Aus der Amazon.de-Redaktion
Dem ersten Kapitel ihrer rororo-Monografie über Jean-Paul Sartre, den vielleicht größten französischen Philosophen des vergangenen Jahrhunderts, hat Christa Hackenesch ein Foto vorangestellt, das mehr als jedes andere Dokument es vermöchte, die unfassbare Strahlkraft dieses Mannes dokumentiert: Der Leichenzug durch Paris, an dem am 19. April 1980 fünfzigtausend Menschen teilnahmen. "Der Abschied von Sartre gerät zu einem unvergleichlichen Ereignis", schreibt die Autorin, "bestürzend fast in seiner Mächtigkeit, unendlich beeindruckend in seiner Spontaeität."
Was war der Grund für diese für einen Philosophen außergewöhnliche Wirkung auf die breite Öffentlichkeit? Dieser Frage geht die Autorin nach, indem sie die Grundlinien der existenzialistischen Philosophie des Meisterdenkers in klaren Zügen nachzeichnet und ihre Wurzeln so weit es geht offen legt. Ein Band in der besten Tradition der rororo-Monografien mit einer ausgezeichneten Bibliographie. --Andreas Vierecke
Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.06.2001
Den Vorteil, nach Sartres Tod 1980 ihr Thema von hinten aufrollen zu können, nutzt diese neue Monografie nach Meinung des Rezensenten nur bedingt. Die Autorin, schreibt Joseph Hanimann, mag noch so zielstrebig (und methodisch durchaus korrekt) der philosophischen Urkraft des Denkers nachspüren, das Ergebnis erinnert mehr an "ordnungsgemäßes Abspeichern eines Denkprogramms als an ein lebendig gebliebenes intellektuelles Abenteuer." Woran liegt's? Hanimann sieht die Bedeutung Sartres weniger in der großen Denkbewegung zwischen den philosophischen Hauptwerken "als in den überbordenen Theorieimpulsen", die der unmittelbaren Lebenssituation entspringen. Diese jedoch kämen in der deutschen Rezeption bis heute zu kurz. Was das Buch angeht nun, so biete es, "bei etwas konventioneller Bebilderung", dem Leser immerhin eine "solide Grundlage", die "zum geistigen Hologramm", zum "Gesamtprofil" des "unermüdlichen Zeitzeichenlesers" zu ergänzen wäre.
© Perlentaucher Medien GmbH
Den Vorteil, nach Sartres Tod 1980 ihr Thema von hinten aufrollen zu können, nutzt diese neue Monografie nach Meinung des Rezensenten nur bedingt. Die Autorin, schreibt Joseph Hanimann, mag noch so zielstrebig (und methodisch durchaus korrekt) der philosophischen Urkraft des Denkers nachspüren, das Ergebnis erinnert mehr an "ordnungsgemäßes Abspeichern eines Denkprogramms als an ein lebendig gebliebenes intellektuelles Abenteuer." Woran liegt's? Hanimann sieht die Bedeutung Sartres weniger in der großen Denkbewegung zwischen den philosophischen Hauptwerken "als in den überbordenen Theorieimpulsen", die der unmittelbaren Lebenssituation entspringen. Diese jedoch kämen in der deutschen Rezeption bis heute zu kurz. Was das Buch angeht nun, so biete es, "bei etwas konventioneller Bebilderung", dem Leser immerhin eine "solide Grundlage", die "zum geistigen Hologramm", zum "Gesamtprofil" des "unermüdlichen Zeitzeichenlesers" zu ergänzen wäre.
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Kurzbeschreibung
Jean Paul Sartre war viele Personen in einer: radikaler Kritiker der metaphysischen Tradition, engagierter Intellektueller, Schriftsteller von hohem Rang, Solitär, Identifikationsfigur der Linken und nicht zuletzt Liebender. Seine Werke sind eng mit diesen Personen verknüpft; die Radikalität seiner Philosophie der Freiheit des Menschen wird aus ihnen erst verständlich.