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Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz: Eine kritische Apologie des Christentums
 
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Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz: Eine kritische Apologie des Christentums [Gebundene Ausgabe]

René Girard , Peter Sloterdijk , Elisabeth Mainberger-Ruh
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz: Eine kritische Apologie des Christentums + Das Heilige und die Gewalt + Rene Girards mimetische Theorie: Im Kontext kulturtheoretischer und gesellschaftspolitischer Fragen
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Produktinformation


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René Girard
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Girard preist das "mimetische Begehren": Jeder Mensch begehrt nur das, was auch ein anderer begehrt. Daraus entsteht Rivalität, die zu einer Gewalteskalation führt - symbolisiert durch einen Satan, der nur durch die Wahl eines Sündenbocks ausgetrieben werden kann. Der kollektive Mord also bildet den Ursprung aller menschlichen Kultur. René Girard veranschaulicht die Rolle des Bösen in menschlichen Kulturen an Beispielen aus den Mythen und der Bibel.

Über den Autor

René Girard, 1923 in Avignon geboren, lebt seit 1947 in den USA und lehrte dort an verschiedenen Universitäten, zuletzt als Professor für französische Sprache, Literatur und Kultur an der Stanford Universität.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
In ruhiger und sachlicher Art führt uns René Girard noch einmal in seine Vorstellung von Gewalt als mimetischer, d. h. ansteckender zwischenmenschlicher Eruption ein ( ausführlicher in "Das Heilige und die Gewalt"). Dabei wird in vielen heidnischen Kulturen das Opfer der Gewalt zum Sündenbock stilisiert, um so von der eigenen Schuld abzulenken und die eigene Gewaltanwendung zu rechtfertigen.
Opfer von sich mimetisch entladender Gewalt war auch Christus. Doch werden dessen Anhänger nach seinem Tod Zeugen eines eigenartigen Geschehens: Gott steht auf Seiten des Opfers; dieser Sündenbock war offensichtlich derjenige, in dem Gott den Menschen bisher am nächsten kam.
Girard beschreibt uns, wie dieses Geschehen zu einer völligen Umdeutung der Opferrolle beitrug und potentiell vor allem heute zu einer Überwindung der Gewaltspirale verhelfen kann.
Ein spannendes, völlig eigen gedachtes Buch und eine auf eine genuin-christliche Sicht der Welt verweisende Arbeit, vor allem auch für solche, die dem Christentum bisher nichts abgewinnen konnten!
Einziger Minuspunkt (allerdings kein Sternabzug, da nicht vom Autor, sondern vom Verleger zu antworten): Dem Buch folgt ein völlig überflüssiges Nachwort von Peter Sloterdijk, in dem sich dieser als heidnischer Denker und Nietzsche-Apologet outet, und nur deutlich macht, dass er von Girard nicht allzuviel verstanden hat.
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Neues über den Teufel 1. November 2002
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Ein Teufel, der nach Schwefel riecht und laute Musik hört, ist lächerlich. Was aber ist das Böse dann? Was steht hinter den alten Geschichten von Satan, unter anderem auch im Neuen Testament? Davon handelt das neue, viel beachtete Buch des religionsphilosophischen Querdenkers René Girard über den Teufel als den 'Herrn des zyklischen Opfermechanismus'.

Grundlage der Überlegungen Girards ist ein sozialer Vorgang, der - obwohl weitgehend unbewußt - sich in verschiedenen Gesellschaften ähnlich vollzieht, und den er deshalb als "Mechanismus" bezeichnet: der "Opfermechanismus". Er hat drei Phasen:

In der ersten Phase scheinbarer Normalität verläuft das Leben so, wie wir es eben kennen. Allgemein wollen die Menschen mehr, als sie bekommen - ohne das eigene Begehren als problematisch zu empfinden. Die überschüssigen Wünsche verschwinden jedoch nicht einfach - ebenso wenig wie die erlebte Gewalt. Langsam und unmerklich setzt sich der Frust im Unbewussten fest.

Notwendig kommt es deshalb zur zweiten Phase der Krise. In fast jeder Gesellschaft ist irgendwann der Punkt erreicht, dass sich das bei allen Leuten im Laufe der Zeit aufgestaute Gemisch aus Neid, Zurücksetzungen und erfahrener Aggression einen Weg bricht. Dieser Ausbruch verläuft nach Girard immer ähnlich, nämlich wie beim antiken Opfer. Die gesamte frei werdende Gewalt konzentriert sich auf eine Person oder Gruppe, die eher unschuldig ist. (Vorgestern waren es bei uns die Juden, gestern in Restjugoslawien die nichtserbischen Minderheiten, wer wird es morgen sein?) Das einzelne Glied der Gesellschaft handelt nicht rational, sondern aus dem inneren Drang heraus. Jeder "Unterteufel" fühlt sich dem anderen gleich. So erlebt die Gesellschaft durchaus Geschlossenheit - auf Kosten des Opfers.

