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Sandberg: Roman
 
 
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Sandberg: Roman [Gebundene Ausgabe]

Joanna Bator , Esther Kinsky
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 492 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 4 (14. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518422227
  • ISBN-13: 978-3518422229
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,8 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 19.918 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»...die wichtigste Literaturübertragung aus dem Polnischen seit Dorota Maslowskas genial-rotzigem Debüt Schneeweiß und Russenrot von 2002 oder Wojciech Kuczocks Dreckskerl von 2003. … So sinnlich-detailgenau und erinnerungsgesättigt hat man die sozialistische Kleinstadt- und Plattenbauwelt in der Literatur noch nicht beschrieben gefunden...Piaskowa Góra, Sandberg - es gibt diesen Ort wirklich, denn man kann ihn lesen.«

(Richard Kämmerlings Die Welt )

»Selten wurde in der jüngeren Vergangenheit eine kaputte Gesellschaft schonungsloser und unerbittlicher beschrieben. Der Text hat, auch in der deutschen Fassung, eine unglaubliche Wucht. Von Joanna Bator wird noch viel zu hören sein.«

(Nils Beintker NDR Kultur )

»Ein intensives Buch, das man bis zur letzten Seite verschlingt.«

(vital )

»Joanna Bator könnte noch viel haarsträubendere Geschichten glauben machen. ... Es ist ein digressives Erzählen, ironisch, mitleidlos, sarkastisch und, wenn es um Männer geht, oft satirisch. Die quicklebendige, rasch Register wechselnde und sie zudem vorführende Sprache (Übersetzung: Esther Kinsky) sowie die Sympathie für Frauen erinnert deutsche Leser an Elfriede Jelinek. ... Mit streckenweise umwerfendem erzählerischem Furor etabliert Joanna Bator das Fremde und Unreine als Teil der polnischen Nation.«

(Jörg Plath Deutschlandradio Kultur )

»Man staunt immer wieder, wie viele Details Joanna Bator zusammenträgt und wie stilsicher sie diese miteinander vermischt, um das Klima jener Zeit einzufangen. ... Dennoch ist es vor allem ihr literarisches Können, das den Sandberg zu einem ungemein eindrucksvollen Gesellschaftsroman macht. Ihr genauer Blick, ihr exzellentes Sprachgefühl und nicht zuletzt ihre Fähigkeit, diesem schlesischen Plattenbau-Mikrokosmos eine universelle Dimension zu verleihen.«

(Marta Kijowska Neue Zürcher Zeitung )

»In den überbordenden Bildern dieses Romans werden die extremen Gefühle einer doppelt traumatisierten Gesellschaft bis an die Schmerzgrenze spürbar. …  Deftig … ist dieser fulminante Roman erzählt, doch hat er eine verstörend genaue, politische und anthropologische Seite.«

(Nicole Henneberg Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»… erzählen, das kann Joanna Bator. Und Esther Kinsky hat alle Tonarten zwischen Frechheit, Aufgeregtheit und Abgeklärtheit virtuos ins Deutsche geholt.«

(Lothar Müller Süddeutsche Zeitung )

»Sandberg ist ein Provinzroman von Weltniveau, angesiedelt in der niederschlesischen Kohlestadt Wabrzych. ... Bator erzeugt mit ihrem weit ausholenden erzählerischen Gestus und den liebevoll ausgeschmückten Details einen starken Sog, dem man sich gerne hingibt … .«

(Marie Luise Knott Deutschlandfunk )

»Ein großes Epos aus den abgelegenen Provinzen Europas und des Herzens, ein erstaunliches Lesevergnügen.«

(Iris Radisch Die Zeit )

»Große, eindrückliche Literatur.«

(Emma )

»Diese bildhafte, sinnliche Sprache, mit der sie dem klar vorherrschenden Trostlosen, Groben, Hässlichen, Brutalen in ihrer Geschichte ein Gesicht gibt. Ebenso wie dem Einsamen, den Sehnsüchten und Träumen. Gerne grundiert mit beißender Ironie, ja auch streckenweise mit viel Sinn für Humor. Position beziehend zu Unrecht und Irrglauben. Aber ohne moralinsaure, oberlehrerinnenhafte Attitude.«

(Ursula Rütten WDR5 )

