***UPDATE***
Ich habe lange überlegt, wie ich diese Rezension angehen möchte und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich sie etwas ausführlicher gestalten möchte, da es sich um ein neuartiges Produkt handelt. Alle, die sich nur über die Hauptaussagen des Textes informieren wollen, hier kommen sie schon:
KONTRA:
- Ruckler bei HDTV
- geringe Anschlussmöglichkeiten (nur 2 USB- und kein HDMI-Anschluss, kein Bluetooth)
- Touchpad schwammig und zu (?) groß
- schnelle Internetverbindung ratsam
- derzeit ohne aktive Internetverbindung nur sehr eingeschränkt zu gebrauchen
- fehlende Web-Apps (z. B. Skype)
- mangelhafte Druckerunterstützung
PRO:
+ Design
+ gute Verarbeitung
+ Gewicht, Maße ' portabel
+ Akkulaufzeit von gut über 8 Stunden
+ viele kostenlose Web-Apps mit großem Umfang
+ auch für Computer-Laien und Neueinsteiger geeignet
+ kein Virenschutz nötig
+ keine manuellen Updates, stetige Weiterentwicklung und Verbesserung des Betriebssystems
+ startet in weniger als 10 Sekunden
+ sofort betriebsbereit aus dem Stand-By-Modus
+ gute Tastatur mit sinnvollen neuen Funktionen/Tasten
+ kein Datenverlust bzw. Zugriff Fremder auf Daten bei Verlust oder Defekt
+ schnelle erste Inbetriebnahme nach Kauf
+ kann unkompliziert und vor allem sicher von mehreren Personen benutzt werden
+ guter und nur gering spiegelnder Bildschirm (ideal für Arbeiten bei Sonnenschein)
+ guter und lauter Lautsprecher
+ flüsterleise, kein Lüfter
+ bleibt kühl auch unter Last
+ handliches und leichtes Ladegerät
Lieferumfang:
* Chromebook mit eingebautem Akku
* VGA-Adapter
* Sicherheitshinweise
* Anleitung für die ersten Schritte
* Ladegerät
Die Verpackung ist schlicht und etwas elegant, aber nicht vergleichbar mit der Box eines Apple-Produktes. Das Chromebook ist aber sicher verstaut und kann in der Verpackung nicht hin- und herrutschen.
FAZIT
Ich kann verstehen, dass viele Leute das Chromebook belächeln. Viele werden auch in der Tat kein Chromebook brauchen und ohne Chromebook ein zufriedenes und produktives Leben führen. Chromebook ist natürlich nicht das Gelbe vom Ei, ebensowenig sind das die anderen Betriebssysteme, wie Windows und Mac OS. Chromebooks haben einige Vorteile, aber auch einige Nachteile. Wobei man nicht außer Acht lassen darf, dass die Chromebooks weltweit erst seit wenigen Tagen erhältlich sind. Also gibt es noch viel Luft nach oben, viele Verbesserungsmöglichkeiten (trotzdem finde ich die Nützlichkeit des Chromebooks so wie es momentan ist erstaunlich). Letztendlich liegt es an jedem Selbst und an seinem Nutzungsverhalten. Jeder muss für sich entscheiden, ob sein Arbeits- und Nutzungsstil mit den Möglichkeiten eines Chromebooks vereinbar sind und ob ihm das Geld wert ist. Wer beides mit JA beantwortet: Herzlich willkommen und viel Spaß mit dem Chromebook. Für alle anderen: Auch gut.
Wie Sie bestimmt bemerkt haben, überwiegen meiner Ansicht nach nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ die Pluspunkte den Minuspunkten, weshalb ich den Kauf keinesfalls bereut habe.
Für diejenigen, die sich ein umfangreicheres Bild über Google Chromebooks - und im Speziellen über das Samsung Series 5 Chromebook - machen wollen, kommen nun die einleitenden Vorworte.
WER BRAUCHT EIN CHROMEBOOK - FÜR WEN IST ES GEEIGNET?
Man muss sich darüber im Klaren sein, dass die Chromebooks Nischenprodukte sind und keinesfalls den herkömmlichen PC ersetzen sollen. Genauso wenig würde man das von einem iPad erwarten. Chromebooks richten sich vor allem an Nutzer, denen eine geringe Bootzeit wichtig ist, die sehr viel Zeit im Internet verbringen und ein unkompliziertes, weil wartungsfreies Betriebssystem erwarten. Für alle, die nur ein einziges Gerät haben wollen, die ihre Daten nicht im Netz speichern wollen, die aufwändige Programme nutzen wollen etc. für diese ist ein Chromebook nicht geeigent.
Ich habe mir das Chromebook gekauft, weil ich 90 % der Zeit, die ich vor meinem Laptop verbringe, im Internet mit dem Chrome-Browser surfe. Und genau dafür will ich das Chromebook. Für die restliche 10 % meiner PC-Aktivitäten (verfassen von langen und aufwändigen Word-Dokumenten, Filme auf Blu-Ray ansehen etc.) werde ich weiterhin meinen Laptop benutzen.
