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Sansibar oder der letzte Grund. Roman
 
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Sansibar oder der letzte Grund. Roman [Taschenbuch]

Alfred Andersch
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 178 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 9., Aufl. (30. September 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257236018
  • ISBN-13: 978-3257236019
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 4.314 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Alfred Andersch
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

In der kleinen Stadt an der Ostsee treffen zufällig sechs Gestalten zusammen: Der Junge Gregor, der KPD-Funktionär; Judith, die Jüdin; am Ort selbst befinden sich Pfarrer Helander; Knudsen der Fischer und Kutterbesitzer; als letzter die Holzplastik des lesenden Klosterschülers. Und die sechs Gestalten haben kein anderes Anliegen, als Deutschland zu verlassen. Anderschs großes Buch von Sansibar ist Mißtrauensvotum ersten Ranges gegen unser behäbig-aufgeblasenes Volk der Mitte.

Über den Autor

Alfred Andersch, 1914 in München geboren, war nach dem Krieg u. a. Redaktionsassistent Erich Kästners bei der 'Neuen Zeitung', gab zusammen mit Hans Werner Richter die Zeitschrift 'Der Ruf' heraus, nahm an den ersten Tagungen der Gruppe 47 teil und war Herausgeber der literarischen Zeitschrift 'Texte und Zeichen'. Er lebte seit seinem Weggang als Leiter der Redaktion 'radio-essay', die er beim Süddeutschen Rundfunk begründete, als freier Schriftsteller in der Schweiz, wo er 1980 starb.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Es ist 1937, die Herrschaft des Nationalsozialismus liegt wie ein drückender Schatten auf Deutschland und die ersten Vorboten des kommenden Krieges zeigen sich schon am Horizont. Zu dieser Zeit trifft im kleinen Ostseestädchen Rerik eine Reihe ganz unterschiedliche Menschen zusammen, die alle durch ein Ziel verbunden sind: Die Sehnsucht nach dem Exil.

Anderschs "Sansibar und der letzte Grund" kreist letztlich nur um diese eine tiefe Absicht, versucht sie zu ergründen und gestaltet sie aus zu einer Anklage gegen den Nationalsozialismus und einem Plädoyer für die Freiheit des Andersseins. Besonders tritt dabei hervor wie vielgestaltig der Wunsch des Weggehens ist und welch unterschiedliche Personen ihn teilen. Egal ob KPD-Funktionär, Pfarrer oder Jüdin: Sie alle spüren die erdrückende, bleierne Zeit, in der sie leben.

Zusätzlich zu den menschlichen Exilianten beschreibt Andersch aber gekonnt noch einen anderen, hölzernen Flüchtenden, nämlich die Statur eines betenden Klosterschülers. Durch sie versteht es Andersch geschickt der Flucht ins Exil eine weitere Dimension zu geben, eine höhere, allgemeingültigere: Genauso wie der Nationalsozialimus die Statue auf Grund der durch sie symbolisierten Freiheit des (Anders-)Denkenden verfolgt, verfolgt er auch alle ihm unliebsamen Elemente, die sich nicht in sein System fügen können oder wollen.

Andersch Schreibstil ist dabei stets nahe am Geschehen und versteht es den Wink mit dem moralischen Zeigefinger gekonnt zu umschiffen. Stattdessen schafft er es sogar eine gewisse, auf der Authentizität der beschriebenen Charaktere beruhende Vertrautheit mit eben diesen zu schaffen, die noch durch Anderschs - gerade für eine Roman dieser Aussagekraft - überraschend kurzweilige Erzähltechnik unterstrichen wird.

