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Sapere aude!: Warum wir eine neue Aufklärung brauchen
 
 

Sapere aude!: Warum wir eine neue Aufklärung brauchen [Kindle Edition]

Heiner Geißler
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (32 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Eine schonungslose Diagnose der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lage.", Pforzheimer Zeitung, Stefan Dworschak, 20.06.2012

Kurzbeschreibung

Der Faden ist gerissen: Politik und Bürger driften auseinander. Immer mehr Menschen wollen ihr Schicksal ohne die politischen Parteien selber in die Hand nehmen. Sie gehen nicht mehr zur Wahl, sondern auf die Straße. Diese Krise der Demokratie braucht eine Antwort. Flughafen Berlin, Stuttgart 21, Atomkraft, Schulreform: In Deutschland findet ein Bürgeraufstand statt. Heiner Geißler, der Schlichter von S 21, nennt die Hintergründe für den zivilgesellschaftlichen Widerstand gegen die offizielle Politik: Die Trennung von Geist und Macht, die Herrschaft der Märkte über die des Volkes, die Ökonomisierung der Gesellschaft, die fehlende Transparenz der bürokratischen Genehmigungsverfahren begründen die Krise der Demokratie ebenso wie die Defizite des Parlamentarismus in einer Mediendemokratie mit Internet und Facebook. Vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen mit S 21 entwirft Geißler neue Formen einer Bürgerbeteiligungsdemokratie und offenen Diskursrepublik, die das verloren gegangene Vertrauen zurückgewinnen und der Demokratie neue Perspektiven geben können.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
66 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Happyx TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Heiner Geißler führt ein in sattsam bekannte Probleme bzw. die Schandtaten des Kapitalismus, er stellt fest, dass die Finanzmafia die kriminellen Praktiken der letzten Jahrzehnte unverändert weiterführt. Geld, Geiz, Gier, das sind, zitiert nach Hilmar Kopper (der Peanuts Banker) die drei großen Konstanten, die uns abgrundtief schädigen. Noch nie habe solch deutliche Worte eines CDU-Mitgliedes gelesen. "Der Kapitalismus ist das Ergebnis eines folgenschweren Denkfehlers und ethischen Verfalls." Politiker heute können nichts mehr tatsächlich lenken, sie sind Getriebene von Kapitalmärkten, für die Sorgen der Menschen bleibt wenig Verständnis, von Empathie ganz zu schweigen.

Die vier Formen des neuen Absolutismus (der ökonomische, islamische, klerikale und politische) scheuen Transparenz und Öffentlichkeit, sie "lieben die Hinterzimmer und Dunkelräume von Moscheen, die schalldicht abgeschotteten Vorstandsetagen, die geistigen Verliese und Kapellen des Vatikans, die nichtöffentlichen Sitzungen der Regierungen und die dünnen Informationen all ihrer Pressesprecher." Heiner Geißler redet Klartext, wie ich ihn von einem Mann seiner Partei noch nie gehört habe: "In tiefer Unmündigkeit lassen sich die Menschen auf allen Kontinenten mit einem Ring in der Nase durch die Manege führen." Er nimmt ein Wort in dem Mund bzw. den Text, den man eigentlich nur von einem anderen Deutschen aus Trier gewohnt war: "Die Dompteure stammen wie eh und je aus einer bestimmten Klasse." Diese eng-vernetzten Mächtigen aus Industrie und Hochfinanz beherrschen und beeinflussen Medien, sie manipulieren.

Was mich an diesem Buch besonders beeindruckt: es ist klar und verständlich geschrieben, Geißler benennt die Probleme unmissverständlich. "Heute sind alle Wirtschaftsteile der Zeitungen, Wirtschaftsmagazine des Fernsehens und Wirtschaftswissenschaftler Komplizen der Dompteure geworden: Warum hat keiner die Finanzkrise vorausgesehen?" Natürlich gibt es Ausnahmen wie Prof. Otte, den Geißler auch benennt. In der Folge analysiert er in 4 Kapiteln den ökonomischen, den islamischen, den politischen und den klerikalen Absolutismus. Jede Formulierung entspricht meinem Verständnis und selten habe ich erhellendere Sätze gelesen als in diesen Abschnitten. "Parallel zur Verbreitung rechtsradikalen Gedankengutes, ..., bildet sich in unserer Gesellschaft eine seelische Hornhaut, die die Menschen unempfindlich macht für die Not der Mitmenschen."

