Was für ein Schrott...... das war jedenfalls der erste Gedanke, nachdem die beiden Packungen für Kasten und Abdeckung geöffnet waren.
Im Laufe des Zusammenbaus musste ich meine vorschnell gefasste Meinung über den gelieferten Haufen Bretter zwar teilweise zurück nehmen, aber Grund zum Ärgern gab es trotzdem genug...
Es ist Frühling und den grade erst ein Jahr gewordenen Nachwuchs zieht es in den Garten. Was liegt da näher als einen schönen Sandkasten zu kaufen und am besten einen mit Abdeckung, damit wir kein überdimensionales Katzenklo im Garten haben ;)
Das Schwestermodell mit einem Außenmaß von 140x140cm wurde zwar in den Bewertungen teilweise übel bewertet, aber Amazon hat ja angeblich mit dem Hersteller ein ernstes Wörtchen gesprochen und verspricht nun eine deutlich gesteigerte Qualität des Produktes.
Da möchte ich garnicht wissen, wie der Sandkasten vorher aussah... aber der Reihe nach.
Der Sandkasten kam ordentlich verpackt und unbeschädigt bei uns an. Die Teile waren vollzählig vorhanden.
Beim ersten Zusammenstecken fiel jedoch schon auf, dass die Verarbeitungsqualität nicht zu den Sternstunden der Holzverarbeitung zählt. Die Nuten, mit denen man das Grund-Quadrat zusammensteckt, sind nicht sauber ausgerichtet, sodass der Unterbau schon mal ein wenig schief dasteht.
Die Bretter, die mal die Sitzbank ergeben sollen, sind nicht grade, sodass die Ecken nicht sauber aufeinander treffen und immer ein Brett höher steht als das andere (Verletzungsgefahr!).
Zudem wird jedes Sitzbankbrett mit 3 Schrauben befestigt, die von oben in die schmale Seite der unteren Umrandung geschraubt werden.
Man muss kein Handwerker sein um zu erkennen, dass eine Schraube, die von oben ein nur 1,5cm starkes Brett gebohrt wird, schon bei geringer Belastung des Sitzbankbrettes ausreißen MUSS. Es sein denn, man belastet das Brett nicht, aber das geht nun völlig an der Praxis vorbei.
Dazu kommen noch diverse Risse in den Brettern, die nur auf kleine Finger warten um einen Splitter unter die Haut zu jagen.
So geht das nicht! Jedernfalls nicht als Spielplatz für Kinder!
Aber es ist nicht alles verloren. Wer noch ein paar Euro für eine Holzfeile, etwas Holzlasur (kinderfreundlich), ein paar Flachwinkeleisen und eine Hand voll 3x16er Spax-Schrauben investiert, kann die Kuh noch vom Eis holen :)
Mit der Feile werden die eingerissenen Stellen ausgefeilt und mit der Lasur neu vor Wind und Wetter geschützt.
Die 4 Sitzbankbretter werden mit jeweils min. 3 Flachwinkeleisen (also insg. 12 Stück) an den unteren Brettern befestigt. 4 weitere Winkel, von unten an den Ecken des Sandkastens angeschraubt, halten die Sitzbankbretter zueinander auf gleicher Höhe.
Bei der Abdeckung bietet sich ein ähnliches Bild. Die muss man aus 28 Brettern zusammenschrauben, von denen viele nicht grade oder eingerissen oder beides sind.
Zudem passte meine fertige Abdeckung nicht auf den Sandkasten... sie war einfach gut 1,5 cm zu lang.
Und Achtung! Man hat 64 Schrauben zu verarbeiten! Die Bretter sind weder vorgebohrt noch haben die Schrauben selbstschneidende Spitzen.
Wer da ohne Akkuschrauber antritt ist schlichtweg verloren... oder Masochist.
Mit etwas Eigeninitiative und ein wenig zusätzlichem Material läßt sich also ein wirklich brauchbarer Sandkasten herstellen.
... Aber wenn ich bedenke, dass das alles fast 100 Euro gekostet hat, dann muss ich sagen, dass das fast an Abzocke grenzt.
Ein Haufen lose Bretter mittlerer Qualität und minderwerige Schrauben, die zusammen eine instabile Konstruktion mit reichlich Verletzungspotention ergeben (es sei denn, dass man nacharbeitet und nachinvestiert) sind dieses Geld keinesfalls wert!
Gut, ein Hersteller muss auf jeden Cent in der Herstellung achten. So sind nun mal die Marktmechanismen. Aber hier ist der Bogen eindeutig in Richtung "billig" überspannt worden.
Ich habe mich beim Zusammenbeu zu sehr geärgert, als dass ich dieses Produkt zu diesem Preis empfehlen kann.