Schon in jungen Jahren, beeinflusst von Goetterverehrung und Tempelkult der Aphrodite, festigt Saphho ihren Schoengeist unter Anleitung ihrer Lehrerin Abanthis. Von der Muse Erato geleitet, widerlegte sie die Behauptung, Dichtung sei keine Taetigkeit fuer Frauen. Es bleibt nicht ihre einzige Revolution. Denn sie eroeffnet eine Schule und aendert die Maedchenerziehung in der Antike vollkommen. Lesen, Schreiben, Rechnen, Geschichte, aber vor allem die Vorbereitung auf das Erwachsenendasein mit dem Ereignis der Hochzeitsnacht stehen auf dem Stundenplan. Damit aendert sie das Frauenbild ihrer Zeit, ohne es durch Herabwuerdigung des anderen Geschlechtes zu erhoehen. Sie erzieht ihre Schuelerinnen zu selbststaendigen Frauen, die ihre ehelichen Pflichten gut vorbereitet erfuellen koennen.
Es wird nicht das Bild einer maennerverachtenden Emanze gezeichnet, sondern das einer Frau und Dichterin mit Herz und Geduld. Von ihr wird man zu allen Zeiten sagen koennen:" Dein Name wird auch in tausend Jahren nicht vergessen sein, man wird dich die zehnte Muse nennen".