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Sarajevo Marlboro [Gebundene Ausgabe]

Miljenko Jergovic
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

11. März 2009
Miljenko Jergovi erzählt aus dem belagerten Sarajevo: Seine Helden sind die kleinen Leute, beschädigt und zerstört von den Schrecken des Krieges, der ihren Alltag und das Zusammenleben im Vielvölkerstaat völlig aus den Fugen hebt. Er erweist sich als Meister des Details: der Kaktus der Geliebten, der während des Bombardements im Keller vertrocknet; der Apfelbaums zwischen zwei Grundstücken, der in der schlimmsten Phase des Krieges die prächtigsten Äpfel trägt und zerstrittene Nachbarn in ihrer Not wieder zusammenbringt; der Tontopf für ein typisches bosnisches Gericht, der im Exil sehnlich vermisst wird - die einfachen Dinge des täglichen Lebens spiegeln die große Tragödie im Kleinen und lassen Schrecken und Verzweiflung unmittelbar spürbar werden: "In einer Welt, die so beschaffen ist wie diese, gibt es eine Grundregel, und die reduziert sich auf zwei stets reisefertige Koffer."

Mit einem Paukenschlag hat sich Miljenko Jergovi mit diesen Geschichten in die erste Liga der europäischen Erzähler geschrieben.


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Sarajevo Marlboro + Wie der Soldat das Grammofon repariert: Roman
Preis für beide: EUR 28,89

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
  • Verlag: Schöffling; Auflage: 1 (11. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3895613924
  • ISBN-13: 978-3895613920
  • Originaltitel: Sarajevski Marlboro
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 333.725 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Jergovi s erstes Buch ist nun noch einmal neu übersetzt worden, eine Ehre, die den wenigsten Debüts widerfährt, zumal zu Lebzeiten des Autors. Die wunderbare Übersetzung von Brigitte Döbert verleiht dem scheinbar alltäglichen Ton Stimmigkeit und Eleganz. Sie erlaubt die Neuentdeckung des Debüts.« (Jörg Plath, Deutschlandradio)

»Dies ist ein wirklich gutes Buch. In den Kurzgeschichten Jergovi s wurden die Kämpfe nicht fortgesetzt, wurde nicht abgerechnet und gerichtet, sondern sie zeigten das Ringen einzelner Menschen mit sich selbst und mit der plötzlich feindlichen Welt. Jergovi hatte bis dahin Gedichte geschrieben, und das erklärt seinen sicheren Griff zum passenden Wort. Jergovi s Figuren halten am Leben fest. Mit der Darstellung ihrer Nöte und zerbrechlichen Würde verteidigt der Autor bei aller philosophischen und politischen Skepsis das Humane gegen den Krieg. Dazu dient ihm eine knappe Sprache von schlichter und rauer Schönheit, die auch große Worte nicht scheut.« (Sandra Kerschbaumer, Frankfurter Allgemeine Zeitung)

»Miljenko Jergovi ist ein Gedächtniskünstler im eigentlichen Sinne. Wie sein erzählender Totengräber hält er die Erinnerung an unzählige Leben und an den Krieg in Jugoslawien wach. Indem er Geschichten erzählt, atmosphärisch, ohne sich je im Detail zu verlieren, ironisch, doch niemals ohne Taktgefühl. Indem er sich in die Erlebnisse seiner Figuren und in ihre Verhaltensweisen hineinfrisst. Und indem er über das Geschichtenerzählen selbst nachdenkt. Am Ende lässt der erzählende Totengräber offen, ob man über die Lebenden und die Toten überhaupt etwas sagen kann. Aber man muss es versuchen, so viel ist gewiss, denn Die Welt verschwindet mit den nicht ausgesprochenen Worten. Es ist dieses trotzige Dennoch, das den Reiz von Jergovi s Erzählungen ausmacht.« (Nico Bleutge, Der Tagesspiegel)

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Miljenko Jergovi , geboren 1966 in Sarajevo, lebt in Zagreb. Er arbeitet als Schriftsteller und politischer Kolumnist und ist einer der großen europäischen Gegenwartsautoren. Seine Texte sind in zahlreiche Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet worden.

Brigitte Döbert, geboren 1959, lebt in Köln. Sie übersetzt Sachbücher aus dem Englischen und Belletristik aus dem Bosnischen, Kroatischen und Serbischen, u. a. von Jeremy Rifkin, Bora osi und Rujana Jeger.


