In Form einer Autobiographie wird die historische und literarische Umgebung einschließlich der Originalfragmente von Sappho behandelt. Das Geschichtliche bildet aber nur den Rahmen für eine zeitlose Odyssee, in der man der gesamten griechischen Mythologie begegnet, aber nicht einfach wie in einer Führung, sondern als kritische Interpretation und Anwendung der Mythen auf die "Gegenwart", im Sinne des deutschen Theatermachers Peter Stein, außerdem eine kritische Auseinandersetzung mit dem Feminismus, differenzierend und in die Tiefe gehend, zugleich aporetisch, d. h. ohne vorschnelle Lösungen. Obwohl das Buch etwas langatmig und mit Gemeinplätzen beginnt, wird es im weiteren Verlauf immer interessanter und spannender. Auf jeder Seite spürt man die persönliche Betroffenheit der Autorin von den in diesem Roman angeschnittenen Fragen, aber auch Faszination von der größten Dichterin, die Europa jemals hervorgebracht hat.