Nachtrag nach 2 Jahren:
Pünktlich zum Ablauf der Garantie (die in so einem Fall ohnehin nicht greift) ist die Plastikabdeckung des linken Scharniers kaputt. Das wäre nicht so schlimm wenn es dafür einen Anlass/Eigenverschulden gegeben hätte - wie viele portable Geräte ist es seit langer Zeit zum quasi-stationären Betrieb verdonnert, ich habe es überhaupt nur einmal an einem anderen Ort (Krankenhaus) benutzt, habe es während der ganzen Zeit vielleicht 100x auf- und zugeklappt, ich lebe allein und habe bestimmt nicht selber einen Unfall damit gehabt. Wie bei vielen Note-/Netbooks ist das offenbar die Sollbruchstelle (auch in einer anderen Rezension bemängelt), offenbar vollkommen unnötig unterdimensioniert und beweglich. Daher hat es eine späte Abwertung um 2 Sterne erhalten - gerade bei einem kleinen portablen Gerät dürfen solche Dinge einfach nicht passieren. Ich werde wohl kein Samsung-Gerät mehr kaufen. :(
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Es scheint als ob man bei Samsung aufmerksam die internationalen Online-Communities beobachtet: Seit es Netbooks gibt, wird dort von meist älteren Technikfreaks nach Geräten ohne "Klavierlack", Hochglanz-Displays, Kreischdesign oder Swarovski-Steinen gejammert, mit denen man nicht aussieht als ob man das Ding aus der Handtasche der Partnerin gemopst hat. Nun hat Samsung eins nach dieser Spezifikation gebastelt, Amazon hat's schön billig gemacht und Hermes hat es daher innerhalb von 36h an meine Adresse geliefert:
Verarbeitung:
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Matte Oberflächen überall, es biegt und windet sich höchstens der schlanke Display-Deckel ein kleines bischen und man hat sich bemüht, dem schlichten, schwarzen "Duracase" Plastik-Kleid eine wertige Note zu geben. Zusammengeklappt macht der Kleine einen kompakt-robusten Eindruck (als ob man durchaus ein bischen damit werfen darf), es gibt kein Knacken und Knarzen, das Display ist ohne Pixelfehler, die Verarbeitung ist also tadellos.
Display:
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Das die Anzeige beim N130/140 nicht die allerhellste ist, konnte man schon in den ersten Tests nachlesen. Das bestätigt sich leider auch bei meinem Exemplar, was das Arbeiten bei direkter Sonneneinstrahlung (die man ohnehin besser vermeidet) trotz der stark entspiegelten Bildschirmoberfläche etwas erschwert. Dafür kann das Backlight in solchen Situationen abgeschaltet werden und Text auch mit dem Sonnenlicht allein gelesen werden. Bei der Darstellung heller Flächen sieht man eine leichte Körnigkeit oder auch "Grieseln" wenn man genau hinschaut, was der Entspiegelung geschuldet ist. Eine Einschränkung stellt das allerdings nicht dar und ich habe weitaus schlimmere "grainy displays" gesehen. Darüber hinaus kann man über das Display nicht meckern: Die Blickwinkelabhängigkeit ist mehr als ausreichend in allen Richtungen, Farbwiedergabe und Kontrast sind auch in Ordnung für ein Netbook.
Die Auflösung kann per Software auf 1024x768 umgeschaltet werden, was dann allerdings wegen des gestreckten Seitenverhältnisses etwas eigenartig aussieht. <Fn>+<Shift>+<Rechtspfeil> schaltet auf einen virtuellen Desktop höherer Auflösung um, falls mal eine Anwendung mit 600 Pixel Bildschirmhöhe nichts anfangen kann.
Touchpad/Tastatur:
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Das Synaptics-Touchpad ist ein guter Mausersatz: Präzise und ohne Verzögerung folgt der Mauszeiger dem Finger, mit 2 Fingern kann man "Multi-Touch"-artige Gesten ausführen (sehr praktisch zum Zoomen auf dem kleinen Display) und der Treiber kann - wie üblich - umfangreich auf die persönlichen Bedürfnisse eingestellt werden.
Das Keyboard ist ein echtes Highlight am N130: Nach kurzer Eingewöhnung schreibt es sich fast wie auf einer Standard-Tastatur, wobei ich mir wünschen würde das mein großes R510 eine ähnlich knackige und präzise Tastatur hätte wie das N130 - kurzer Hub mit einem relativ harten Anschlag und präzisem Druckpunkt - von der Qualität her ein Traum für Blindschreiber. Bis auf die etwas lautere Leertaste ist das Geräuschniveau der Tasten der guten Qualität entsprechend niedrig.
Lüfter/Gehäusetemperatur:
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Die Tastatur ist trotzdem das lauteste Teil am Gerät: Die Lüftergeräusche werden leicht von einer rauschenden Heizung, einer schnurrenden Katze oder einem undichten Fenster übertönt. Mit maximal 28dB(A) ist es auch unter Vollast leiser als so manches Notebook im Leerlauf und obwohl es beim N130 überflüssig erscheint, läßt sich das Lüfterverhalten im BIOS weiter steuern.
