Die erste Frage, die sich stellt, wenn man den Umkarton des Clip Zip entfernt hat, ist, wie bekommt man dieses kleine, streichholzschachtelgroße Gerät aus der Plastikform, ohne, dass man jene zerschneiden muss? Denn im Falle, dass man seinen Zip irgendwann mal wieder verkaufen möchte, kommt das natürlich ungut, wenn dieser im Umkarton ohne Halt hin und her baumelt.
Antwort: Man muss die Form zerschneiden. Anders ist das Auspacken gar nicht möglich. Warum auch immer man eine dermaßen unfreundliche Verpackung eingesetzt hat, weiß nur SanDisk.
Aber hat man ihn erst einmal am Rechner angestöpselt, geht alles recht schnell.
Man lädt von der Sandisk-Homepage das Firmware-Update-Programm herunter, installiert es und dann geht schon fast alles von alleine.
Nachdem die Firmware aktualisiert wurde kann man dann mit dem befüllen des Player beginnen und überraschenderweise gelingt dies auch recht schnell.
Nun geht es an das Einstellungsmenü. Dort kann man verschiedene Extras entweder im Hauptmenü einblenden lassen oder man lässt sie verschwinden, was sehr praktisch ist. In meinem Fall gibt es jetzt nur noch Musik und Einstellungen. Radio, Sport, Hörbuch usw. habe ich ausblenden lassen. Ein Equalizer und diverse Klangvoreinstellungen sind ebenfalls einstellbar, für mich aber nicht interessant, da ich den Player auf "NORMAL" lasse, denn ich will den unverfälschten Klang genießen, den der Clip Zip wiedergibt.
Die Steuerung ist recht einfach und simpel. Der Tastendruck geschieht per Wipptechnik. Der Player hat an der Rückseite einen Clip, den man zum Fixieren an seinem Shirt nutzen kann. Er macht keinen zerbrechlichen aber auch keinen arg robusten Eindruck. Ich würde die Materialverarbeitung des Clip Zip jedoch eher als sehr sparsam einstufen. Es ist ein Stück billiger und leichter Kunststoff. Materialwert vielleicht unter 50cent. Die grafische Darstellung der Menüs ist recht simpel mit schwacher Auflösung, zeigt aber Albumcover gut erkennbar und farbig an.
Aber auch auf das Innenleben kommt es an und dazu komme ich jetzt.
Da ich auch höherohmige Kopfhörer daran anschließen wollte, habe ich gleich mal den Sennheiser HD555 angestöpselt. Zuvor wählte ich bei den Einstellungen "NORTH AMERICA", um die EU-Lautstärken-Sperre zu überlisten. Und siehe da, der Sennheiser spielte laut genug auf und der Clip Zip zeigte sogar noch Reserven. Sieht natürlich merkwürdig aus, wenn ein so großer Stecker bzw Kopfhörer an so einem kleinen Mini hängt.
Ich habe insgesamt drei Kopfhörer am Sandisk Sansa Clip Zip getestet:
1. Sennheißer HD555 (offene Bauweise, ohrumschließend)
2. Denon AH-D1001 (geschlossene Bauweise, ohrumschließend)
3: Beyerdynamic 101iE (In-Ear)
Jeder Kopfhörer hat natürlich einen eigenen Klangcharakter. Der Sennheiser ist sehr räumlich und neutral, der Denon klingt kompakt und analytisch und der Beyerdynamic sehr brillant und transparent.
Mit allen drei Kopfhörern spielte der Clip Zip einen hervorragenden Klang ab. Die Bässe waren stets tief, sehr präzise und kräftig mit minimaler Betonung im Oberbass. Die Mitten klangen schön detailreich und klar, so wie auch die Höhen, die nie verzerrten und brillant klangen. Rauschen war kaum wahrnehmbar und so wie auch Verzerrungen bei erhöhter Lautstärke. Keiner der drei Kopfhörer legte klar klangliche Schwächen des Clip Zip auf. Weshalb er qualitativ mit einem Samsung YP-U5 gleichauf ist. Der winzige Unterschied zwischen den beiden liegt daran, dass der Samsung die Mitten etwas wärmer wiedergibt und der Bass einen Tick voller klingt. Während der Sandisk einen etwas kühleren Charakter aufweist, was Gesangstimmen minimal schärfer und dünner klingen lässt. Reine Geschmacksfrage. Beide Mini-Player klingen besser als der Cowon S9, der eigentlich nur durch seine Klang-Verstärker-Software nur so gut klingt, aber ohne diese den beiden Mini's unterlegen ist.
Fazit:
Ich hoffe zumindest, dass mein Modell lange hält, da man hier schon einige Berichte über defekte Geräte nachlesen kann. Klanglich ist der Clip Zip sehr gut. Das Material eher mäßig, drum gibt es einen Stern weniger, da der derzeitige Preis zu hoch ist.
NACHTRAG
Der Player war jetzt gerade mal 10 Tage in Gebrauch und lässt sich trotz aufgeladenem Akku nicht mehr einschalten. Vermutlich ist der Akku defekt. Nachdem der Player per USB am PC hing und ich den PC neu startete, gab der Clip Zip kein Lebenszeichen mehr von sich. Da man davon öfter schon gelesen hat, dass es sich hierbei um ein allgemeines Sandisk Sansa Clip Problem handelt, habe ich von vier auf zwei Sternen abgewertet. Schade.
Pro:
+ Sehr guter Klang
+ Sehr kompakt und leicht
+ Mini-USB-Stecker zur Datenübertragung überall erhältlich (also kein eigen genormter Anschluss wie bei Samsung, Apple usw.)
+ Liest viele Audioformate
+ Speicher erweiterbar durch Micro-SD-Karteneinschub
+ Relativ leistungsstarker Köpfhörerausgang
Contra:
- Verarbeitung
- Etwas niedrige Akkuzeit
- Hohe Wahrscheinlichkeit eines Akku-Ausfalls