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Die junge Susan (Sally Hawkins, Happy-Go-Lucky) und der durchtriebene Richard Gentleman Rivers (Rupert Evans, Hellboy) hecken einen hinterhältigen Plan aus: Susan soll - für eine Belohnung - helfen, die hübsche Maud (Elaine Cassidy, Felicia, mein Engel) für Rivers zu begeistern, damit dieser Maud heiraten und um ihr Erbe bringen kann. Der Plan geht vorerst auch auf, Maud wird sogar aus dem Haus ihres griesgrämigen Onkels befreit, doch dann erfahren die beiden Frauen, dass sie bei der Geburt vertauscht wurden. Welche Rolle spielt die geheimnisvolle Mrs. Sucksby (Imelda Staunton, Vera Drake) in diesem intriganten Spiel?
Die britische Schriftstellerin Sarah Waters wird 1966 in der englischen Grafschaft Wales geboren. Sie wächst, wie sie in ihrer Autobiografie später selbst schreiben wird, als Tochter eines Ingenieurs und einer Hausfrau sehr behütet und umsorgt auf. Sarah Waters studiert Englische Literatur an der Universität von Kent und schließt das Studium mit einem Bachelor of Arts ab. Sie will jedoch mehr erreichen und macht einen Master of Arts in Lanchester sowie einen PhD (ein britischer Doktorgrad) an der Universität von London. Ihre Dissertation schreibt die Britin über die homosexuelle Literatur ab dem frühen 19. Jahrhundert. Ihr Studium, während dem sie sich ausführlich auch mit alter pornografischer Literatur beschäftigt, liefert ihr genug Stoff für ihre späteren Romane. Im Alter von 32 Jahren veröffentlicht Waters ihren ersten Roman Tipping the Velvet (dt: Die Muschelöffnerin), der sich, wie alle ihre späteren Romane ebenfalls, mit lesbischen Themen beschäftigt. Tipping the Velvet katapultiert die junge, britische Autorin an die Spitze der Beliebtheitsskala – bei Leserschaft und Kritik gleichermaßen. Das Buch ist mittlerweile in 24 Sprachen weltweit übersetzt. Der Stoff wird zudem vier Jahre später von der britischen BBC meisterhaft verfilmt und ist heute ein Klassiker des lesbischen Films. Inzwischen hat die gelehrte Schriftstellerin drei weitere Romane veröffentlicht, für die sie mit mehr als 20 Auszeichnungen überhäuft wurde. Ganz ohne Zweifel lässt sich sagen, dass die 2003 als eine der zwanzig besten jungen Autoren Großbritanniens bezeichnete Sarah Waters, eine herausragende Schriftstellerin und eine exzellente Botschafterin der gleichgeschlechtlichen Liebe ist.
Mit einer brillanten Besetzung und einer unnachahmlichen Fähigkeit, Erotik auf höchstem Niveau zu zeigen, wird mit dieser Verfilmung eines Romans von Sarah Waters (Tipping the Velvet) ein wahres Meisterwerk präsentiert. Nominiert für einen BAFTA- und zwei IFTA Awards.
Die Ausstattung der DVD ist ok. Es gibt ein Making Of und ein bißchen was zum Lesen. Kleinere Mankos sind zum einen, dass es keine englische Untertitel gibt (deutscher Ton natürlich sowieso nicht, aber das weiß man ja) und auch, dass im Menü eigentlich nicht so richtig ersichtlich wird, dass es sich um einen Zweiteiler handelt. Freunde von mir jedenfalls haben den Film schlecht bewertet, weil sie nur den ersten Teil gesehen haben (der einen luftjapsend zurücklässt).
Ich würde dafür einen halben Stern abziehen, aber da es nicht geht, und ein ganzer Stern zuviel wäre, bleibt es bei den fünf Sternen. Wenngleich ich "Tipping the Velvet" vielleicht noch einen Tick besser finde. Aber die Verfilmung schafft es perfekte die Überlängen des Buches herauszufiltern und weg zu lassen, ohne die Story zu verschlimmern, zu verschlimmbessern oder zu zerhacken. BBC gelingt damit die zweite sehr, sehr gute Verfilmung eines Sarah Waters Romans. Und allein das verdient schon einen extra Stern.
Bitte mehr davon, denn so wahnsinnig viele gute, positive, erotische Frauenliebesgeschichten gibt es nun wahrlich nicht, wenngleich die beiden BBC-Verfilmungen eigentlich zu den Klassikern gehören werden in den Filmregalen der Lesbenwelt. Jedenfalls wenn sie englisch sprechen.
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