Vorhergehende Worte gingen mir bei der Lektüre dieses hoffnungslos überteuerten Buches des öfteren durch den Kopf.
Wenn es um hohe Magie gehen soll, vergisst LaVey wohl, dass hohe Magie nicht nur bedeutet viel Aufwand zu betreiben, sondern es auch einem hohen Stand der Geistesschulung bedarf, um zu höheren Bereichen vorzustossen. Wer dies vernachlässigt, darf sich nicht wundern, wenn man am Ende vor ein bischen Erfolg und viel Misserfolg steht, aber das konnte Lavey ja egal sein. Anhänger waren gefragt, und nicht Menschen, die den ``Meister'' eventuell überflügeln könnten.
Des weiteren wird dem Leser/der Leserin eigentlich nur Material vorgesetzt, das bereits von anderen Autoren ausführlich geschildert wurde. Hier und da eine kleine Abänderung, damit es nach LaVey und seinem niedrigen Standart entspricht, und schon hat man etwas, was man dem Wissensdurstigen vorsetzen kann. Wenn etwas nicht stimmt, oder nicht funktioniert, dann kann man sich ja immer noch auf die individuelle Wirkung bei jeder einzelnen ausführenden Person berufen. So einfach geht das, und überall herrscht eitel Wonne.
Bei manchem konnte ich mich nur kopfschüttelnd fragen, wie jemand soetwas den Menschen vorsetzen kann. Ideologie ist wichtiger als Wissen. Kleingeistigkeit kommt vor geistiger (und materieller) Freiheit. So zumindest erscheint es, wenn LaVey, wenn er etwas nicht einfach nur von anderen Quellen übernehmen kann, sondern es auch noch abändern muss, Elemente vermischt, verdreht, weglässt, hinzufügt, und dabei ein Kauderwelsch fabriziert, welches zwar in sein Weltbild passt, jedoch für den Suchenden, Forschenden, Lernenden und Praktizierenden nur ein steiniger Weg ins jämmerliche Dasein eines Niemands ist, der ein paar mittelmässige Zauberkunststückchen beherrscht. Nein, das ist einfach zu wenig was da vorgesetzt wird!
Zu den Peinlichkeiten im Text gesellt sich auch noch Marylin Manson. Auch wenn man den persönliche Musikgeschmack aussen vor lässt, fühlt man sich doch irgendwie an die übliche amerikanische Komerzmasche erinnert. Man nehme einen Prominenten (wenn er in der CoS ist noch besser), lasse ihn ein paar bedeutungsschwangere Worte zum Thema zu Papier bringen, und schon hat man ein wunderbares Zugpferd, mit dem sich das Buch ungeachtet seiner Qualität verkaufen lässt.
Trotz allem gebe ich dem Buch zwei Sterne, denn nicht alles wurde unbrauchbar gemacht, und einige übernommene Passagen können noch einen gewissen Standard aufweisen. Mehr ist jedoch wirklich nicht drin.
Wirklich Interessierten empfehle ich die Bücher von Autoren wie z.B. Eliphas Levi, Franz Bardon, Para Maya, oder für Einsteiger Frater V:.D:.'s Werk ``Schule der hohen Magie''.
Das kann man eben nicht hurtig durchlesen und gleich loslegen, aber dafür bekommt man einen unermesslichen Wissensschatz, bei dem es nicht um den Satanismus geht, dafür aber um Weisheit und Wissen, gepaart mit Schulung und Aufstieg. Der wirklich Lernwillige wird auch den mühsameren Weg gehen, sehr viel erreichen, die anderen machen sich's einfach (im Sinne von LaVey) und bekommen die Brotkrumen die von den Ersteren verschmäht wurden.