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Sarahs Töchter
 
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Sarahs Töchter [Gebundene Ausgabe]

Elana Dykewomon , Andrea Krug
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Gutke war einst die Hebamme der jungen Chawa, und entsprechend berühren sich ihre Schicksale über Jahre und Kontinente hinweg immer wieder, von den Pogromen des zaristischen Russlands bis hin zu den Streiks der Fabrikarbeiterinnen auf der New Yorker East Side. An die Stelle der Hetzjagden ist nun bittere Armut getreten. Gäbe es keine explizite oder stillschweigende Frauensolidarität -- wie zwischen Chawa und Gutke und vielen anderen --, wäre das Leben zum Verzweifeln. Aber Chawa lässt sich nicht unterkriegen.

Auf den ersten Blick mag man vor diesem Buch vielleicht ein wenig zurückweichen, weil "Dykewomon" doch wie eine Reminiszenz an die separatistischen 70er Jahre klingt und man befürchtet, dass mit ihr auch Ethno-Kitsch einhergehen könnte. Indes ist es frei von jeglicher Überdrehtheit und Sentimentalität. Ein prägnantes Glossar gewährt das schnelle Klären der jiddischen bzw. hebräischen Begriffe.

Elana Dykewomon erweist sich als ausgezeichnete Erzählerin, die ihre Leserschaft über 521 Seiten ohne einen einzigen Hänger zu fesseln weiß. Dabei mischt sie die historisch-politische Recherche virtuos mit Fiktion, mit warmer menschlicher Couleur. Eine sinnliche Liebesgeschichte gibt es auch, bei der allerdings das Bettgeschehen einmal nicht im Vordergrund steht. Mit Sarahs Töchter erwerben Sie einen schönen Roman, der Sie für zahllose Abendstunden in Atem halten wird. --Stephanie Sellier

Kurzbeschreibung

Nach einem Pogrom im zaristischen Rußland emigiriert die junge jüdische Arbeiterin Chava nach New York. Dort begegnet sie Gutke, einer Hebamme aus ihrem Heimatort. Gutke lebt mit der erfolgreichen Bankerin Dovida zusammen, die als Mann durchs Leben geht. Chava selbst verliebt sich in ihre Cousine Rose, und die beiden Frauen werden ein Paar. Doch auch in der Neuen Welt sehen sich die EinwanderInnen mit einem harten Überlebenskampf konfrontiert.

Auszug aus Sarahs Töchter von Elana Dykewomon. Copyright © 1999. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Rose schlang ihr Handtuch fester um sich und griff nach meiner Hand. Jede Berührung hatte eine zusätzliche Bedeutung. Im Badehaus schrubbten sich die Frauen gegenseitig den Rücken, gaben ihren Freundinnen einen Klaps auf den Hintern, kniffen sie in die Wangen und in jede Speckrolle, die sie zwischen die Finger bekamen; sie gaben ihre Kommentare ab und taten ihre Bewunderung kund. Die Frauen stöhnten und seufzten, während sie ihre Korsetts auszogen; ihre Finger verfolgten die Einschnitte, die die strammen Schnüre hinterlassen hatten, und sie klagten darüber, was sie den Männern zuliebe nicht alles durchmachten.
"Von wegen Männer", sagte eine von ihnen. "Du willst doch für die Frauen auf der Arbeit flott aussehen. Du hast doch gar keinen Freund."
"Aber ich bin auf der Suche."
"Immer auf der Suche sein", meinte eine andere Stimme, "ist besser als Kochen und Kinderkriegen."
"Hört, hört - Miss Tanzt-mit-jedem-Fremden."
"Na und? Ich amüsiere mich eben gern."

Die Frauen lachten. Ja, sich amüsieren, seufzten die Jüngeren. Amerika war ein Ballon, der mit den Seufzern der Einwanderinnen gefüllt war. Hier stand uns die Welt offen; wir konnten uns ohne Anstandsdame bewegen, unser eigenes Geld verdienen und uns einen Stehplatz im jiddischen Theater leisten, selbst wenn wir uns manchmal vor Müdigkeit kaum auf den Beinen zu halten vermochten. Wir konnten mit Sozialisten über Politik diskutieren, mit Dichtern über Literatur und mit allen, die bereit waren, zuzuhören, über die Frage, ob Gott wirklich tot war. Wenn wir nicht vorher einschliefen. Wenn wir eine Stunde Zeit fanden. Wenn der Tag nur mehr Stunden gehabt hätte.
Ich schloss die Augen und lauschte. Der Dampf kroch unter meine Lider und zeigte mir ein verschwommenes Bild von Frauen im Wasser, ihre Köpfe auf den Bäuchen anderer Frauen, die Arme ineinandergeschlungen, ihre Brüste, die sich am Fleisch der anderen rieben. Konnte es tatsächlich sein, dass nur Rose und ich derartige Gefühle füreinander hegten?

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