Es wurde mir einmal gesagt, Martinéz Buch über Evita wäre unter all den Biographien, die über sie geschrieben wurden, das beste.
Ich bezweifle das sehr. Der Stil des Buches ist eindeutig der eines Romans, nicht der einer Biographie. Die Gedankenzüge sind
typisch zeitgenössisch-künstlerisch und für den Leser, der Biographien gewohnt ist, daher leider oft nicht ganz nachvoll-
ziehbar. Die Dialoge sind eindeutig frei und nicht immer authentisch, da oft Quellenangaben fehlen und nur selten
darauf verwiesen wird.
Der Autor schreibt sehr poetisch, übertreibt in einem Schwall von Worten, der so typisch für lateinamerikanische Autoren
ist. Martinéz sticht vor allem dadurch hervor.
Chronologisch ist das Buch etwas verwirrend. Es beginnt mit
der Leiche Eva Peróns, wobei auch hier nicht klar ist, was
Mythos ist und was wirklich geschehen ist. Der Autor bringt
dann Mystifikationen ein, wobei er sich selbst in den Mittelpunkt setzt. (Fluch um die Leiche Evitas) Etwas wenig
glaubhauft - trägt meiner Meinung nach noch mehr zum verkitschten Cliché bei als etwa Hollywood.
Wer eine authentische Biographie von Eva Perón möchte, sollte
eher jene von Ortíz lesen!