersehen, daß die Autoren sehr wohl und sehr nachdrücklich zwischen Satanismus und "Hardcore"-Satanismus unterscheiden, wie sie es nennen. Und in diesem Buch sind sie ausdrücklich fast nur mit letzterem befaßt. Insofern fallen viele der hier genannte Kritiken von selbst in sich zusammen. Leute, befaßt euch mit diesen Themen. So abwegig sie erscheinen mögen. Wenn ein so gutes Buch schon hier auf Amazon so viele negative Rezensionen erntet, dann zeigt sich allein daran, wie wichtig eine Auseinandersetzung breitester Kreise mit diesem Thema ist. Wie wichtig es ist, diese "Allianz des Schweigens" gegenüber einem der letzten Tabus unserer Zeit zu brechen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4.0 von 5 Sternen
gutes Buch über rituellen Kindesmißbrauch,
Von
Rezension bezieht sich auf: Satanismus (Taschenbuch)
Die negativen Rezensionen kann ich nicht nachvollziehen- sie sagen mehr über die Verfasser las über das Buch aus, das einige der Kritiker wohl gar nicht gelesen haben.Es ist kein erschöpfendes Buch über alle Facetten des Satanismus, sondern ein Buch über rituellen Kindesmißbrauch.Das es diesen gibt, belegen im Buch aufgezeigte Fälle, die auch juristisch behandelt wurden. In den USA gibt es spezielle Gesetze dagegen.Das Thema ist so krass, daß es schwer ist, sich damit zu befassen oder es zu akzeptieren- gerade dies macht es den Tätern so leicht. Die Opfer-meist Kinder- sind seelisch zerstört und oft wird ihenen nicht geglaubt- sie werden ein zweites Mal zum Opfer. So geht es ja auch vielen Vergewaltigungsopfern.Als wenn sich Kinder SOETWAS ausdenken könnten....Es kann halt nicht sein, was nicht sein darf.Ein wichtiges Buch,
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13 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Unterhaltsame Verteufelung,
Von Hans Babendreyer (Berlin, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Satanismus (Taschenbuch)
Satanismus sei ein drängendes gesellschaftliches Problem, das geschützt durch Tabuisierung und Desinformation prächtig im Verborgenen wuchere, so behaupten die Autoren wie schon in mehreren Veröffentlichungen; sie sehen "ein grauenhaftes Kaleidoskop der menschlichen Seele mit Blick in eine selbst geschaffene Hölle."Auf eine lange historische "Einführung in den Satanismus" folgen dramatische Fallgeschichten und die bekannten psychologischen Erklärungsansätze im Zusammenhang mit satanistischen Gruppen - Konditionierung, Dissoziation, Ausbildung multipler Persönlichkeiten. Über verschiedene Formen des Opfers und Kannibalismus nähert sich die Einführung dem eigentlichen Thema der Autoren, dem rituellen Kindesmissbrauch. Interviews und Stellungnahmen zweier Psychotherapeutinnen sollen das Bild abrunden. Als selbstverständlich gilt dabei übrigens die christliche Voraussetzung, alle Magie komme vom und führe zum personifizierten Bösen. Der folgende "Beweise" betitelte Abschnitt versammelt Kurzmeldungen von allerlei satanistisch motivierten Straftaten, insbesondere aus den USA, aber auch aus europäischen Ländern. "Woher kommen die Kinder?" lautet die nächste Frage, auch wenn es in den voraufgegangenen Fallgeschichten keineswegs ausschließlich um Verbrechen an Kindern ging. Es wird anschließend auch nicht gefragt, wer denn bei den referierten Fällen die Täter gewesen seien, stattdessen bekommt man eine kleine internationale Galerie satanistischer Gruppen vorgeführt - Satanismus komme zwar diskret in allen Gesellschaftsschichten vor (es könnten Ihre Nachbarn sein?), aber er hat natürlich auch seine üblichen Verdächtigen. Ein abschließendes