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Sartre: Der Philosoph des 20. Jahrhunderts
 
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Sartre: Der Philosoph des 20. Jahrhunderts [Gebundene Ausgabe]

Bernard-Henri Lévy , Petra Willim
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 672 Seiten
  • Verlag: Hanser Belletristik; Auflage: 4 (16. September 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446201483
  • ISBN-13: 978-3446201484
  • Größe und/oder Gewicht: 22,8 x 14,9 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Bernard-Henri Lévy
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Am 19. April 1980 ereignete sich in Paris etwas heute Unvorstellbares: Ein Leichenzug von 50.000 Trauergästen geleitete einen Philosophen zu seiner letzten Ruhestatt. Freilich nicht irgendeinen: Für viele war Jean Paul Sartre, wie es im Untertitel zu Bernard-Henri Lévys grandioser Biografie ganz richtig heißt, der Philosoph des 20. Jahrhunderts. Und so begruben viele der Trauernden mit dem großen Philosophen wohl zugleich auch den großen Aufbruch der Philosophie, für den der französische Existenzialismus im Allgemeinen und Sartre im Besonderen stand wie sonst keiner.

Die Teilnehmer an dem Leichenzug, deren Trauer nicht nur dem Philosophen galt, sondern zugleich auch dem erwähnten Aufbruch der Philosophie selbst, sollten Recht behalten: In den gut 20 Jahren, die seit diesem unvergesslichen und bewegenden Apriltag vergangen sind, ist nämlich etwas geschehen, was damals unvorstellbar war: Sartre und der französische Existenzialismus sind zu Beginn des 21. Jahrhunderts beinahe vergessen -- zumindest außerhalb besonderer philosophischer Zirkel. Und schon gar nicht redet man von ihm mit dem Enthusiasmus, mit dem vor allem die Jugend damals der Philosophie, dieser Philosophie, man muss sagen: huldigte.

Bernard-Henri Lévy, selbst lange einer der brillantesten Kritiker Sartres, hat dem großen französischen Schriftsteller und Denker zu dessen 20. Todestag (die von Petra Willim nun glänzend in Deutsche übersetzte Originalausgabe erschien im Jahr 2000) eine Biografie geschenkt, wie sie einem solch großen Mann des Geistes gebührt. Und gerecht wird Sartre dieses Werk, weil es nicht nur bloße Biografie, sondern selbst ein Stück Philosophie ist: Philosophie vom Leben und vom Tod des Geistes, von Kritik und Gerechtigkeit. --Andreas Vierecke

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Zeit, 02.10.2002
Der Autor selbst ist wie sein Sujet eine Pariser Institution, einer der führenden Köpfe der "nouveaux philosophes", die sich Ende der siebziger Jahre vom Marxismus beziehungsweise vom revolutionär-utopischen Denken überhaupt lautstark verabschiedeten, wie Richard Herzinger einführend schreibt. Und damit auch vom geistigen Übervater Sartre. Umso erstaunlicher, dass Lévy nun, 25 Jahre später, über diesen Mann eine fesselnde Biografie vorlegt, ja ihm regelrecht "eine glühende Liebeserklärung" macht. Er liebt ihn, so Herzinger, für seine radikale Diesseitigkeit und das kompromisslose Eintreten für individuelle Freiheit, für seinen beweglichen Geist, und er liebt ihn ganz besonders für seine Lebenslust. Chronologische Übersichtlichkeit möge man von dieser Biografie nicht erwarten, warnt Herzinger, Lévy stürze sich gleichsam kopfüber in das Universum Sartre, seine philosophischen Werke, seine Romane, seine Tagebücher, seine politischen Verirrungen, er begreift ihn einfach als menschliches Laboratorium, behauptet Herzinger. Lévys Eifer und Begeisterung stecken an, meint der Rezensent, es koste allerdings manchmal Mühe, mit dem Tempo des Autors Schritt zu halten.

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2002
Sartre und alles, wofür er stand, waren mausetot, der Marxismus ebenso wie der Existenzialismus, die Utopie ebenso wie das Engagement des Intellektuellen. Eine Renaissance deutet sich an - und diese gewichtige, in Frankreich auf beträchtliche Resonanz gestoßene Biografie, geschrieben vom einstigen Gegner, dem "Nouveau philosophe" Bernard-Henri Lévy, ist Anlass ebenso wie Symptom dafür. Es ist Lévy durchaus um eine Rehabilitation zu tun: nicht des Stalinisten Sartre natürlich, sondern des "Denkers der Freiheit", seiner "intellektuellen Neugierde und Generosität". Vieles denkt Lévy - nach Darstellung des Rezensenten Jürgen Altwegg wenigstens - vom Ende Sartres her, von dessen Begegnung mit dem jüdischen Denker Benny Lévy (keine Verwandtschaft zum Autor). Diese "Bekehrung" zum Judentum freilich kommt dem Rezensenten zwar "allzu wundersam" vor, Einwände gegen die Deutung des Biografen scheint er dennoch nicht zu haben.

