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Sand Taschenbuch – 2. Mai 2013

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 11 (2. Mai 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499258641
  • ISBN-13: 978-3499258640
  • Größe und/oder Gewicht: 12,7 x 3 x 19,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (124 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 7.723 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Wolfgang Herrndorf, 1965 in Hamburg geboren und 2013 in Berlin gestorben, hat ursprünglich Malerei studiert. 2002 erschien sein Debütroman «In Plüschgewittern», 2007 der Erzählband «Diesseits des Van-Allen-Gürtels», 2010 und 2011 folgten die Romane «Tschick» und «Sand». Nachdem Wolfgang Herrndorf 2010 an Krebs erkrankt war, begann er unter dem Titel «Arbeit und Struktur» ein Tagebuchblog, «in dem manche sein eigentliches Hauptwerk erkennen», so Felicitas von Lovenberg in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Nach wie vor ist hier ein gewitzter und universal belesener Artist am Werk, der auf seinem Hochseil mit Gewalt, Tod, Verderben und Vergessen jongliert und die Nichtigkeit der menschlichen Existenz als großes Kunststück aufführt. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Ebenso rätselhaft wie bewegend. (Die Zeit)

Was immer der Schriftsteller Wolfgang Herrndorf vorlegt, nie duldet es einen Zweifel, dass hier einer der einfallsreichsten und stilsichersten Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur am Werk ist. (Neue Zürcher Zeitung)

Herrndorf verfügt über einen ganz ungewöhnlichen Ton, der das Höchste mit dem Alltäglichen, Selbstverständlichen mischt, ohne dass es je wie Komplexitäts-Bastelei aussähe. (Süddeutsche Zeitung)

In Sand sieht man, was für ein großartiger, lapidar-berührender Autor er ist. Es ist ein lächelnder, freundlicher, sehr sympathischer Nihilismus, der aus seinen Sätzen spricht. (Frankfurter Rundschau)

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Wolfgang Herrndorf, 1965 in Hamburg geboren, hat Malerei studiert und unter anderem für die «Titanic» gezeichnet. 2002 erschien sein Debütroman «In Plüschgewittern», 2007 der Erzählband «Diesseits des Van-Allen-Gürtels» und 2010 der Roman «Tschick», der zum Überraschungserfolg des Jahres avancierte. Wolfgang Herrndorf wurde u.a. mit dem Deutschen Erzählerpreis (2008), dem Brentano-Preis (2011), dem Deutschen Jugendliteraturpreis (2011), dem Hans-Fallada-Preis und dem Leipziger Buchpreis (2012) ausgezeichnet. Wolfgang Herrndorf starb am 26. August 2013.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Andreas Donder am 23. April 2014
Format: Taschenbuch
In meinem Verständnis handelt es sich um einen Rätseltext. Um ein modernes Sphinx-Rätsel nach der Existenz des Menschen. Die Schlüssel zum Roman sind schwer zu finden. Verschwinden immer wieder im Sand. Ein General-Schlüssel für Herrndorfs letztes Werk „Sand“ scheinen mir die Namen zu sein.

Die gesuchte Person im Roman heißt „Cetroit“ ..... französisch übersetzt: „es sind drei“. Wer geht am morgen auf vier Beinen, am Mittag auf zwei und am abend auf dreien? .... Immer ist es der Mensch. Immer ist es derselbe. Aber in anderer Form. Cetroit gibt es nicht als Person. Es ist eine Idee.

Strukturell treibt der Autor den Leser samt Protagonisten Carl durchs klassische Labyrinth. Der rote Faden wird vom Protagonisten immer wieder neu rein durch Zufall gefunden. Der Leser muss sehr wachsam sein, wenn er dabei selbst nicht verloren gehen will. Witzige Einfälle halten ihn auf Trab und bei der Sache. Obwohl es, wie im echten Labyrinth auch, Längen gibt. Ich sage nur: alles Pareto. 20% der Handlung ist spannend, 80% ist Redundanz. Wie im echten Leben auch.

Die Reise durchs Labyrinth erfolgt auf drei Ebenen: Traum, Rausch und Realität. Und durch diverse Mischformen. Wenn der Protagonist in der Wüste dem Ouz begegnet, wo sind wir dann? In der Wüste? Oder in einer Vision? Das Ouz ist kein handzahmes Tierchen. Und gibt es natürlich auch nicht in echt. Ein Verweis auf den Zauberer Oz? Das Ouz ist hier der Überbringer einer Botschaft:

"A man may be born, but in order to be born he must first die, and in order to die he must first awake."

