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»Einer der bedeutendsten Romane der deutschen literarischen Nachkriegsproduktion.« Beda Allemann
»Die deutsche Linke, ob alt oder neu, kann seiner nicht entbehren... Allem resoluten Engagement begegnet er mit Sympathie, aber er mißtraut allen ideologischen Slogans und hält sein Wort auf der scharfen "Spitze der Feder"; er will, daß das Kunstwerk, wie Pastor Helanders "lesender Klosterschüler", die Wahrheit verkündet, und beharrt doch unermüdlich (wie selten einer auf der Linken) auf der Sensibilität des Künstlers. Kein deutscher Schriftsteller ist so berufen wie er, uns darüber aufzuklären, was von der revolutionären Ekstase dieses Jahrhunderts noch fortbrennt.« Peter Demetz
1986 verfilmt von Bernhard Wicki. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
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Die Handlung dreht sich, im Hauptstrang, um die Rettung eines Kunstwerks aus der Kirche des Fischerorts Rerik. Diese stellt den "Lesenden Klosterschüler" dar, welcher den Nationalsozialisten ein arger Dorn im Auge war und zur entarteten Kunst zählen sollte. Der Pfarrer, dem seit WK 1 ein Bein fehlt, will der drohenden Zerstörung seines Schatzes entgegenwirken indem er versucht den Fischer zu bearbeiten, dass dieser den Klosterschüler nach Skandinavien bringt. Mit Hilfe von Gregor und Judith schafft er das auch.
Das Faszinierende an diesem Werk ist unter anderem die Sprachgewalt Andersch'. Mit grösster Intensität erzählt er in nüchternem subjektivem Erzählstil aus der Perspektive des jeweiligen Protagonisten. Dabei fällt vor allem die Kursiv geschriebene Erzählung des Jungen auf, welche sich vorwiegend auf gedanklicher Ebene abspielt, während die anderen Charaktere neben Gefühlen auch die "Aussenwelt" schildern.
Das Buch regt durch seinen Sprachstil zum Denken an und kritisiert nicht allzu versteckt das (damalige) System. Ein lesenswertes Werk.
Die Geschichte wird aus der Perspektive jeweils einer der Protagonisten entwickelt - die gesamte Handlung wiederzugeben, würde zu weitschweifig sein. Nach anfänglichem Widerstand entschließt sich Knudsen zunächst die Holzstatue, nach einer Schlägerei mit Gregor auch Judith mitzunehmen. Gregor lehnt aus Trotz Knudsens Angebot, mitzufahren, ab. Der Pfarrer erschießt einen Gestapo-Mann, der ihn wegen der Unterschlagung der Statue verhaften wollte. Die Statue war von den Nazis konfisziert worden, da sie einen Mönch darstellt, der liest WAS ER WILL - und das gefällt den Bücherverbrennern natürlich nicht.
Wichtiger als die Handlung ist das, was das Buch zu großartiger Literatur macht - die Intensität der Sprache, die Art in der Gefühle, Landschaft, Stimmungen eingefangen werden (auch wenn alles irgendwie kalt, grau, bedrückend ist), die lebhafte Darstellung der inneren Spannungen der Charaktere. Einige Metaphern zergehen wie Zucker auf der Zunge ... "wehende Haarsträhnen" werden zu "Windschwarz der Haare"; "das Meer, (...), eine Schwinge aus eisigem Ultramarin, die den Spätherbst Skandinaviens umflog..."; "...ein Gesicht, in dem die Jugend sich wie ein im Traum gestörter Vogel regte, scheu und geisterhaft." (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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