Handlung:
Wusstet ihr schon? Der Weihnachtsmann ist eigentlich gar nicht so ein netter Kerl, sondern eher ein pöser Pube aus des Teufels Schar, der vor Jahren einen Wettstreit gegen einen Engel verlor und daraufhin 1000 Jahresläufe lang brav sein musste.
...und wie der Zufall es will ist diese Zeit nun abgelaufen.
Genau das bekommen die Einwohner des beschaulichen Städtchens Hell schmerzlich zu spüren, denn der Weihnachtsmann hat so einiges an Bosheit aufgestaut und beginnt sich nun gnadenlos durch die Gemeinde zu meucheln.
Doch zum Glück sind da noch der junge Nicolas und seine Freundin Mary, die, unterstützt von seinem erfindungsreichen Grandpa, dem schlimmen Treiben ein Ende setzen wollen.
State:
Dieser Film ist Trash, zeitweise guter Trash immerhin, aber letztlich Trash.
Wer also nichts mit total abgedrehter teils hochmakabrer und religiöse Einstellungen verletzender Situationskomik anfangen kann, der braucht jetzt gar nicht weiterzulesen.
Wem aber wie mir die verlogen materielle Art, mit der wir heute eines der wichtigsten christlichen Fest begehen, kräftig auf den Keks geht, für den könnte dieser Film was sein.
Allein die Anfangsszene, in der u. a. James Caan und uns Nanny Fran Drescher kleine Nebenrollen übernommen haben, ist zumindest das Verleihgeld Wert. Da sitzt eine gutbürgerliche Familie am Weihnachtsabend zu Tisch, beleidigt sich so gar nicht im Sinne Christi gegenseitig und die Armen dieser Welt noch dazu; einer fingert unterm Tisch zwischen den Schenkeln einer Frau, die nicht die Seine ist... . Kurz, schlicht zum Reihern dieses verlogene Idyll. Doch dann kommt Santa und mischt die Bagage ordentlich auf. Eine Wohltat geradezu. Und auch seine nächsten Besuche treffen Personen, die nicht unbedingt zu den Netten dieser Welt gehören.
So weit so gut, doch leider geht er dann irgendwann dazu über auch Sympathieträger zu meucheln und unsere unbedarften Helden anzugreifen, womit der makabre Spaß endet und der Plot deutlich absackt, denn nun funktioniert der Streifen irgendwie nicht mehr. Zu unentschlossen pendelt die Handlung nun irgendwo zwischen den Genres Teeniehorror, Action und Klamauk ohne dabei die Qualität seines offensichtlichen Vorbildes ,Gremlins' zu erreichen.
Hinzu kommt, dass abgesehen von Robert Culp, der den Großvater spielt, eigentlich alle Darsteller eher mittelprächtig agieren.
Plus:
--gute Grundidee
--viele zündende, wenn auch makabre Gags
--in der Summe durchaus unterhaltsam
--F/X auf hohem Niveau
--sehr guter weihnachtlicher Soundtrack, die bei uns leider derzeit nicht auf CD erhältlich ist
Minus:
--eher durchschnittliche Darsteller
--Plot flacht ab etwa der Mitte des Films deutlich ab
Die DVD: Double
Code2, Typ9, Double-Amaray im Pappschuber, 73:57 Min. ohne Abspann, 16 Kapitel
Das ansonsten gute bis sehr gute Bild weist in dunklen Szenen leichte Kontrastschwächen auf, liegt in anam. Widescreen im Verh. 1.85:1 vor.
Tonspuren finden sich in Deutsch und Englisch DD5.1, sowie Deutsch DTS 5.1, sind alle soweit gut geraten, vielleicht hätten bei den deutschen die hinteren Lautsprecher etwas mehr angesprochen werden können.
Nur deutsche Untertitel zuschaltbar
Extras DVD 1:
--dt. und engl. O-Trailer
--Hinter den Kulissen, unkommentierte Eindrücke von den Dreharbeiten (23:33 Min.)
--Interviews mit Dave Thomas, der den umtriebigen Prediger spielt (6:00 Min.), Bill Goldberg, der den Santa gibt (2:54 Min.) und Matthew Leonetti Jr., dem Kameramann (3:57: Min.)
--Weitere Trailer: 11:14elevenfourteen, Rottweiler, The Unborn, New Police Story, A Tale of two Sisters, Evil, Beyond Re-Animator, Choose Me - Sag Ja
DVD 2 (Typ9):
--Hinter den Kulissen (im Format 4:3, Engl. ohne UT), für Backgroundfans sicherlich interessant
a. Das Set von Grandpas Haus (6:03 Min.)
b. Am Set von Grandpas Bunker (21:45 Min.)
c. Grandpas Erfindungen (13:05 Min.)
d. Nicholas findet Santas Buch (9:54 Min.)
e. Verfolgungsjagd Santas Schlitten/Schneemobil (37:01 Min.)
--Trailer: The Nun, Running Scared, The Big White, Der letzte Trapper, Letzte Worte, Goldene Zeiten, State of Mind, The Best Man
ab hier alles in Widescreen mit dt. UT
--Drei geschnittene Szenen (dt. UT zuschaltbar), die durchaus in den Film gepasst hätten
a. Christmas Bowl (0:30 Min.)
b. Caulk/Bush (0:33 Min.)
c. Grandpas Sache (0:27 Min.)
--Casting Santas Slay (5:05 Min.), kurze Interviews wie und warum wer zu seiner Rolle kam
--Regisseur David Steinmann über seinen ersten Film (4:49 Min.)
--Slay Ride: Die Hölle auf Hufen (5:15 Min.), über Santas Schlitten und sein Zugtier
Fazit: Film 3 Sterne, Cast 3 Sterne, DVD-Technik 4 Sterne, DVD-Extras 4 Sterne
Religiöse Gemüter, Freunde der ernsten Themen und des harten Splatter sollten sich den Film lieber sparen.
Doch wer Weihnachten aus welchen Gründen auch immer nicht mag, auf Trash oder zumindest kuriose und bizarre Szenarien steht, der kann für den Streifen durchaus auch 4 Sterne ansetzen.