Kurzbeschreibung

Die rebellische Dominika mit dem dunklen Teint und der »Zigeunermähne« ist eine Außenseiterin. In der Klasse fühlt sie sich zu den Mitschülern hingezogen, die anders sind: zu Dimitri, dem Sohn griechischer Exilanten, und zu Malgosia, ihrer lesbischen Freundin. Das Leben im »Sandberg«, der heruntergekommenen Plattenbausiedlung am Rande einer westpolnischen Kleinstadt, ödet sie an: der Dreck, der Suff; ihre Mutter, die von einem Schwiegersohn aus Castrop-Rauxel träumt; die von Kirche und Konsumwahn manipulierten Nachbarsfrauen. Was geht sie das an? Wie kommt sie überhaupt hierher? Geliebt fühlt sich Dominika nur von ihren Großmüttern – Halina, die im »Deutschenhaus« in der Altstadt wohnt, und Zofia, die sich 1943 das Leben nehmen wollte. Eines Tages, als sie bei Zofia im Garten unter dem Walnußbaum sitzt, taucht ein Historiker aus Kalifornien auf, der die Spur eines jüdischen Freundes verfolgt und wie beiläufig ins Gespinst der Lebenslügen hineinsticht, aus dem Dominika sich befreien will. Joanna Bator, die wohl stärkste neue Stimme der polnischen Literatur, erzählt in einer reichen, sinnlichen Sprache und mit giftiger Ironie von den Träumen, Ängsten und Hoffnungen einer von Krieg und Flucht traumatisierten Generation und von der Rebellion und Freiheitssehnsucht ihrer Kinder.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sprachkunstwerk 21. Dezember 2011
Von Miedary
Format:Gebundene Ausgabe
Joanna Bator ist meine Entdeckung des Jahres. Auf dem "Sandberg", einer Siedlung am Rande einer westpolnischen, früher schlesischen Kleinstadt, ensteht auf den Trümmern der europäischen Geschichte eine neue, von Frauen dominierte Gesellschaft. Nicht der ersehnte Wohlstand, das Ende der Angst ist die eigentliche Errungenschaft der Veränderungen von 1989. Das Buch ist zurecht preisgekrönt. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ein Lob auch der Übersetzerin.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
unbekanntes Nachbarland 14. November 2011
Von polymob
Format:Gebundene Ausgabe
Unser Nachbarland Polen wie man es noch nicht erlebt hat.
Joanna Bator lässt wortgewandt ein Bild der jüngeren Geschichte Niederschlesiens entstehen, das ich mir trotz einiger Vorkenntnisse so nicht vorgestellt habe. Der Sozialismus im Nachkriegspolen bildet zwar den politschen Rahmen der Handlung, steht aber nicht im Vordergrund. Eine Realität, die zwar als gegeben angenommen wird, die die Figuren aber auch dazu zwingt sich anzupassen oder gedanklich zu fliehen. So ist das Buch nicht bloß ein Gesellschaftsbild, sondern auch eine zutiefst persönliche Reise in die Vergangenheit der Autorin.
Die Sprache des Buches ist überbordend, fantastische Sätze und bis dato unbekannte Metaphern strömen unablässig aus ihm heraus und bilden einen Sog, der bis zur letzten Seite anhält.
Ein intesives Leseerlebnis, das noch lange nachhallt.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Eigentlich ist es kein Frauenbuch, obwohl der facettenreiche Alltag dieser Frauen, die wahrlich keine Heldinnen sind und streckenweise ein exzessives Leben führen, im Mittelpunkt dieser polnischen Familiengeschichte steht, sondern es ist vielmehr ein Buch das alles in den Fokus nimmt und Platz für ausschweifende Feinheiten hat, die eine bisher wenig bekannte Welt für alle Altersgruppen aufmacht. Es ist auch ein Generationenroman mit drei Generationen - Großmutter, Mutter, Kind - in dem auch eine politische Geschichte erzählt wird.

Zum Plot: Sandberg ist eine heruntergekommene Plattenbausiedlung am Rande einer westpolnischen Kleinstadt. Hier in den polnischen Westgebieten lebten einst die Schlesier. Sie wurden vertrieben und die Bewohner der ehemaligen polnischen Ostgebiete fanden hier, in einer der wichtigsten Vertreibungsgeschichten des 20. Jahrhundert, eine neue Heimat. Die Geschichte der Vertreibung ist weit im Hintergrund der Erzählstränge, wird von Mal zu Mal eingeblendet. Im Vordergrund stehen die Alltagsgeschichten mit vielen Details der Familien, garniert mit etlichen Facetten, die den Alltag im real existierenden Sozialismus ausmachen. Alles geht seinen sozialistischen Gang, das Leben ist öde, die Lebensmittel sind knapp, die Frauen träumen von Freiheit und Wohlstand, die Männer arbeiten im Bergbau und genießen den Alkohol in vollen Zügen. Immer wieder ändern sich schlagartig die Perspektiven. Kaleidoskopartig, mit chronologisch unterschiedlichen Ansätzen, einer nicht immer leicht zu verarbeitenden chronologischen Aufsplitterung, setzten sich die einmal von einer jungen Frau, dann von einer alten Frau und dann von einem Mann erzählten Details zu einer Geschichte zusammen, die dann in den unterschiedlichsten Bezügen ein großes Stück Geschichte zusammenträgt. Im Stil erinnert alles an den magischen Realismus" der Latinos.

Im Mittelpunkt steht die rebellierende Dominika, die sich von ihrer Mutter unverstanden fühlt und Trost bei ihren Großmüttern sucht, bei Halina die im Deutschenhaus" in der Altstadt wohnt und bei der depressiven Zofia. Dominika wird von ihren Klassenkameraden mit Ausnahme von Dimitri, Sohn griechischer Einwanderer und Malgosia, ihrer lesbischen Freundin gemieden. Mit ihrem dunklen Teint und ihrer "Zigeunermähne" passt sie eigentlich nicht in diese polnische Gesellschaft, doch die Mutter ist nicht bereit das Geheimnis zu lüften.

Ich will nicht die Freude an dem Buch spoilern, aber so viel sei verraten, die Kernfrage, wer sind wir und wie kommen wir hier her, wird von einem kalifornischen Historiker ansatzweise beantwortet, obwohl trotzdem die Leerstelle des Buches die bleibt, wie Dominika dieses Plattenbautenmilieu verlassen konnte und dann nach einem erfolgreichen Studium ein Mathematik Genie in Warschau werden konnte.

Es ist ein wunderbares und trotz der komplizierten Erzählkonstruktion leicht zu lesendes Buch das trotz der überbordenden, ironischen, teilweise auch sarkastischen aus allen Nähten platzenden Sprache, sowie der drastisch und sehr körperlich beschriebenen Laszivität als auch der vielen geschilderten Katastrophen im Kern liebevoll bleibt und viel Sympathie für die Frauen aufbringt. Der Erfolg und der unglaubliche sinnliche Sog der von diesem Roman ausgeht und den Leser atemlos von Seite zu Seite trägt, sind sicher auch der großartigen Übersetzung von Esther Kinsky geschuldet. Meine emphatische Leseempfehlung.
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