Im Pressetext heißt es, Sascha Gutzeit sei ein "Improvisationstalent - im Leben und auf der Bühne". Dieser Tatsache, dass er mit Leib und Seele und vor allem Herz Musiker ist - und dies bedingungslos - bringt er in seinem Song "Ewig währt am längsten", einem Solo-Stück übers Durchhalten, Reisen und Musikersein, auf den Punkt: "Bin in der Fremde rumgedackelt, hab neu angefangen, manchmal nur abgehangen und mal im Sturm alles abgefackelt".
In der Fremde dackelt Gutzeit 2008 absolut nicht mehr rum. Er hat seinen Stil gefunden, seine Rock-Chansons sind unverwechselbar Gutzeit. Klar stolpert man hier und da über Vergleiche zu dem frühen Stoppok oder dem aktuellen Rainald Grebe (und diese Vergleiche treffen auch irgendwie), dennoch ist Sascha immer klar er selbst. Dass er aus Wuppertal stammt und über die Jahre (u.a. mit seinem Wuppertal-Musical) quasi ein musikalisches Maskottchen der Stadt wurde, zeichnet ihn zwar aus, tackert ihn aber nicht dort fest. Seine Songs handeln von Liebe, Leben und Langeweile, von Plattenfirmen und ganz normalen Leuten - egal wo! Ob in Erlangen, Bremen oder Leipzig - Gutzeits Sprache ist universell, ohne an Einzigartigkeit einzubüßen.
Das neue Album - mittlerweile das siebte! - markiert keinen Neuanfang, sondern ist ein klares Statement der Entwicklung. Das ist "Sascha Gutzeit", der Albumtitel kommt nicht von ungefähr. Eine herrliche Mischung aus Rock (aber, Achtung, kein Schlagzeug) wie im Opener "Komm einfach nochmal rein" oder dem alles-mal-von-der-Seele-singen-Song "Dass mir wieder was weh tut" über die traumhafte Ballade "Schleswiger Straße" (wo sind die Radiosender, in deren FORMAT sowas passt?) bis hin zu seinen "Comedy" angehauchten Nummern wie "Langweilig", der Milieustudie "Rauchende Mütter" bis zum krönenden Abschluss "Lied für die Menschen vonne Welt".
Kurzum: Ein facettenreiches Album eines Ausnahmekünstlers. Was Gutzeit hier vorlegt, hat verdient gehört zu werden.