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Samt und Stahl: Kaiser Wilhelm II. im Urteil seiner Zeitgenossen
 
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Samt und Stahl: Kaiser Wilhelm II. im Urteil seiner Zeitgenossen [Gebundene Ausgabe]

Martin Kohlrausch
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktbeschreibungen

Tilman Krause, Die Welt, Januar 2007

Es gehört zu den großen Vorzügen dieses verdienstvollen Sammelbandes, mit dem der soeben gegründete Berliner Landtverlag das Jahr 2007 - Majestät würden sagen "fabelhaft glanzvoll" - eröffnet, dass vor allem die Wirkung von Wilhelms öffentlichen Auftritten einer differenzierten Analyse unterworfen wird. Der "Medienkaiser", der als "Reisekaiser" ubiquitär von deutscher Art und Sitte schwärmte - er kam seinen Zeitgenossen, die hier abgedruckt sind (meistens zum ersten Mal seit ihrem ursprünglichen Erscheinen in Zeitschriften und Broschüren) vor wie der moderne Mensch schlechthin: nervös, individuell, all den vielen Reizen der neuen Zeit ausgesetzt, dieselben jedoch bejahend, reflektierend, weiterführend. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Winfried Halder, H-Soz-Kult, Juli 2006

Der mit einem Bildteil versehene und auch im ästhetischen Sinne schöne Band ist, das sei abschließend hervorgehoben, zweifellos für jeden Interessierten lesenswert. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Volker Ullrich, Die Zeit, November 2006

Der von Martin Kohlrausch, Historiker am Deutschen Historischen Institut Warschau, herausgegebene Band versammelt interessante Stimmen von Zeitgenossen: Friedrich Naumann, Ludwig Thoma, Rudolf Borchardt, Theodor Wolff, Walther Rathenau und vielen anderen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. (1859 - 1941) ein polternder Militarist, eine Operettenfigur mit Cäsarenwahn? Schriftsteller und Journalisten, die ihn erlebt haben, urteilten abgewogener. Selbst vielen seinen Kritikern galt Wilhelm II. trotz seines Scheiterns als bedeutender Repräsentant seiner Epoche. Samt und Stahl versammelt Essays herausragender Zeitgenossen Wilhelms II. zur Kaiserfrage. Ein unverzichtarer Beitrag zur Kulturgeschichte der wilhelminischen Ära.

Der Verlag über das Buch

Ihr letzter Kaiser läßt die Deutschen nicht los. Auch knapp 90 Jahre nach dem Untergang des Zweiten Reiches gehört Wilhelm II. zu den meistporträtierten Personen der deutschen Geschichte. Kaum ein Jahr vergeht ohne neue Bücher, Ausstellungen oder Filme über den »Sündenbock und Herrn der Mitte« (Nicolaus Sombart). Das Gesamtbild wird dabei nicht unbedingt klarer; von einem abschließenden Urteil ist die Geschichtsschreibung weit entfernt. Daher liegt es nahe, diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die ihre Ansichten noch aus unmittelbarer Anschauung gewannen. Es ist kaum mehr bekannt, daß illustre Auskunftgeber zur Verfügung stehen. Rudolf Borchardt, Winston Churchill und Egon Friedell gehören ebenso dazu wie Klabund, Walther Rathenau und Jean-Paul Sartre. Dieser Band präsentiert knapp 20 Beiträge zur Kaiserfrage von Journalisten, Schriftstellern, Wissenschaftlern und herausragenden Politikern. Aus den mehr als 3.000 Büchern und Aufsätzen über Kaiser Wilhelm II., die zu seinen Lebzeiten erschienen, hat der Herausgeber Martin Kohlrausch möglichst abwägende Texte ausgewählt. Auf Apologeten, denen es nach dem Motto wright or wrong – my Kaiser nicht um Analyse, sondern nur um politischen Beistand ging, wurde ebenso verzichtet wie auf Autoren, die, insbesondere nach 1918, reine Anklageschriften verfaßten. Berücksichtigt wurden vielmehr Texte, die in der Person Wilhelm II. die prinzipiellen Dimensionen und Probleme monarchischer Herrschaft unter modernen Bedingungen erfaßten, Texte, die in der Regel nicht mehr bekannt oder schwer greifbar sind. An dieser Auswahl, die von der euphorischen Begrüßung des jungen Kaisers im Jahre 1888 bis zu dem nachdenklichen Nekrolog reicht, der in der Frankfurter Zeitung erschien, wird deutlich, in welch starkem Maße der Monarch auch für kritische Intellektuelle Anknüpfungspunkt ihrer politischen Reflexion war. Die »Signalperson«, wie Friedrich Naumann Kaiser Wilhelm II. bezeichnete, wurde zum Medium einer fundamentalen Politisierung und veränderte als willkommener Aufhänger den politischen Journalismus in Deutschland. Das Aufkommen funktionaler Herrschaftskonzepte, die teils eng an den Monarchen angelehnt, teils deutlich von ihm abgegrenzt wurden, ist ohne das Aufkommen der Massenmedien um 1900 kaum zu denken. Sie hatten ihren eigenen Anteil an der bereits ab 1906 einsetzenden Legitimitätskrise: Wilhelm II. wurde zum Objekt weitreichender und kühl kalkulierter Umdeutungen der Monarchie, die zunehmend um den Begriff des Führers kreisten. Die zeitgenössischen Kommentatoren haben Dramatik und Tragweite dieser Entwicklung durchaus erkannt. Dies wird insbesondere an den nach 1918 entstandenen Rückblicken deutlich. Während der vormalige Kaiser in der Weimarer Republik Gegenstand der politischen Grabenkämpfe blieb, nutzten kluge Betrachter den Bedeutungsverlust Wilhelm II. für Analysen, die über die Tagesfragen hinauswiesen. Der einleitende Essay gibt Auskunft über die Entstehungsbedingungen der jeweiligen Zeugnisse und über die Stellung Wilhelm II. in der Historiografie. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Martin Kohlrausch, geb. 1973 in Bremen, studierte in Tübingen, Berlin und an der University of Sussex Neuere Geschichte, Politik und Staatsrecht. Er promovierte 2003 am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz und arbeitet heute am Deutschen Historischen Institut Warschau. Martin Kohlrausch veröffentlichte zahlreiche Artikel zu Problemen des wilhelminische Kaiserreichs und zuletzt die Studie Der Monarch im Skandal. Die Logik der Massenmedien und die Transformation der wilhelminischen Monarchie, Berlin (Akademie Verlag) 2005. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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