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5.0 von 5 Sternen Ausnahmetalent 14. Juli 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Miljenko Jergovic wurde 1966 in Sarajevo geboren. Er gehört zu den grossen und international bekannten Autoren aus dem serbokroatischen Sprachraum. Sein bisher nicht sehr umfangreiches Werk ist dafür überaus vielseitig. Der Erzählband "Sarajevo Marlboro" erschien schon 1994 und wurde nun für die Ausgabe bei Schöffling neu übersetzt, eine Ehre, die nur wenigen Autoren zuteil wird. Es wird gesagt, dass seine Geschichten vom Krieg handeln, aber das ist nur teilweise richtig, denn im Kern ist der Krieg immer nur der Auslöser, um dem Charakter des Menschen und den Beziehungen untereinander auf die Spur zu kommen, so etwa in "Kaktus", der sich als stacheliges Band einer Beziehung erweist oder in "Diebstahl", wo ein Apfelbaum zu Zank und viel später zur Versöhnung Anlass gibt. Keine Verwandtschaft mit Heinrich Böll oder Franz Fühmann also. Die dreissig Stories sind kurz und erinnern an einen anderen grossen Erzähler aus Jugoslawien, an Aleksandar Tisma, der 2003 starb und im Grossen und Ganzen der Erzähler mit dem längeren Atem und einem konsequenten Pessimismus war. Im Unterschied zu Tisma wirkt Jergovic schon beinahe fröhlich, weil er oft am Ende seiner Erzählungen mit einer philosophischen, ja bisweilen pathetischen Klammer versöhnlich wirken will. Auch fällt einem bei der Lektüre die scheinbar absurde Welt von Raymond Carver ein; Jergovic benutzt gerne Dialoge und kann wie Carver menschliche Situationen und Beziehungen, ja ganze Leben, blitzschnell sezieren, als ob man mit einem Messer durch die Butter schneidet. Wer auf kurze Erzählungen steht, dem sei das Buch wärmstens empfohlen. Ob die dem Autor im Nachwort prophezeite nobelpreisreife Meisterschaft schon bald Früchte trägt, wird sich zeigen; meiner Einschätzung nach ist es ein wenig hoch gegriffen.
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frieden und Krieg 4. Januar 2010
Von Hyrax
Format:Gebundene Ausgabe
Miljenko Jegovic macht es dem Leser nicht einfach. Der 1966 in Sarajevo geborene Autor präsentiert in seinem frühesten auf Deutsch erschienen Werk 30 Geschichten, die nicht leicht in ein politisches Raster der Gewohnheit fallen wollen. Zwar haben sie alle etwas gemeinsam. Sie spielen samt und sonders um die Zeit der Belagerung Sarajevos im Kontext der Stadt. Ihre Protagonisten sind keine Helden, sondern Menschen aus Herz und Rand der Bevölkerung. Damit enden aber auch die augenfälligsten Gemeinsamkeiten.
Ansonsten ist das Spektrum der Geschichten und ihrer Helden so bunt zusammengemischt wie die bosnische Einwohnerschaft der Vorkriegszeit. Auch die emotionale Bandbreite ist beeindruckend. Manches ist komisch (wie der Kondor von Treskavica), manches lakonisch (wie die Sache mit den Marlboro aus Sarajevo), manches melancholisch (wie die Geschichte Zlaja und Elena). Auch das soziale und ethnische Milieu wechselt, ohne dabei allzu sehr in Klischees zu verfallen. Ja, man kann durchaus einiges über den Vielvölkerstaat lernen. Aber das ist nicht die eigentliche Botschaft des Autors.
Deutlich tritt die Stimme seine schließlich zu Tage. Sein Thema ist die tiefe Tragik des unwiderruflichen Zerfalls. Es gibt wenige "Menschen, die über diesen Krieg schreiben, ohne sich selbst beweihräuchern oder mit toten oder lebenden Menschen abrechnen zu wollen[...]. Ohne konkrete Absicht für sich oder andere versuchen sie verzweifelt, das geborstene Bild der Welt zu kitten." Das macht die Dramatik und die Stärke der inmitten der Kriegswirren geschriebenen Kurzgeschichten aus. Vielleicht offenbart die literarische Qualität tatsächlich bisweilen Schwächen.
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