Kapitel setzt sich unter dem eindeutigen Titel "Die Gegenseite schlägt zurück" mit den Diskussionen um den Kindesmissbrauch, die Zuverlässigkeit von Erinnerungen und eine vermeintliche Unfähigkeit der deutschen Presse und Justiz auseinander. Der Ansatz der Autoren zeichnet sich aus durch die Verschmelzung der Diskursthemen "Satanismus" (oder dessen, was man, dehnbar, dafür halten kann) und "Kindesmissbrauch / Pädophilie". Damit handelt es sich um einen Import der Vorstellungskomplexe und Erzählungen, die man aus den USA unter dem Begriff "Satanic Ritual Abuse" (SRA) schon länger kennt. Am Ende steht dann die Aufforderung einer verschärften Aufsicht über den gesamten Bereich dissidenter Religiosität und das Bedauern über das (vorläufige) Scheitern der Initiativen, die zu der Bundestags-Enquete "Sogenannte Sekten und Psychogruppen" geführt hatten und deren Ziel eine weit gehende staatliche Reglementierung und Disziplinierung freireligiöser und lebensberatender Praktiken darstellte. Das ist nicht ungeschickt - es gibt Kindesmisshandlungen und gar nicht wenige, es gibt sexuellen Missbrauch / Pädophilie, es gibt aber auch - und das kann man nicht nur, wie es die Autoren tun, als "Backlash", letztlich als Verschwörung von Tätern, abtun - den Missbrauchsvorwurf als taktisches Mittel zu allerlei andersgearteten Zwecken. Doch Pädophilie ist ein Gräuel, und für die diskursive Konstitution eines Gräuels ist es spezifisch, dass jeder, der zur Nüchternheit mahnt, sich verdächtig macht. Es gibt auch Satanisten, und einige von ihnen meinen durchaus, so fies sein zu sollen, wie man ihren obersten Chef immer dargestellt hat. Auch und gerade zu Kindern, denn Kinder sind bequeme Opfer. Andere Menschen, glücklicherweise die Mehrzahl derer, die genauso unter den von den Autoren sehr breit angelegten Begriff des Satanismus fallen, sehen das anders. Es gibt aber vor allem ein vergiftetes gesellschaftliches Klima und eine hysterische Öffentlichkeit, der man schier etwas vom Weihnachtsmann erzählen könnte - aber der Satan macht natürlich mehr her. Der Teufel stehe nicht im Gesetzbuch, zitieren die Autoren einen Strafverfolgungsbeamten (112) und werfen ihm dafür Leichtfertigkeit vor. Es lohnt sich, darüber nachzudenken, worauf sich dieser Vorwurf eigentlich bezieht - in der Tat, den Teufel sucht man im StGB vergeblich, aber Mord, Totschlag, Körperverletzung, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und Bestimmungen zum Schutz von Kindern finden sich doch? Was dieser Ermittler verweigert, ist präzis die hysterische Dimension der Sache und ihrem beliebig legitimierenden Überschuss, und man mag ihm seine Anerkennung dafür nicht verweigern. Das Buch ist ansonsten flott geschrieben und hat unbestreitbar im Vergleich mit anderen seiner Gattung einen überdurchschnittlichen Unterhaltungswert, der geeignet ist, die schlimmsten Befürchtungen (so vorhanden) zu bestätigen und der einen fast übersehen lässt, wie wenig wirklich neue Fakten es bietet. So wird immer wieder auf den spektakulären und in der Tat bemerkenswerten Fall Dutroux aus Belgien verwiesen, doch auf neue Informationen dazu wartet man vergebens. - Wer sich für die diskursiven Mechanismen hinter solchen sensationellen Themen interessiert und wem kritische Distanz auch bei einem solchen Thema nicht von vornherein zuwider ist, kann unvergleichlich mehr Nutzen aus Elaine Showalters schätzenswertem Buch "Hystorien" (Berlin, Aufbau-Taschenbuch, 1999) ziehen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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