Wir lesen auf Seite 110 den Höhepunkt der Ausführungen Geißlers: "Die betroffenen Bürger und Bürgerinnen werden entmündigt von Politikern, die selber durch die Finanzindustrie entmündigt worden sind." Menschen, die durch ungezügtelten Raubtierkapitalismus zu Opfern wurden, werden als Kostenstellen betrachtet, sie erhalten kein Mitleid mehr, egal wie lange sie vorher in die Sozialkassen eingezahlt haben.

In einem weiteren Abschnitt beschreibt Heiner Geißler den aktuellen Bürgerprotest (ich empfehle jedem seine Interpretation von Stuttgart 21 bzw. der Schlichtung), der mit totaler Transparenz und Beteiligung neue Formen der Demokratie schafft und weiter entwickeln muss. Dabei appeliert er auch an deutsche Denker und Dichter, die sich in der Vergangenheit immer in die Protestbewegungen eingemischt, Anstöße gegeben haben. "Wo bleiben die Stimmen unserer zeitgenössischen Denker?" Wie wahr! Außer Konstantin Wecker ist mir niemand bekannt, der sich z.B. bei S21 zu Wort gemeldet hätte. Deutsche Geistesgrößen zeichnen sich hier durch ein komplettes Versagen aus.

Allein dieser Satz wäre das Buch wert: "Heute wird die Welt bestimmt durch Betriebs- und Volkswirte, die ihre Wissenschaft irrtümlich als eine exakte wie Mathematik und Physik betrachten, und deren Horizont von Angebot und Nachfrage begrenzt wird." Nach Geißler gibt es heute keine ethisch-moralische Gegenmacht zu diesen Gläubigen der unsichtbaren Hand des Marktes, aber er benennt auch die Ausnahme: Hans Küng und sein Projekt Weltethos

Heiner Geißler hat völlig Recht: "Noch nie in der Weltgeschichte stand die Menschheit vor einer radikaleren Alternative: Entweder wir ändern uns und unsere Zivilisation oder wir sterben... Der Kapitalismus ist eine Vernichtungsmaschine... Nicht die Vermehrung der Habe, sondern die Verringerung der Wünsche ist die rettende Idee (Eptiket)." Sogar die Sünde wider den Heiligen Geist der Freien Marktradikalen begeht er und beruft sich auf Karl Marx und Engels, die die Ware Arbeitnehmer skizzierten wie jeden anderen Warenartikel, brutal allen Schwankungen des Marktes ausgeliefert: (Geißler, S37)"164 Jahre später warten in Deutschland Zehntausende von Arbeitern auf den nächsten Schlag der Finanzindustrie, der Ratingagenturen und der Rohstoffspekulanten, der sie in die Arbeitslosigkeit und anschließend mit Hilfe der Politik auf die untereste Sprosse der sozialen Stufenleiter befördert."

Diese glasklaren, klirrenden Gedanken von einem CDU-Mitgleid zu lesen, ist Versöhnung pur, es gibt noch Gerechte und Aufständische des Menschlichen quer über alle Klassen. Die neue Publikation würde ich als Pflichtlektüre für alle CDU Mitglieder und weit darüber hinaus empfehlen, ich möchte Heiner Geißler danken für diese großen, menschlichen Wurf und kann nur hoffen, dass der Prediger und baldige Bundespräsident solche Menschen als Berater und Redenschreiber einstellt. Ich jedenfalls werde dieses Buch an eine Reihe von Menschen verschenken bzw. intensiv darüber diskutieren.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Wage zu denken" war der Leitspruch des deutschen Philosophen Immanuel Kant, mit dem er 1784 für die Aufklärung warb. Aufbrechen sollten die Menschen aus ihrer Unmündigkeit und Hörigkeit gegenüber den Obrigkeiten des Absolutismus.