Mir ging es schon oft so, dass ich einfach kurz etwas im Internet nachsehen wollte (Informationen zu laufenden Filmen, kurze Suche nach Nachrichten-Artikeln, Online-Shopping etc.), aber keine Lust hatte meinen Laptop zu booten, denn das dauert mir einfach zu lange. Mein iPad war dafür keine wirkliche Alternative, da es keine Flashinhalte anzeigen konnte, der WLAN-Empfang schlecht war und der Seitenaufbau lange dauerte. Außerdem arbeite ich gerne mit einer vollständigen Tastatur.
Das Chromebook bietet mir genau diese Möglichkeiten und ist daher für mich sehr gut geeignet.
Noch einmal zum Mitschreiben: Das Chromebook ersetzt keinen Laptop/PC, ist als stand-alone Gerät eher ungeeignet. Jeder muss selbst wissen, ob er ein weiteres Gerät braucht und wenn er eines möchte, ob er vielleicht mit einem Tablet oder einem Netbook besser bedient wäre.
DIE KRITIKPUNKTE
Nun möchte ich auf die in vielen Previews genannten Kritikpunkte eingehen:
1.) Im Chromebook sind leistungsschwache Komponenten verbaut:
Dieser Aussage folgt oft der Zusatz, dass man für das gleiche Geld auch ein 'vollwertiges' Notebook erwerben kann. Aber um das geht es meiner Meinung nach nicht. Das Chromebook braucht keine bessere Komponenten, genauso wenig, wie man einen Ferrari braucht, wenn man ausschließlich in der Stadt fährt. Für Chrome-OS reichen die verbauten Komponenten gut aus. Und wer ein optisches Laufwerk und den anderen Schnickschnack haben will, der sollte bei seinem Laptop bleiben und sich kein Chromebook anschaffen.
2.) Das Chromebook lässt sich nicht erweitern:
Es ist richtig, dass der Arbeitsspeicher fest verlötet ist und dass sich das Chromebook nicht erweitern/upgraden lässt. Aber wie oben geschildert, ist das meiner Ansicht nach auch nicht nötig.
3.) Chromebooks sind zu teuer:
Weiter heißt es oft, dass Google einen größeren kommerziellen Erfolg verbuchen würde, wenn Chromebooks weniger als 200 € kosten würden. Das ist so nicht richtig. Natürlich wäre die Verbreitung größer. Aber man sollte bedenken, dass die verbauten Komponenten allein einen Wert von etwa 240 € haben. Hinzu kommen noch die Steuern und letztendlich möchten Samsung/Acer und Google auch noch etwas verdienen. Von daher ist der Preis finde ich gerechtfertigt. Selbstredend nur für diejenigen, die gewillt sind, etwa 400 € für solch eine technische Spielerei auszugeben. Denn seien wir mal ehrlich: Wer von uns BRAUCHT denn wirklich ein Tablet? Wer BRAUCHT unbedingt ein High-End-Smartphone? Wer braucht definitiv ein '? Würde den meisten nicht einfach ein Mittelklasse-Laptop reichen? Ich denke schon, aber das muss jeder für sich wissen.
4.) Chromebooks eignen sich nur für Computer-Experten:
Dieses Argument kann ich nur schwer gelten lassen. Meine Eltern können zum Beispiel nur schwer mit einem Windows-Netbook umgehen, sie sind einfach von der Vielfalt der Möglichkeiten, Einstellungs-Features und sonstigen Optionen überfordert. Insbesondere, wenn man sich vor Augen hält, dass sie das Netbook nur benutzen, um E-Mails zu lesen oder zu schreiben und etwas im Internet zu stöbern (Shopping, Nachrichten, Sportergebnisse...). Ich denke damit sind meine Eltern nicht alleine und jeder dürfte so jemanden kennen. Als ich ihnen mein Chromebook präsentierte und ihnen erklärte, was es ist, kann und nicht kann, waren sie zuerst skeptisch. Doch nach kurzer Zeit konnte ich sie vom Chromebook kaum mehr losreissen, sie fanden die Einfachheit schlicht genial.
5.) Ohne Internet kein Chromebook:
Dieses Argument ist valide in meinen Augen. Derzeit gibt es kaum Web-Apps, die offline verwendet werden können. Manche Apps kann man bereits offline nutzen, wie z. B. Google Docs (zu deutsch: Google Texte und Tabellen). Das Geschriebene wird selbstredend erst in die Cloud geladen, wenn wieder ein Internetzugang verfügbar ist. Google hat jedoch zugesichert, dass in naher Zukunft (Sommer bis Herbst 2011) weitere Web-Apps folgen sollen, die keinen Internetzugang erfordern.
Ich möchte nur kurz anmerken, warum dieses Argument für mich nicht ausschlaggebend ist: Ich wohne in einer 50.000-Einwohner-Gemeinde, in der ein schnelles Internet verfügbar ist. Außerdem gibt es zahlreiche Hotspots. Des Weiteren nutze ich das Chromebook fast ausschließlich zu Hause oder bei Freunden und Bekannten, die auch über ein WLAN-Netz verfügen. Aus diesen Gründen bin ich stets online, wenn ich mit dem Chromebook arbeiten möchte. Habe ich kein WLAN zur Verfügung, möchte aber trotzdem mit einem mehr oder minder portablen Gerät arbeiten, dann greife ich auf mein altes Notebook zurück.
Einige werden jetzt einwenden: 'Aber du hast dir doch ein Chromebook mit 3G gekauft, warum nutzt du es dann nicht?' Guter Punkt.
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