Ein kleiner Plüschbär folgt seiner Besitzerin Marina hinaus in die Straßen der Stadt zu einem Martinsumzug. Er hat sogar seine eigene Laterne dabei. Dort werden sie auch Zeugen des Martinsspiels: Martin teilt mit dem armen Bettler seinen warmen Mantel. Der Bär ist verwirrt und versteht das alles nicht so ganz, aber Marina hilft ihm mit Erklärungen weiter. Als das Ereignis vorbei ist sehen sie einen kleinen weinenden Jungen. Er ist traurig, dass er seine Laterne verloren hat. Kurzerhand beschließt der kleine Bär es Martin gleichzutun und schenkt dem Jungen seine eigene Laterne. Der kleine Junge freut sich riesig und der kleine Bär und Marina gehen gut gelaunt nach Hause- sie teilen sich einfach ihr Licht.
Die Geschichte ist so schlicht, wie sie einfacher kaum sein kann, aber genau darin liegt ihre Stärke. Die einzelnen Seiten sind wunderschön bebildert, aber niemals überladen, und schaffen es den jeweiligen Kern der Szene perfekt einzufangen. Die bekannteste Episode aus dem Leben des Heiligen Martin wird dargestellt und erklärt. Das Wesentliche ist hierbei, das der Bogen in eine Welt geschlagen wird, die die Kinder begreifen können. Die Geschichte vom geteilten Umhang kennen sicherlich die meisten Kinder, aber was bedeutet es für sie selbst? Immer ein Schwert dabei haben? Seine Winterkleidung verschenken? Für uns Erwachsene ist die Botschaft sicher simpel. Für Kinder jedoch wird sie schön und nachvollziehbar durch den kleinen Bären illustriert, der bereit ist einem traurigen Kind seine Laterne zu schenken.
Nach explizit religiösem Inhalt sucht man allerdings vergeblich. Ob das nun positiv oder negativ zu werten ist darf jeder für sich entscheiden. Ich werte es in diesem Fall positiv. Es gibt genügend Kinder die nicht in einem christlichen Umfeld aufwachsen und das Buch ist sicherlich für JEDES Kind geeignet, das mit dem "Laternenfest" in Berührung kommt, denn die Botschaft ist universell.
Wem der religiöse Aspekt sehr wichtig ist könnte sich für
Mein Buch von Sankt Martin (für Kleinkinder) oder
Die Geschichte von Sankt Martin (Kindergarten und Grundschule) interessieren.
Fazit: Ein wirklich schönes Buch. Nicht besonders lang, aber wohlüberlegt.