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 09.10.2002
Thomas Macho ist über diese Sartre-Biografie des französischen Philosophen Bernard-Henri Levy rundum begeistert. Geradezu "Unmögliches" habe der Autor mit dieser "meisterhaften", "großartigen" und "bedeutenden" Schrift vollbracht, schwärmt der Rezensent. Denn Sartres Hinterlassenschaft sei sowohl quantitativ als auch qualitativ so enorm, dass es der Rezensent wirklich für eine hohe Kunst hält, sich diesem Querdenker in einer Analyse zu nähern. Levy habe es vermieden, einer Hagiografie zu schreiben. Gerade Sartres Widersprüchlichkeit werde hier sowohl "vielgestaltig" als auch "individuell" im Kontext ideen- und literaturgeschichtlicher, sozialer und politischer Prozesse als auch persönlicher Zugänge herausgestellt. Gleich zweifach beschreibe der Autor Sartre als "Brennpunkt": als einen des 20. Jahrhunderts und als einen der "individueller Reflexionen". Dass die Lektüre dieses "hervorragend lesbaren" Buchs für alle, die sich mit den Denkern des letzten Jahrhunderts beschäftigen wollen, ein Muss ist, schreibt der Rezensent zwar nicht ausdrücklich, lässt aber mit seiner Lobeshymne keinen anderen Schluss erahnen.

© Perlentaucher Medien GmbH

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Lévy konfrontiert uns mit einem ganzen Kosmos französischer Philosophie und Literaturgeschichte. Bei den Streifzügen durch Sartres Leben und Werk ist der deutsche Leser erheblich gefordert.
Der lebendige Schreibstil nimmt uns aber mit auf die intellektuelle Reise ins intellektuelle Frankreich. Bei einem Buch über einen bedeutenden Philosophen zählt allerdings vor allem die Qualität der Argumentation. Und die stellt Lévy besondes in zwei Kapiteln unter Beweis: Erstens in den Anmerkkungen zur Heidegger-Frage. Hier werden einige unangenehme Wahrheiten über die Verstrickungen des Martin Heidegger im Nationalsozialismus aufgeführt. Und zweitens im mutigen Kapitel "Der Existenzialismus ist ein Antihumanismus".
Hier baut Lévy eine kritische Sichtweise auf, die auch für die heutigen soziologischen und politischen Diskussionen interessant ist.
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Liest man diese Biographie, kommt einem unweigerlich der Gedanke, daß die Zeiten, in denen Philosophen noch Teil der öffentlichen Meinung waren, leider vorbei sind.
Levy hat in diesem 700 - Seiten - Werk erfolgreich dargelegt, was den großen linken Denker in der Öffentlichkeit ausmachte. Dabei hält sich der Autor nicht an eine Reihenfolge der Abläufe, sondern schöpft ständig aus dem Leben Sartres, lädt ein, Facetten seines philosophischen Lebens zu betrachten. Dies mit einer Wortgewalt, die das Lesen zu einem Erlebnis macht.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Meister des Irrtums 21. Januar 2010
Von FrizzText HALL OF FAME REZENSENT
Format:Taschenbuch
In seiner eigenen Herkunfts-Familie empfand sich Sartre als Fremder, von klein an. Als er sich nach abgeschlossenem Studium um das Amt eines Studienrates bewarb, wurde er abgelehnt, "angeblich weil er versucht hatte, originelle Ideen zu äußern" (wikipedia). Frankreich war wohl nicht viel anders als das sich mit "Berufsverboten" schmückende Nachbarland Deutschland. Dass Sartre demonstrativ die in Stuttgart inhaftierten Köpfe der RAF besuchte, hätte ihn hierzulande sicherlich auch um den Beruf gebracht. "Die Gewalt lebt davon, dass sie von anständigen Leuten nicht für möglich gehalten wird..." sagte er andererseits einmal - und damit griff er hellseherisch (denn dafür benötigt man keine intakten Augen, nur einen klaren Verstand) - hellseherisch seiner Zeit voraus: Ich glaube, obwohl Sartre als Stalinist begann, er würde den heutigen Überraschungstaten der Islamisten keinen Beifall zollen. Seine Bemerkung "Man soll keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug..." lässt stark vermuten, dass der Denker, der stets geistigen Genuss dadurch erlebte, dass er von sich selbst Abstand nahm und seine Identität neu entwarf, dass dieser Denker dem Terrorismus der heutigen Tage ablehnend gegenüber stehen würde. Als Phänomenologe, der er war, im steten Hinsehen auf Husserl (und etwas peinlicher: Heidegger) dürfte er als Repräsentant mutiger geistiger Wandlungs-Fähigkeit zu sehen sein, der tapfer sich auf das (einst Adenauer-sche) Statement zurückzuziehen wüsste: Was interessiert mich das, was ich gestern gesagt habe. Das Eingeständnis des Irrtums ist auch eine große denkerische Leistung - und insofern ist wichtig, dass Sartre nicht noch mehr in Vergessenheit gerät, als es schon geschehen ist! Das Buch ist die beste Brücke in die Absicherung dessen, was wir derzeit über Sartre im Gedächtnis behalten wollen!
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