In Samurai-Sommer geht es um einige Jugendliche, größtenteils Halb- oder Vollwaisen, die in einem Feriencamp von saddistischen Betreuern tyrannisiert werden und sich daraufhin in ein Spiel flüchten, in dem sie Samurai sind, im Wald in einem Schloss leben, dass in Wirklichkeit lediglich aus zufällig gefundenem Schutt besteht, und vor allem selbst über sich bestimmen können. Das Buch wird aus der Sicht von Kenny erzählt, dem Anführer der Samuraiclique, dessen größter Feind ein Junge namens Weine ist, mit dessen Clique er ständig auf Kriegsfuß steht. Im Camp lernt er Kerstin kennen, und im Gespräch mit ihr beginnt er erstmals, den Sinn seiner Samuraiwelt zu hinterfragen.
Eigentlich müsste es möglich sein, mit den sehr interessanten Charakteren, der schönen Einteilung in nicht zu lange Kapitel und unterhaltsamen Zwischenepisoden, wie dem Kampf zwischen Musashi und Kojiro, zwei Samuraimeistern, ein bahnbrechendes Buch zu schreiben. Doch obwohl die Ausdrucksweise sehr gewählt und die Sätze schön konstruiert sind, wird die Geschichte nicht überzeugend fortgeführt und es entwickelt sich doch noch eine der üblichen klischeehaften Sommercampgeschichten mit einem äußerst laschen Ende, bei dem viele Fragen offen bleiben.
Aus diesem Grund ist zwar bereits eine Fortsetzung in Arbeit, ich würde aber niemandem empfehlen, für diese Geld auszugeben.