Ein sehr kurioses Detail wird hier aus dem Ideen-Koffer gezogen.
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75 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von dadaxel am 18. Mai 2012
Format: Kindle Edition
Nordafrika 1972. Zwischen Dünen und Slums brennt die Sonne auf die Menschen hernieder, Menschen, die denkbar verschieden sind und doch alle in einem geeint: Sie sind auf der Suche. Die Polizei sucht einen Mörder, der Mörder sucht das Weite. Eine Gruppe Aussteiger sucht Erleuchtung. Ein Geschäftsmann sucht einen Kontaktmann. Die kleinen Verbrecher suchen schnellen Gewinn, die großen Verbrecher suchen eine Mine. Carl sucht sein Gedächtnis und Helen sucht ihm dabei zu helfen. Ein Verrückter sucht einen Goldschatz und ein kleines Mädchen sucht seine Puppe. Alle suchen und keiner wird finden: Wie Sand rieselt es durch die Finger...

In "Sand" hat Wolfgang Herrndorf ein aberwitziges Szenario mit skurrilen Figuren in unglaublichen Situationen entworfen. Ein simpler Charakter wird unfreiwillig zum Dreh- und Angelpunkt einer Gangster- und Spionagegeschichte. Die Wahl von Ort und Zeit ist dabei nicht zufällig. Die Wüstenregion im Norden Afrikas bietet Herrndorf nicht nur eine übergreifende Metapher, sie ist auch der Mehrzahl der Leser so fremd und unverständlich, dass das kriminelle Geschehen des Romans dort gut für möglich zu halten ist. Zeitlich ist die Handlung in die Ära verlegt, als Informationen mangels Computer und Handy sich noch mit überschaubarem Tempo verbreiteten. Leider unterlaufen Herrndorf in seiner Detailverliebtheit dabei kleine Fehler: Die Zentralverriegelung wurde erst 1974 erfunden und Goethe zierte erst ab 1975 den 20-Mark-Schein (woher der Koffer mit dem DDR-Geld kommt bleibt überhaupt ein Rätsel). Das sind keine schwerwiegenden Mängel, aber in Zeiten der Internet-Recherche leicht zu vermeidende Schönheitsfehler, die die Ernsthaftigkeit des Romans schmälern.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Zweifler am 8. April 2014
Format: Taschenbuch
Mir hat's hervorragend gefallen. Auch wenn ich bereits beim ersten Lesen alle bzw. die meisten vermeintlich losen Fäden für mich verbinden konnte, hab ich "Sand" gerade zum zweiten Mal gelesen, um mich mehr auf kleinere Details und die Sprache zu konzentrieren und um sicherzugehen, dass wirklich alles in der Handlung seine "logische Ordnung" hat. Sand ist nach meinem Empfinden ein großartiges Werk. Es ist ja weit mehr als nur ein Agententhriller mit einem konfusen Plot und durcheinander gewürfelten Handlungsschnipseln, dessen skurrile Handlung 1972 in einem fiktiven Wüstenort im Maghreb spielt. Spannend, verwirrend und geheimnisvoll ist die Handlung. Aber da steckt irgendwie noch mehr drin. Das Buch hat auf mich tagelang eine seltsame Faszination ausgeübt, so dass ich nach dem ersten Lesen selbst noch etwas erstaunt/verwirrt war, dies aber durchaus als positiv empfunden habe. Schon selten, dass ich noch ein paar Tage über ein gelesenes Buch nachdenken muss.
Ich mag den Stil Herrndorfs, seine Sprachverliebtheit, seine gezielten Versuche zur Verwirrung des Lesers, den weiten Spannungsbogen, seinen Sarkasmus, seinen schwarzen Humor (den ich bei ihm immer zu erkennen glaube) und die in der Fülle an allen möglichen Informationen versteckten und geschickt ausgelegten falschen und zielführenden Fährten, diese eingestreuten Schlüsselinformationen und Nebensächlichkeiten, die als Motto jedem Kapitel vorangeschickten Zitate. Gute Nahrung für die grauen Zellen. Man ist stets gezwungen, diese gekonnt servierten Puzzleteile und verschiedenen Ebenen des Handlungsstrangs für sich zusammenzusetzen.
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