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Akira Kurosawa dieser Name bürgt in der internationalen Filmwelt für absolute Qualität. Der 1910 in Tokio geborene japanische Meisterregisseur schuf zwischen 1943 und 1993 unzählige Filme, ein wahrlich großes und vielseitiges uvre: Die berühmtesten unter ihnen, wie
Die sieben Samurai,
Rashomon oder
Ran sind heutzutage Meilensteine der Kinogeschichte. In den 1950er und 60er Jahren gehörte Kurosawa neben Regisseuren wie Federico Fellini, Ingmar Bergman, Luchino Visconti oder Luis Buñuel zu den prägendsten Figuren der Filmkunst. Diverse Filmpreise und Oscar-Nominierungen waren der Lohn für den 1998 verstorbenen Ausnahme-Regisseur.
Doch die höchste Auszeichnung, den Oscar, durfte Akira Kurosawa nie entgegennehmen. Warum, wissen wohl nur die Jury-Mitglieder, denn auf dem Höhepunkt seines Schaffens legte Kurosawa eine ungewöhnliche visuelle und intellektuelle Lebendigkeit an den Tag, die völlig konkurrenzlos war. Getreu seinem Lebensmotto Wenn man allem mit offenen Blick begegnet, gibt es nichts, wovor man Angst haben müsste ging der Filmemacher keinem Problem oder Widerspruch aus dem Weg. Ob seine Filme in mittelalterlichen Wäldern oder in modernen Großstadtschluchten spielen, immer zeigen sie gewaltige, fast übermenschliche Konflikte. Dazu seine legendäre Bildsprache: Mittels seiner dynamischen Schnittechnik oder seinem Faible für die Schaffung düsterer und bedrohlicher Stimmungen durch bestimmte Wetterphänomene wie Regen oder Sturm, unterstrich Nippons Regiestolz eindrucksvoll seine Szenerien. Gerade auch im Bereich des Schwertkampf oder Samurai-Films setzte Kurosawa neue Maßstäbe: Seine Kampfszenen bestechen durch ihren Realismus. So reicht einem erfahrenen Kämpfer oft schon ein einziger, guter Hieb, um seinen Gegner zu töten, während ungeübte Bauern mit dem Schwert eher orientierungslos herumfuchteln. Auf die bis dato üblichen, ballettähnlichen Choreografien verzichtet der Regisseur gänzlich.
Mit Sanjuro legte Akira Kurosawa 1962 einen weiteren Klassiker des Samurai-Genres vor. In der Hauptrolle als Samurai-Kämpfer Tsubaki Sanjuro brilliert erneut sein Lieblingsakteur Toshiro Mifune, der es mit Filmen wie Grand Prix, Die Hölle sind wir oder Rivalen unter roter Sonne auch in Hollywood zu Weltruhm brachte. Quasi als Nachfolger von Yojimbo, der Leibwächter gerät Sanjuro erneut zwischen die Fronten zweier verfeindeter Parteien: In einem Dorf sitzen neun Samurai unter Führung von Iori (Yuzo Kayama) zusammen und reden über ein schwieriges Problem.
Irgendjemand im Clan des Dorfes hat offensichtlich vor, die Macht an sich zu reißen. Gemeinsam überlegen sie, wer das sein könnte. Aus dem Nebenraum taucht plötzlich ein Fremder auf, der durch die neun Männer geweckt wurde und ihr Gespräch mitbekommen hat. Der Fremde namens Tsubaki Sanjuro schlussfolgert aus dem Gespräch, dass der Vorsteher Kikui (Masao Shimizu) mit der Übernahme der Macht liebäugelt. Doch die neun Männer glauben ihm nicht. Erst als Sanjuro ihnen zeigt, dass Kikuis Männer das Haus bereits umstellt haben, sehen die Neun klarer. Zunächst verstecken sie sich und Sanjuro gelingt es, die Männer Kikuis und deren Anführer Muroto (Tatsyua Nakadai) los zu werden. Es stellt sich heraus, dass der machtbesessene Kikui es auf den Onkel Ioris, den Kammerherrn Mutsuta (Yunosuke Ito), abgesehen hat, um ihn als Verräter und korrupten Mann darzustellen. Mutsuta ist Kikui offenbar im Weg, sich die Macht im Clan zu sichern. So machen sich Sanjuro und die anderen auf, und befreien zunächst durch eine List Mutsutas Frau (Takako Irie) und dessen Tochter Chidori (Reiko Dan). Dabei offenbart sich, dass Kikui tatsächlich Mutsuta gefangen hält. Sanjuro sieht nur eine Möglichkeit, Mutsuta zu befreien und das Komplott aufzudecken: Er will zum Schein auf das Angebot Murotos eingehen und sich ihm andienen. Doch die neun Samurai zweifeln noch immer an der Ehrbarkeit Sanjuros und durchkreuzen den Plan des listigen Kämpfers. Jetzt gibt es für ihn nur noch eine Chance, Kikui und vor allem Muroto zu besiegen wiederum durch eine List...