Wenn die Krise zu Ende ist, beginnt die dritte Phase. Ihre Kennzeichen sind ein unklares Schuldgefühl und der Vorgang der Mystifikation. Ob das unschuldige Opfer dabei dämonisiert oder idealisiert wird, hängt von historischen Zufälligkeiten ab. Doch das Leben muss weitergehen, der Kreis schließt sich, und die erste Phase hebt wieder an...

Das Anliegen René Girards, das in seinem neuem Buch zu Ausdruck kommt, ist die Ehrenrettung des Christentums. Seiner Meinung leistet es einen unverzichtbaren Beitrag für ein wirklich humanes Zusammenleben - indem es einerseits die dem Bösen Nahrung gebende Begierde des Einzelnen kritisiert und andererseits in der Geschichte der Kreuzigung Jesu den bösen Opfermechanismus bloß stellt.

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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Die philosophische und theologische Grundlage für das vorliegende Buch "Ich sah den Satan von Himmel fallen", in dem Rene Girard "eine kritische Apologie des Christentums" vornimmt, ist sein 1983 zum ersten Mal in Deutschland erschienenes Buch "Das Ende der Gewalt", in dem er seine mimetische Theorie entwickelt.

Das für alle Theologen, Philosophen und Geisteswissenschaftler unverzichtbare Werk gliedert sich in drei Bücher:
Im ersten Teil wird eine Theorie der Religion entwickelt, die von der Mimesis und dem Opfer ausgeht und in Beziehung gesetzt zur mimetischen Theorie der Hominisation.

Im zweiten Teil geht es um die opferkritische Rolle biblischer Texte und den Hebräerbrief als Schlüsseltext für die Resakralisierung des Christentums.

Das dritte Buch stellt die mimetische Theorie in einen umfassenden wissenschaftlichen und kulturgeschichtlichen Hintergrund.

Ausgangspunkt der mimetischen Theorie von René Girard ist die Feststellung, dass menschliche Gesellschaften nur dann überleben können, wenn sie in der Lage sind, dem Ausbreiten der Gewalt innerhalb der Gruppe erfolgreich entgegenzuwirken. Ursache zwischenmenschlicher Konflikte ist das Aneignungsverhalten von Menschen, die in engem Kontakt miteinander leben: Dieses Verhalten stiftet Rivalität, Neid und Eifersucht, ist ansteckend, wird von allen Mitgliedern der Gruppe mitgetragen und führt zu raschen Gewalteskalationen, in denen das ursprüngliche Objekt keine Rolle mehr spielt: sie werden lediglich durch das Imitieren des Anderen in Gang gehalten.
Für das Aneignungsverhalten und die nachfolgende Nachahmung des gewalttätigen Verhaltens wird von Girard der Begriff "Mimesis" verwendet, um damit den Abstand von der geläufigen Thematisierung des imitativen Verhaltens als Nachahmung äußerlicher Darstellungen, Gestik oder Mimik hervorzuheben.
Das Buch ist eine gedankliche Meisterleistung und wird noch lange Bestand haben. Allen Menschen, die sich auseinandersetzen wollen mit der Frage, wie die Gewalt in die Welt kommt, wie sie einzuschätzen und ggf. zu überwinden ist, kann dieses Buch nur empfohlen werden. Es ist eine Tour d'horizon durch die europäische Geistes- und Kulturgeschichte und zeigt, dass der mimetische Konflikt überwunden werden muss, soll die Menschheit eine Zukunft haben.
Durch die nun in dieser Neuauflage dokumentierte Gesprächsform wird der Leser ausdrücklich zum Mitdenken und zur eigenen Meinung herausgefordert. Man verlässt die Lektüre dieses gewaltigen Buches nicht ohne erhebliche intellektuelle Veränderungen.

Man muss dieses Buch nicht unbedingt kennen, um an dem 2002 bei Hanser erstmals veröffentlichten apologetischen Werk als Christ, als Theologe und als aufgeklärter Zeitgenosse seine wahre Freude zu haben. Die mimetische Theorie, mit der er das Christentum und seine Entwicklung seit den Evangelien und den Briefen des Paulus anschaut, wird noch einmal erklärt und dann folgen zwei Kapitel über die "Enträtselung der Mythen" und den "Triumph des Kreuzes", in denen er erläutert, wo er die radikale Leistung des Christentum verortet. In den Evangelien findet er eine radikale Grundform christlichen Glaubens, die wie er findet, weitergeführt werden muss. In der Figur des Satans findet er in diesem Buch die "Verkörperung des mimetischen Begehrens". Er ist kein mythologischer Rest, sondern unverzichtbar als Erklärung des Bösen und der Gewalt in der Welt.

Ein für alle kritischen Theologen wichtiges Werk, dem man sich in der Wissenschaft und in der Praxis eine viel größere Rezeption wünscht.
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