"Sansibar und der letzte Grund" ist also sicher zu Recht ein "Lesemuss" der deutschen Nachkriegsliteratur, indem sich ebensoviel Tiefe wie kurzweilige Unterhaltung findet!
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Gummibär
Format:Taschenbuch
Schauplatz des Romans "Sansibar oder der letzte Grund", geschrieben von Alfred Andersch, ist ein Ostseestädtchen namens Rerik, in dem sich im Herbst 1937 der kommunistische Parteifunktionär Gregor, die Jüdin Judith, der regimekritische Pfarrer Helander und eine auf einer Verbotsliste stehende Skulptur befinden.Allesamt sind sie von den Nationalsozialisten, die in diesem Buch als "die Anderen" bezeichnet werden, bedroht und auf die Hilfe von Fischer Knudsen und seinem zunächst von Freiheit und Abenteuer träumenden Schiffsjungen angewiesen...(mehr wird nicht verraten)

Der Einstieg in den Roman fällt etwas schwer, da der Leser direkt in das Geschehen hineinkatapultiert wird. Aber das ist gewiss kein Grund, das Buch gleich wieder beiseite zu legen, denn schon nach wenigen Kapiteln, die stets mit dem Namen der im Fokus stehenden Person überschrieben sind, werden alle Fragen geklärt und die Zusammenhänge deutlich.

Während des weiteren Handlungsverlaufs erhält der Leser einen eindrucksvollen Einblick in die Gefühlswelt von vom Nationalsozialismus

bedrohter Personen. Angst, Verzweiflung, Hilflosigkeit und der Gedanke an Selbstmord werden von Alfred Andersch immer wieder geschickt in den einzelnen Handlungsabschnitten platziert.

Auch wird der Leser angeregt, über seine Zukunftsträume, die er in seiner Jugend hatte, nachzudenken. Meist stellt man dann etwas Fundamentales fest. Hat man eine bestimmte Sache nicht, so will man sie unbedingt haben. Doch hat man sie dann endlich, so verliert sie schnell ihren Reiz. So ergeht es in diesem Roman dem Schiffsjungen im Bezug auf Freiheit.

Des Weiteren stellt sich der Leser, aufgrund Knudsens quälender Gedanken, automatisch eine Frage. Würde ich mein Leben riskieren um einem Verfolgten zur Flucht ins Ausland zu verhelfen oder würde ich lieber meinem geregelten Leben nachgehen?

Neben dieser Dramatik, die sich bis zum finalen "Showdown" steigert, ist auch für genügend Romantik gesorgt. Somit sind alle nötigen Komponenten, die einen Roman lesenswert machen, enthalten.

Viel Spaß beim Lesen!
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von M. Schoon
Format:Taschenbuch
Nachdem ich vom Hauptmann von Köpenick schon nach einer Woche die Nase voll hatte und mich Maria Stuart hat im Unterricht einschlafen lassen, wurde ich positiv von Sansibar oder der letzte Grund überrascht!

Nachdem meine Familie versicherte, dass mich auch dieses Buch langweilen wird, bin ich mit genug Kaffee intus in die Schule gegangen, um nicht erneut einzuschlafen, doch das war gar nicht nötig! Schon gleich nach dem ersten "Kapitel" vom Jungen, der träumt, eines Tages wie Huckleberry Finn dem Alltag zu entfliehen und Abenteuer zu erleben, war ich aufmerksam geworden. Denn dieses Buch war anders als die bisherigen Schullektüren.

Andersch baut die Geschichte nicht in Kapiteln, sondern in Sichtweisen einzelner Personen auf. Jede Person hat ihre eigenen Motive, nach Rerik (dem Haupthandlungsort) zu gelangen bzw. von ihm zu verschwinden und so kommt es, dass alle aufeinander treffen.

Zwar ist das Buch an einigen Stellen etwas in die Länge gezogen und etwas reich mit Metaphern etc. bestückt, doch finde ich es eine gelungene Abwechslung zu dem, was man sonst so in der Schule vorgesetzt bekommt.

Nicht zuletzt finde ich das Buch gelungen, da jeder Leser sich mit irgendeinem der Charaktere in gewisser Weise identifizieren kann, so wie ich es z.B. mit dem leicht naiven und träumenden Jungen konnte ;)
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empfehlung
sehr schnelle und unproblematische Lieferung
sichere verpackung
das buch war in einem verschenkenswertem zustand
kann ich nur weiterempfehlen
vielen dank
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