Zum Ende ereignisloser Tage wird Brunetti von einer Frau aufgesucht, die zu ihm von ihrem Verdacht spricht, in jenem Altenheim, in dem der Kommissar auch seine eigene Mutter unterbrachte, würden vielleicht Menschen um ihres Erbes willen aus dem Leben befördert. Die Frau, die als Nonne noch die Mutter fürsorglich betreute, nahm ihren Verdacht zum Anlass, Orden wie Altenheim zu verlassen. Brunetti geht der Sache eher halbherzig nach. Bis kurz vor des Buches Ende wird die Spannung nun behutsam gesteigert. Dazwischen wird eine Welt skuriler Charaktere vorgestellt. Zum Schluss taucht die mächtige Hand eines geheimnisvollen wie rücksichtslosen Ordens aus dem Nebel auf .... Um so bedauerlicher, dass das Ende der Geschichte dann darin besteht, dass lediglich ein von religiösem Wahn befallener Handlanger des Ordens dingfest gemacht werden kann, die ihren Argwohn zu Anfang bekundende Schwester vom Erdboden spurlos verschwindet und Brunettis Triumph darin bestehen soll, einen in erzählerischer Nebenlinie entwickelten Päderasten der Stadt verweisen zu dürfen. Der Rest bleibt ungeklärt. Gleichbleibend bedauerlich, wie schon in vorangegangenen Leon'schen Werken, ist das Bild von Brunettis Gattin, die nicht nur als perfekte Mutter, Ehefrau und Geliebte, sondern gleich noch als ebenso perfekte Dozentin und Köchin vorgestellt wird. Peter Gottlieb.