Vieles ist nicht neu, was man so liest über Satan. Luzifer als gefallener Engel, die Hölle, das jüngste Gericht, das Böse an sich - alles schon mal irgendwie gehört. Wäre da nicht der kosmische Aspekt - hier ist das Buch stark und man muss es einfach gelesen haben. Folgt man von Steegen, so ist der Satan das Sinnbild eines vorgeschichtlichen Impacts, der die Erde zur Hölle gemacht hat. Und folgt man den Argumenten des Autors in dieser kosmischen Deutung, dann wird der Satan zu einem globalen Schreckensbild, das Parallelen hat in den Mythen aller Erdteile. Dann gibt es keinen christlichen Teufel mehr, sondern eine überkonfessionelle Vision des Leibhaftigen, deren Ursprung ein apokalyptischer Meteoriten- oder Kometentreffer ist. Ich denke schon, dass von Steegens Deutung glaubhaft ist, kann mir jedoch schwer vorstellen, dass so etwas überhaupt beweisbar ist. Die geologischen oder astronomischen Argumente wiegen schwer, doch sind da wohl auch deutliche Lücken, die noch zu füllen wären. Auf alle Fälle ist das Buch intelligent und spannend, und es passt in eine Zeit, wo Filme wie 'Armageddon' oder 'Impact' millionenfach besucht werden.