Heute, so Heiner Geißler in seinem neuen Buch, leiden die Menschen unter einem neuen Absolutismus, dem der Ökonomie und dem religiösen Fundamentalismus des Islam und der katholischen Kirche. Und sie verhalten sich ähnlich unmündig diesen Tendenzen gegenüber. Doch nicht mehr alle Bürger lassen sich diese alles überwuchernden Herrschaft des Kapitalismus gefallen, der fortschreitend die Natur und den Menschen ausbeutet und mit seiner Gesundheit und seinen Lebensgrundlagen und vor allen Dingen denen seiner Nachkommen Raubbau betreibt.
Langsam erkennen immer mehr Menschen, dass der Kapitalismus eine Vernichtungsmaschine ist, die vor nichts halt macht. Heiner Geißler mahnt ihn diesem Buch nicht nur an, dass die Menschen wieder wagen selbst zu denken und zu urteilen, sondern er verlangt als überzeugter Christ von den Weltreligionen nichts weniger, als dass sie ihren rückwärtsgewandten Fundamentalismus überwinden und die Aufklärung und die aufklärerischen Elemente ihrer Traditionen wieder neu entdecken. Sicher wird Geißler in seinem im nächsten Frühjahr erscheinenden Buch "Immer dieser Jesus: Steht die Kirche vor einer Revolution?" dazu mehr schreiben.
Hier im vorliegenden Buch geht es um die teilweise noch zarten Pflänzchen eines neu erwachten zivilen Widerstands der Bürger. Ob es die arabischen Revolutionen sind, Occupy oder die vielfältigen Bürgeraufstände in Deutschland und anderen Ländern Europas, überall sieht Geißler Zeichen der Hoffnung auf demokratische Veränderungen. Er beschreibt engagiert und mit viel Herzblut, wie dieses Bürgerengagement aufgenommen und ungewandelt werden kann in konkrete demokratische Veränderungen und zeigt Wege zu einer fortschrittlichen und dabei human bleibenden Zivilgesellschaft auf.
Es sind in unserem Land zur Zeit die engagierten Alten, die sich mit ihrer Lebenserfahrung in den Protest der Jungen einbringen. Bei aller Unterschiedlichkeit der Argumente, Menschen wie Heiner Geißler, Helmut Schmidt und Norbert Blüm, können aus ihrer Erfahrung und Prägung wichtige Beiträge leisten. So hat etwa Norbert Blüm in seinem Buch "Ehrliche Arbeit" auf seine Weise den Finanzkapitalismus kritisiert.

Wie Heiner Geißler auch ist Norbert Blüm geprägt durch die christliche Soziallehre, hat allen "liberalen" Moden widerstanden und spricht als überzeugter Christ und Sozialpolitiker alter Schule. Man muss nicht mit allem übereinstimmen, was die beiden sagen, aber wenn es keine klare, von einer christlichen Position her formulierte Sozialethik auch für die Arbeitswelt mehr gibt, dann hat der Finanzkapitalismus endgültig gesiegt. Auf Kosten der Menschen und ihrer Würde, auf Kosten der Natur und ihrer Zukunft, auf Kosten des Lebens schlechthin.
Auch Geißlers Buch ist ein flammender Aufruf, unter Nutzung des eigenen Verstandes dem zu widerstehen und wichtige Entscheidungen über unser eigenes Leben selbst in die Hand zu nehmen.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Im Zweifel für den Menschen" 19. März 2012
Von Jürgens "Bücher" TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Heiner Geißler zeigt aus seiner Sicht was in Deutschland, in den großen Religionsgemeinschaften, in der Finanzwelt und sonst überall auf der Welt falsch läuft. Er benennt die Mißstände und zeigt der Kapitalismus, in der jetzigen Form, lässt den Menschen als Basis außer acht.
Die Kritik ist deutlich, er wagt es auf die großen Mißstände auf der Erde hinzuweisen. Ob man seine Kritik immer zu 100 % teilen kann, insbesondere seine Kritik an bestimmtem Verhalten der katholischen Kirche, das steht sicherlich auf einem ganz anderen Blatt.