Dabei wird die Geräuscharmut nicht durch mangelhafte Kühlung erkauft: Die Gehäusetemperaturen steigen unter Last nur leicht, hauptsächlich auf der linken Unterseite an, der Rest des Gehäuses bleibt angenehm kühl. Besser kann man das kaum machen. Im "Silent Mode" dreht der Lüfter besonders langsam und die Temperaturen steigen innen wie außen etwas an (40°C statt 35°C CPU-Temperatur im Idle-Betrieb).
Akkulaufzeit:
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Beim Erstlauf nach dem Laden hatte ich 5h 40min Zeit, Programme zu installieren, aus dem Netz die Wikipedia-DVD-Version zu laden, einige Episoden meiner Lieblingsserien zu schauen und meine CPU-hungrige DAW- (Musikproduktions-) -Software ausgiebig auf dem kleinen Ding zu testen, bevor das erste "Batteriewarnung"-Popup auftauchte (bei Displayhelligkeit Stufe 3). Wer damit nur in Innenräumen surft/schreibt, wird die versprochenen 6,5 Stunden wohl erreichen. Keine Spitzenwerte, aber durchaus brauchbar. Falls das nicht reicht - das N130 scheint mit dem reichhaltigen Angebot an verschiedenen Zusatzakkus für das NC10 kompatibel zu sein.
Akkulaufzeit ist stark davon abhängig, wie effektiv die Software arbeitet. Beispiel: Der VLC-Player spielt niedrig aufgelöste Videos mit einer CPU-Last von lediglich 3-10%, die CPU bleibt dauerhaft im Stromsparmodus. Windows Media Player genehmigt sich mindestens die Hälfte der CPU für dieselbe Aufgabe und dürfte weitaus kürzer für Unterhaltung sorgen.
Sonstige Technik:
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Die Webcam reicht für den angepeilten Zweck (Konterfei per Telefoniesoftware in 320x200 übertragen) gerade aus, Bluetooth gibt es nicht, der verbaute Atheros n-Draft WLAN-Adapter zeigt keine Schwächen. Nur der einsame Mono-Lautsprecher im Gerät ist eine Katastrophe - die gewohnte Abwesenheit von Bass wird hier mit Höhenarmut gepaart, was sogar schon die Sprachverständlichkeit beinträchtigt. Es gibt besser klingende Telefone. Der Realtek ALC269 Audiochip ist dagegen ohne Auffälligkeiten, Musik auf dem Kopfhörer kommt ohne Telefonsound oder Nebengeräusche daher und auch dieser Chip wurde nicht um die Möglichkeit beraubt, vom Stereoausgang aufzunehmen (z.B. um Webstreams ohne Streamripper etc. mitschneiden zu können).
Leistung und Systemverhalten:
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Auch wenn die Rechenleistung unter den heimischen Schreibtischen die Leistung eines Netbooks lächerlich erscheinen läßt - es entspricht einem ganz vernünftig ausgestatteten System von 2001-2002 und entsprechend gut kommen sogar Spiele aus dieser Ära auf so einem Gerät aus der Hüfte. XP ist auf dieser Rechnerklasse schon fast so reaktiv und schnell wie es geht und auch wenn "GTA:San Andreas" in "Las Venturas" manchmal etwas ins Stocken gerät, läuft es doch überraschend gut.
Nach dem Aufräumen des Systems (Software/Dienste/Autostart/etc.) kommt man in den meisten Fällen gut mit dem verbauten 1GB-Riegel aus. Es gibt auch keinen zwingenden Grund für eine Neuinstallation des Betriebssystems, abgesehen von McAfee und Office sind die zahlreichen Werbebeigaben nicht allzu intrusiv und nach der Deinstallation bleiben nur ein paar Verzeichnisleichen übrig. Es gibt keine "Haker" oder sonstige Workflow-Bremsen und während der letzten 5 Wochen Dauerbetrieb haben sich keine Abstürze/Inkompatibilitäten/Besonderheiten/etc. eingestellt.
Die Festplatte (Samsung HM160HI) liegt mit 54MB/s (durchschnittliche Transferrate) im Mittelfeld. Die von HDTune berichteten 20,9ms Zugriffszeit sind nicht berauschend, insgesamt ist die Performance aber gut. Auch diese Platte fällt *nicht* durch lautes Klackern auf.
Fazit:
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Ein sehr gut verarbeitetes Standard-Atom-Netbook ohne böse Ausrutscher, das schlichte und robuste Business-Design bedient eine enge Nische im Markt, sehr leise, exzellente Tastatur, gute Akkulaufzeit - da kann man das nicht ganz so überragende Display oder die schlichte Ausstattung ohne Bluetooth oder HSDPA/UMTS kaum dagegenhalten. Ein stabiles, unauffälliges, praxistaugliches und zudem zu jeder Kleidung passendes Alltagsgerät mit einem gewissen Understatement, für Leute denen die fast ausnahmslose Verflechtung von portablen Computern und "Bling" gehörig auf den Wecker geht, die ein "Gadget" suchen und kein "Accessoir". Bitte sofort kaufen, bevor die nächste Schminkspiegel-Generation mit lustigen bunten Propellern auf den Markt kommt. :)