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Sanssouci: Roman
 
 
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Sanssouci: Roman [Gebundene Ausgabe]

Andreas Maier
2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 298 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (12. Januar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518420305
  • ISBN-13: 978-3518420300
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 89.360 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Andreas Maier
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Der Autor kennt sich gut aus in Potsdam, und dennoch oder gerade deswegen kommt die Stadt am Ende des Romans dem Leser sehr sonderbar vor. Woran dies liegt, verrät das Motto des Romans: »Dort schrieen die einen dies, die anderen das; denn in der Versammlung herrschte ein großes Durcheinander, und die meisten wußten gar nicht, weshalb man überhaupt zusammengekommen war.«  ... Aus dem» großen Durcheinander« der Stimmen formt die Kunst des Erzählers das Bild einer Gesellschaft, die sich in einem Zustand beträchtlicher geistiger Verwirrung befindet. ... Andreas Maier gibt in Sanssouci einem bevorzugten Topos der deutschen und österreichischen Literatur einen besonderen Dreh: dem der Dämonie der Provinz. In Sanssouci wird die Dämonie der Provinz von deren Trivialität ununterscheidbar.« (Ernst Osterkamp Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»Das Geschwätz über die Dinge an den Abgrund zu führen, wo das Unbedingte verborgen ist, muss man diesem Roman hoch anrechnen.« (Iris Radisch Die Zeit )

»Ein Rätselroman, der fesselt.« (Tobias Becker Der Spiegel )

»Ein böses, ein rätselhaftes und gerade deshalb ein spannendes und manchmal ein ätzend komisches Buch. ... Der Realismus von Andreas Maiers Potsdamer Milieu-Studie, die die Lokalpolitik auf satirische Weise einschließt, vermischt sich in Sanssouci mit dem gefährlich schönen Flirt eines Radikalen, der genau weiß, was man aussprechen sollte und was nicht. Bravo.« (Ina Hartig Frankfurter Rundschau )

»Maier geht es, womit er, soweit ich sehe, in der gesamten deutschsprachigen Literatur unserer Tage singulär dasteht, um das Ganze. Und darunter versteht dieser Autor tatsächlich nicht mehr, aber auch nicht weniger als die heute richtige, unserer gegenwärtigen Welt gemäße Art zu leben. Diesem radikalen und eigentlich ganz und gar unmodernen Ansatz sind die vielen oberflächlichen Gutmenschen nicht im Geringsten gewachsen. Sie alle haben nämlich ihre dunklen, verschwiegenen Seiten.« (Dietmar Jacobsen Literaturkritik )

»Wie in Wäldchestag gibt Maier tiefgreifende Einblicke in die Psyche seiner Figuren und zeigt die Umstände, die sie zu den jetzigen Charakteren formt. Es gelingt ihm, dem Leser das Gefühl zu geben, auf einer Wellenlänge mit der erzählenden Figur zu sein und deren Perspektive zu verstehen. ... Der Roman unternimmt eine Reise in die Gedankenwelt der Mönche, der Penner, der Anarchisten, der Politiker, der Filmemacher, der Potsdamer Jugend- und Immigrantenszene, mit dem Zweck, das herauszudestillieren, was den Menschen letztlich ausmacht. Hierbei erweist sich Andreas Maier als exzellenter Reiseführer.«

(Markus Klein Rezensöhnchen )

»Eine mysteriöse, ironische Potsdamer Stadtgeschichte aus der linksalternativen Kulturschickeria, aufgeladen mit leichtem SM-Lockstoff. Das Ganze fängt irgendwie an und hört irgendwie auf. Diese Unbestimmtheit ist packend.«

(Stadtblatt Osnabrück )

