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Produktinformation
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Trefzer führt eine feine Feder und weiß genussreich zu erzählen. Das ist viel für einen gastronomischen Autor, der sich die Mühe nimmt, eine italienische Region nicht nur im Stile der Reiseschriftstellerei zu beschreiben, sondern den Leser auch noch mit Rezepten zu beglücken, auf die man freilich ein Auge hätte werfen dürfen: So meint es Trefzer tatsächlich gut mit den Lesern, wenn er für vier bis sechs Personen Risotto gleich 400 Gramm Reis im Rezept aufführt -- und wer schon einmal Risotto in allen denkbaren Variationen gekocht hat, wird nach dieser Menge Reis keinen Bissen mehr verschlingen können. Da hat er sich noch an den Landarbeiterportionen des frühen 20. Jahrhunderts orientiert, und nicht an uns Bleichgesichtern, vor flimmernden Bildschirmen mit gekrümmten Rücken sitzend.
Nun, sein Buch ist aufgebaut wie ein traditionelles piemontesisches Essen -- allerdings über mehrere Gänge verteilt und ziemlich sättigend: Man spürt des Autors Liebe zur piemontesischen Küche auf jeder Zeile, und das ist schon mal viel Wert: Hier hat einer mit Lust und kenntnisreich über eine Region Italiens geschrieben und dabei viel Herzblut unter die Tinte gemischt, so dass man zuviel davon nicht auf einmal lesen kann -- weil einem schon nach zehn Zeilen der Mund wässerig wird. Wer vom Zauber der piemontesischen Küche nicht lassen kann und zu Ende lesen muss, dem helfen die Adressen im Anhang weiter. Und für einen Besuch des Piemonts gibt es wohl keine schönere Zeit als den Monat November, wenn der Nebel um die Hügel schleicht und man es sich abends in einer Kneipe womöglich mit Kaminofen gemütlich machen kann. Zum irdischen Glück fehlen dann nur weiße Trüffel, die über den Risotto gehobelt werden und wie Schneeflocken im dampfenden Teller zu schmelzen beginnen. --Carlo Bernasconi -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Rudolf Trefzers Büchlein nähert sich kenntnisreich und mit viel Liebe zum Detail dem Gegenstand. Sympathisch und ganz offen subjektiv werden Trefzers Lieblingsrestaurants vorgestellt und traditionelle Rezepte zum Nachkochen emfohlen. Der kleinformatige Band kommt ohne überladene Fotografie aus und läßt einem gleichwohl kapitelweise das Wasser im Mund zusammenströmen. Mikroportionierte Spielereien hochgestochener Konzeptkochkunst haben hier keinen Platz, hingegen eine feine Auslese authentischer Speisen der oft aus der Armut geborenen traditionellen Küche der Piemonter Landbevölkerung.
Die wenigen schwarz-weißen Fotografien zeigen überhaupt keine Speisen, sondern die vorgestellten Küchenkünstlerinnen (ja, hier kocht La Mamma traditionell meist selbst), Weintrauben, Märkte oder Reisfelder. Den sinnlichen Genuß vermittelt der immer emotionale Text.
Die hier behandelte Regionalküche stellt eine besonders klare Ausdrucksform dessen dar, was Liebhaber an der italienischen Kochkunst schätzen: ein differenzierter Variantenreichtum vergleichsweise einfach aufgebauter Gerichte, die vom lebendigen Ausdruck ihrer wenigen Zutaten leben können. Der göttliche "Salat aus rohen Steinpilzen" lebt natürlich von der ausgemachten Frische und Qualität der piemonteser Porcini und dem unvermeidlichen Olivenöl. Das vorgestellte Vitello Tonnato "alla maniera rustica antica" hebt sich wohltuend vom im Mayonnaisepamps ertränkten Kalbfleisch ab, das man zu oft in Deutschland serviert bekommt - wenn man es überhaupt serviert bekommt.
Das im einschlägig vorbelasteten AT-Verlag Aarau erschienene Hardcover-Bändchen sei jedem ans Herz gelegt, der vielleicht im Urlaub Geschmack gefunden hat an "Spaghetti mit Butter und Salbei", der weiß, dass "Zabaglione" piemontesischen Ursprungs (lecker: mit Moscato) ist oder jedem, der einfach gern gut ißt. Es macht seinem Untertitel alle Ehre und ist aufgebaut wie ein traditionelles piemontesisches Festmahl, also von "L'aperitivo" bis "Grappa". Ebensowenig wie der speisentechnisch etwas verhärmte Bewohner der Gebiete nördlich der Alpen aber ein solches Essen in allen Gängen auch nur ansatzweise durchexerzieren könnte (die "Gnocchi mit Gorgonzolasauce" stellen allein schon ein unüberwindbares Hindernis dar), kann man die vorliegende Reise in einem Stück durchlesen, ohne zwischendurch die Küche zu besuchen.
Ein gegliedertes Literaturverzeichnis sowie die Kontakt- und Anfahrtsdaten der vorgestellten Lieblingsrestaurants vervollständigen dieses schöne Buch. Ein echter Geheimtip, geschrieben mit viel Liebe für Land und Leute!
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