Mit Sanjuro gelingt Akira Kurosawa ein weiterer Meilenstein des Schwertkampffilms, der unter anderem auch als Vorlage für Meisterwerke wie Für eine Handvoll Dollar oder Last Man Standing diente. Mit den sensationellen Kampfszenen revolutionierte er ganz nebenbei auch das Samurai-Genre: Von nun an setzte man auf drastische Szenen voller Gewalt, und Blutfontänen wurden zum Standard. Für Freunde des gepflegten Klinge-Kreuzens ein echter Hingucker!
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"Sanjuro" ist ein Meisterwerk und der erste Film von Kurosawa, der in glorreichem Widescreen gedreht wurde. Die Bildkomposition ist wundervoll, die Kamera immer punktgenau — egal, ob sie ruht, oder sich geschmeidig bewegt — und die Darstellung von Toshiro Mifune ist unübertroffen. Doch nicht nur formal, auch inhaltlich ist dies ein Klassiker des japanischen Films, der viel aussagt über die Psychologie der Führerschaft, der zeigt, wie Sanjuro das Kommando über ihm völlig Fremde annimmt. Und er ist ein Film, der eine Aussage über die Schrecken des Krieges trifft, die das Herz des Kriegers für alle Zeiten vernarben lassen und ihn unfähig werden lassen, wieder Teil der Gesellschaft zu werden. Doch damit nicht genug, wirft der Film sein Augenmerk auch auf den kleinen, gemeinen Soldaten, der in den Kampf geschickt wird für Ziele — ob gut oder böse -, die ihn nichts angehen. Kurosawa hat einen vielschichtigen Film geschaffen, über den man noch lange nach dem Abspann nachdenken kann. Fazit: Qualitativ hochwertiger Samuraifilm
Moviemans Kommentar zur DVD: Die Punktwertung ist aufgrund des fehlenden Bonusmaterials und des Monotons ein wenig verfälschend. "Sanjuro" ist ein Klassiker des japanischen Kinos in schöner Aufmachung. Man hätte sich Bonusmaterial gewünscht, aber technisch gesehen ist diese DVD das Beste, was sich aus dem Material wohl herausholen lässt. Die Covergestaltung ist schön geworden und besitzt sehr viel Klasse.
Bild: Das Bild ist recht hübsch geworden und wirkt sogar etwas schöner als das vielgelobte Bild der amerikanischen Criterion Collection. Der Kontrast ist mitunter etwas überdreht, was sich vor allem bei Gesichtern zeigt, oder aber in dunklen Flächen wie 00:24:41. Die Vorlage ist gut erhalten. Altersbedingt finden sich zwar immer wieder Dropouts und Kratzer, aber diese stören nicht wirklich (00:03:16). Rauschen ist da und man merkt es bei größeren homogenen Flächen auch, wobei sich mitunter stehende Rauschmuster dazumischen (00:47:34). Die Schärfe ist gut, bleibt auch bei Bewegungen konstant und sorgt für nette Detailtiefe. Fazit: Ein dem Alter angemessenes Bild in schöner Qualität.
Ton: Beide Tonspuren sind ziemlich gut. Der deutsche Ton klingt etwas lauter, hat die typische Abmischung einer Synchro, die ein wenig aufgesetzt wirkt, während der japanische Ton realistischer ist und sich auch besser ins Tongefüge einfindet, womit er etwas dynamischer wirkt. Nichtsdestotrotz sind beide Spuren unter jeweils leicht veränderten Betrachtungen im oberen Mono-Bereich anzusiedeln. Da es auch deutsche Untertitel gibt, kann der Film auch im japanischen Original genossen werden.
Extras: Einzige Extra ist eine Bildergalerie. Laut KSM erhielt die Firma keine Erlaubnis vom Lizenzgeber Toho, weiteres Bnousmaterial auf ihre Veröffentlichungen zu packen. Angesichts der Bedeutung der Filme eine echte Schande. --movieman.de