James Knowlson hat die grundlegende Biographie geschrieben.
Samuel Beckett, der extrem selten Interviews gab und sich noch seltener über sein eigenes Werk und schon gar nicht über sein Leben ausließ, hat kurz vor seinem Tod seinem langjährigen Freund, Beckett-Experten, Herausgeber der „Journal of Beckett Studies" und Chef des Beckett-Archivs in Reading (GB) autorisiert seine Biographie zu schreiben. Entstanden ist daraus eine umfangreiche Biographie, die insbesondere in Becketts Jugendjahren Neues zu erzählen hat und mit einigen Fehlern der Biographie von Deidre Bair aufräumt (was keine Kritik an der ersten Beckett-Biographie ist, da Bair deutlich weniger Quellen offenlagen). Zudem stellt diese Biographie einen sehr nützlichen Einstieg in Becketts Werk dar, weil die fundierten Kenntnisse Knowlson insbesondere für das bessere Verständnis der späteren (wenig bekannten, aber extrem dichten und beeindruckenden) Texte sehr hilfreich ist.
Für jeden, der sich näher mit Leben und Werk eines der besten, intelligentsten, belesensten und bescheidensten Schriftstellern dieses Jahrhunderts beschäftigen will, dem sei diese Biographie ans Herzen gelegt (nach der Lektüre wird jeder verstehen, daß obige Adjktive keine Übertreibung sind: Beckett hatte so gut wie alle Philosophen von Rang gelesen, zumeist in ihrem Gesamtwerk und in der Originalsprache (!). Er hat nicht einmal seinen engsten Freunden verraten, daß er den höchsten Orden als Widerstandskämpfer Frankreichs erhalten hatte (als Ire!) und den Erlös des Nobelpreises hat er für einen guten Zweck gespendet, ohne es irgendjemanden zu sagen).