Kurzbeschreibung

An einem heißen Sommertag wird auf dem Frankfurter Hauptfriedhof der tödlich verunglückte Regisseur Max Hornung beerdigt. Nach seinem Umzug aus Frankfurt am Main lebte er in Potsdam. Von dort sind als Trauergäste angereist: Merle Johansson, eine zwielichtige Schönheit, mit ihrem kleinen Sohn Jesus, die eigenwillig verwahrlosten Zwillinge Heike und Arnold und ein paar Fernsehleute. Der Rußlanddeutsche Alexej, Novize eines russisch-orthodoxen Klosters, ist aus München gekommen … Was hatten sie alle mit Hornung zu schaffen? Potsdam verfügt, abgesehen von dem Weltkulturerbe Sanssouci, über viele Plätze und Kneipen und einen doppelten Boden, was im wörtlichen Sinn zu verstehen ist: Unter dem Park von Sanssouci verläuft ein Tunnelsystem mit zahlreichen Räumen. Einige davon wurden offenbar für unchristliche Andachten und SM-Sitzungen verwendet. Jugendliche, die sich dort herumtreiben, tricksen die Erwachsenen aus – mit bedrohlichen Folgen. Hat Hornung davon gewußt, der Westler, der die Potsdamer in seiner Fernsehserie »Oststadt« so porträtierte, daß ein erbitterter Streit in der Stadt entbrannte, der sich schon bald ins Possenhafte überschlug? Wohl nicht, höchstens durch Vermittlung der Herumlungerer vor den Trinkbuden der Stadt – Champions der Bedürfnislosigkeit, auf die ein Platz im Himmel der Bergpredigt wartet. Was für sie abfällt, schnappen sie auf, um den Kosmos des Geredes zu mästen. Wie in Wäldchestag seziert Andreas Maier komisch gewagt und ironisch verheerend die deutsche Gegenwartsgesellschaft, diesmal ein Zentrum ostdeutscher Provinz.

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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sanscouci 17. März 2009
Von Björn
Format:Gebundene Ausgabe
Sanscouci ist nicht nur ein Roman über Potsdam (den Park, BRB Vorstadt, Hafthorn, Zentrum Ost, Babelsberg und Schlaatz...) sondern vielmehr eine Analyse des alternativen Potsdamer Milieus: Ein bunter Haufen Leute, die uns hier snapshotmäßig vorgestellt werden: U.a. eine gartenbegeisterte Hausfrau, obdachlose Zwillinge, ein russischer Mönch, ein bulgarischer Wahnsinniger, eine Hardcore Vegatarierin und eine handvoll frühreifer Schülerinnen. Was alle Personen verbindet ist der Hang zum Extremen, die Sucht nach Individualität. Bei vielen dieser erwähnten Personen ist das Extreme jedoch oberflächlich und flach. Es wird an einer Stelle z.B. gegen den Bau der Garnisonskirche demonstriert, aber die alternative Schülerin entscheidet sich dann bei der Demo doch für einen Bummel über Markt am Nauener Tor zur Befriedigung ihrer Kauflust (natürlich unter dem Deckmantel "alles bio").
Ich glaube schon, dass es in Potsdam viele Menschen gibt, die zwanghaft das individuelle suchen und sich in kleinen Extremen verlieren.
Die Rahmenhandlung des Romans muss sich vom Leser sehr schwer erarbeitet werden, und selbst dann versteht man nur ansatzweise, worum es eigentlich geht: Um SM Spielchen in den Katakomben des Parks, in die alle Beteiligten irgendwie verwickelt sind. Welche Dinge dort unten stattfinden und warum, bleibt völlig im Verborgenen. Man erfährt es nur aus Klatsch und Tratsch des Potsdamer Pöbels am Luisenplatz. Maier benutzt dieses "Zwischen-den-Zeilen-Lesen-Müssen" als Spannungsmoment und schafft es, diesen bis zum Ende ganz oben zu halten. es gibt zwar keine Auflösung, aber Fetzen von Erklärungen, die man sich selbst so zurechtlegen kann, wie man will.
Für mich war es ein toller Roman, die Figuren waren allesamt prägnant und eindrucksvoll umrissen. ich habe vieles von dem, was ich aus Potsdam kenne wiedererkannt, nicht nur die Cafes und Sehenswürdigkeiten.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Versuch ohne Bernhard 15. März 2009
Von F. Martin
Format:Gebundene Ausgabe
Der 1967 in Bad Nauheim geborene Andreas Maier wurde für seinen Debütroman "Wäldchestag" (2000) mit zahlreichen deutschen und österreichischen Auszeichnungen bedacht. Die in diesem Roman skizzierte Milieustudie, die auch als Provinzposse gelesen werden kann, stand augenfällig in der Erzähltradition von Thomas Bernhard. Aber anders als zum Beispiel in dessen Roman "Holzfällen", in dem ein kopflastiger Erzähler einen endlosen inneren Monologe wiedergibt, intonierte Andreas Maier in Wäldchestag" einen vielstimmigen Choral bärbeißiger Kleinstädter aus Frankfurt.