Heiner Geißler rät dem Leser im Buchtitel: "Wage zu denken!" und das sollten alle Leser dieses Buches tun, denn eine Neuorientierung ist sicherlich notwendig. Er postuliert u.a. die Bürger durch Abstimmungen mehr bei der Entscheidungsfindung direkt einzubinden, denn sie sind eine wertvolle Chance für eine funktionierende repräsentative Demokratie.

Nicht die Vermehrung der Habe, sondern die Verringerung der Wünsche ist der rettende Weg (Epiktet). Die Zeit des Vertuschens, der Beschwichtigung, der Halbwahrheiten und Lügen ist vorbei, die Aufklärung ist im vollen Gange, schreibt der Autor als Schlußwort auf S.152.
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Weiterer Lesehinweis
Fluch und Segen des Fortschritts: oder die Bedrohung der Schöpfung
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen alles ok
schneller Versand,

gerne wieder,

entsprach vollständig meien Anforderungen, sehr gutes buch; dank an Heiner Geißler
verpackung der ware... Lesen Sie weiter...
Vor 20 Tagen von Karl-Heinz Jähnke veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Sapere aude! Heiner Geißler
Ein ideales Geschenk für den der es mag. Hat mir gut gefallen und ich empfehle es weiter.
Es grüßt
U. Rueberg
Vor 26 Tagen von Ursula Rüberg veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Der neue Papst und Heiner
vielleicht kann nur ein Jesuitenzögling so klar Stellung beziehen.Treffende Analyse der Gesellschaft in der wir uns im Spätkapitalismus befinden. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Hans Frommer veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen einfach SPITZE!!!
H.G. - so wie man ihn kennt, schonungslos offen, sehr direkt, egal, wen er "angreift" ;-)! Und wie Recht er hat mit seinen Anschauungen über unsere heutige... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Brigitte Mai veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ein starkes Plädoyer für den mündigen Bürger
In seinem Buch „Sapere aude!“ sagt Heiner Geißler direkt und ungeschminkt seine Meinung und nimmt keine Rücksicht auf etablierte „Wahrheiten“, egal ob sie von der... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Cornelius Michels veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Interessant
Gut gebrüllt, Löwe. Der alte Haudegen analysiert gut. Über die Schussfolgerungen kann man streiten.
Gut gebrüllt, Löwe. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von MAY veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Nur Glasperlen statt demokratischer Mitbestimmung nach dem schweizer...
GESAMTEINDRUCK
Dieses Buch sieht gewichtiger aus als es ist; den großen Lettern ist es gedankt, daß man es in kaum zwei Stunden durch hat. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Benedictu veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Wage zu denken..
Heiner Geißler liefert eine brilliante Zusammenfassung was unsere Welt, vor allem in Deutschland, zur Zeit bewegt. Empfehlung: lesen, nachdenken und dann weiterdenken. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Gerhard Lack veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Zu Sapere Aude von Dr. Geißler
OFFENER BRIEF AN DR. HEINER GEISSLER

„Das größte Hindernis auf dem Weg zur Entdeckung ist
nicht die Unwissenheit, sondern die Illusion, etwas zu... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Berliner veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Wahres und vorallem Mutiges aus dem Mund eines Politikers
Heiner Geißler trifft den Nagel auf dem Kopf; das was er
in seinem Buch beschreibt entspricht auch meinen Beobachtungen
des politischen und wirtschaftlichen Lebens... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Cristina Held veröffentlicht
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