Ich habe dieses Buch gekauft, nachdem ich von einer Bekannten auf die Sendung "Günter Jauch" im ARD aufmerksam gemacht wurde, bei der es um Samuel Koch ging. Das Buch hat mich beim Lesen sehr bewegt, und irgendwie kann ich sagen, es hat mein Leben verändert. Ich kann diesen jungen Mann nun besser verstehen - nachvollziehen, wie sein Leben vorher war, was sein "Schatz in Leben" gewesen ist (vor allem die unglaubliche Freude über die eigene Beweglichkeit, die Begeisterung für den Sport, das Abenteuer, etwas Neues auszuprobieren)und wie es dann letztlich zu dieser Wette kam. Und wie anders, wie unendlich mühsam nun alles für ihn geworden ist ... Ich finde das Buch sehr ergreifend und authentisch, und die negative Kriktik eines meiner Vorgänger finde ich sehr hart und auch ungerecht. Nein, ich glaube bestimmt nicht, dass es bei dem Buch darum ging, "Reibach" zu machen ... Wie gern würde S.K. auf das dadurch möglicherweise zu verdienende Geld verzichten, wenn er dafür seine Gesundheit noch hätte! Aber nachdem es nun mal so gekommen ist, finde ich es gut, wenn er dadurch seinen Lebensunterhalt (vielleicht) wieder selbst verdienen kann, anderen Menschen zu einer neuen Sichtweise ihres Lebens verhilft und zudem noch Verständnis für Menschen in ähnlicher Lage weckt. Ich bin Samuel Koch und dem Co-Autor Christoph Fasel einfach dankbar dafür, dass sie das Buch geschrieben haben.
Bei mir sind nach dem Lesen tiefes Mitgefühl und eine unendliche Dankbarkeit zurückgeblieben. All die eigenen gesundheitlichen Probleme, die mich gelegentlich bedrückten, erscheinen mir nun so winzig, so unwesentlich ... Ich schaue auf das, was ich alles tun kann, wie selbstbestimmt ich leben darf, und denke, wenn mir mal etwas mühsam erscheint (oh Mann, schon wieder die Spülmaschine einräumen, mit den Hunden laufen, ein Essen auf den Tisch stellen ...): Wie dankbar und glücklich wäre Samuel Koch, wenn er dies tun könnte. Wie gern würde er die Wäsche aufhängen, die leidige Steuererklärung erledigen ...
Ich bin ebenfalls Christ und finde auch die Art, wie er das Vorgefallene in Bezug auf seinen Glauben einordnet, einfach gut, wohltuend - nicht vorschnell, sondern durchdacht, mit Raum für Fragen und Zweifel, auch Selbst-Hinterfragung.
Ich möchte einfach danke sagen für dieses wertvolle Buch, das nicht nur ein Einzelschicksal schildert, sondern mir zudem geholfen hat, etwas besser zu verstehen, mit welchen Schwierigkeiten gelähmte oder anderweitig behinderte Menschen zu kämpfen haben. Ich wünsche S.K. von ganzem Herzen gesundheitliche Fortschritte, ein allmähliches Wiedererlangen weiterer Körperfunktionen - aber auch wenn es in dieser Hinsicht nicht so kommen sollte, wie man hofft und wünscht, an diesem Trost dürfen wir als Christen unbeirrbar festhalten: "Darum geben wir nicht auf. Wenn auch unsere körperlichen Kräfte aufgezehrt werden, wird doch das Leben, das Gott uns schenkt, von Tag zu Tag erneuert. Was wir jetzt leiden müssen, dauert nicht lange und ist leicht zu ertragen in Anbetracht der unendlichen, unvorstellbaren Herrlichkeit, die uns erwartet" (2. Korinther 4,17). Das ist kein "Vertrösten" auf die Ewigkeit, sondern eine reale Hoffnung, deren Verwirklichung wir Tag für Tag ein Stück näher kommen.