Das Werk des 1989 verstorbenen Schriftstellers Thomas Bernhard stellte für Andreas Maier auch bei seinem zweiten Roman "Klausen" (2002) eine feste Bezugsgröße dar. Die Wortgewalt und Sprachakrobatik von Bernhards Prosa wurde von Andreas Maier auch hier kopiert - und dass tatsächlich oder "naturgemäß", wie Thomas Bernhard es formuliert hätte, wiederum sehr gekonnt. Mit seinem dritten Roman "Kirillow" (2005), ein seltsam verqueres Werk, verließ Andreas Maier dann allerdings die Ebene des kleinstädtischen Geschwätzes. Damit war dann auch Schluss mit Romanen, die Andreas Maier im Duktus Thomas Bernhards verfasste. Leider muss man sagen. Denn eine Feststellung gleich vorweg: Die Texte von Andreas Maier sind seit "Klausen" eher schlechter, keinesfalls aber besser geworden.

Dabei vollzog Andreas Maier die Abkehr von seinem einstigen literarischen Leitstern Thomas Bernhard bereits 2004 mit konsequenter Härte, nachgerade gewaltsam. Mit der Veröffentlichung seiner Dissertation "Die Verführung" rechnete er nämlich genau mit jenem Klassiker ab, mit dem sein Werk bis dahin in Verbindung gebracht wurde. Diese Abrechnung auf dem Niveau "österreichischer Boulevardblattleser" (taz, 2005) war genau genommen ein literarischer Vatermord. Andreas Maiers Hauptvorwurf gegen Thomas Bernhard ist dessen Ausweichen vor Eindeutigkeit und Festlegung, in Summe dessen Selbststilisierung. Die strukturelle Demontage von Thomas Bernhards Prosa konnte jedoch nicht gänzlich verbergen, dass bei dieser karikierenden Bernhard-Patiche doch auch immer noch große Bewunderung für den Autor aus Österreich bleibt - oder einfach nur stachelige Eifersucht auf dessen Sprachvermögen.

In Andreas Maiers neuem Roman "Sanssouci" fehlt Thomas Bernhard nun aber ganz. Ausgangspunkt ist ein Toter. Der Regisseur Hornung wird in seinem Geburtsort Frankfurt am Main zu Grabe getragen. Schnell wechselt die Handlung nach Potsdam. Hier war Hornung ein berühmter Mann. Sein TV-Serie Oststadt" wurde hier gedreht. Klar, dass sich der egozentrische Regisseur damit nicht nur Freunde gemacht hat. Generell scheint sich rund um Sanssouci ein mysteriöses Netz aus Feindschaften und dunklen Geheimnissen zu spinnen. Ein verlottertes Zwillingspärchen, eine neurotische Mutter und deren Sohn Jesus, ein ominöser Journalist, ein Mitglied der Bruderschaft des heiligen Hiob von Potschajew und noch viel mehr spleeniges Personal bevölkern Andreas Maiers neuen Roman.

Das Buch stellt reichlich Fragen, Antworten hingegen gibt es nicht. Dass ist nicht immer nachteilig. Den Text aber durch hohle Phrasen bedeutungsschwanger aufzuladen, was sich schnell als nervöse Masche des Autors enttarnt, macht freilich keinen Sinn. Leider ist der Roman auch literarisch sehr spröde in Szene gesetzt. Der Verzicht auf konventionelle literarische Mittel, wohl eine Metapher für das unterirdischen Labyrinth unter dem Schlosspark Sanssouci, funktioniert nicht. Andreas Maiers Befreiungsschlag gegen Thomas Bernhard war legitim, vielleicht sogar notwendig. Schade nur, dass Herr Maier seitdem so wenig zu erzählen hat.
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4 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Karl Lutz
Format:Gebundene Ausgabe
Nein, hier ist sie nicht zugelassen die Frage der Deutschlehrer: Was will uns damit der Dichter sagen?
Denn der weiß es augenscheinlich selbst nicht und auch der geneigte Leser steht im Nebel. Das Buch bekam ich geschenkt, dem Schenker erteile ich hiermit ausdrücklich Vergebung.
Nun auch einem großen Verlag kann mal ein schlechtes Buch unterkommen. Aber das dieses Buch in der Vorauswahl zum Preis der Leipziger Buchmesse war, da bin ich nicht mehr sans souci über die Qualität des Bücherjahrgangs 2009.
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