Eines gleich mal im voraus, ich schreibe hier nicht als totaler Digi-Cam-Experte und Foto-Freak, sondern als
Otto-Normalverbraucher.
Jahrelang hat mir meine alte Kodak Easy-Share 5MP-Digi-Cam treue Dienste geleistet, nun war es halt aber doch an der
Zeit, für eine neue Digi-Cam.
Beim Auspacken fiel mir schon auf, dass eigentlich sehr wenig Zubehör mitgeliefert wird. Es liegt gerade ein Netz-Stecker mit USB-Anschluß, sowie einem USB-Kabel bei. Natürlich darf die obligatorische Trageschlaufe nicht fehlen. Was ich aber wirklich vermisst habe, wäre ein Schutz-Hülle gewesen. Bei dem Preis für die Digi-Cam, hätte doch eine kleine Aufbewahrungstasche für die Camera dabei sein können. Diese Tasche wird aber nur als optionales Zubehör angeboten, schade eigentlich.
Was ich auch vermisst habe, war eine ausführliche Bedienungsanleitung für die Kamera. Diese gibt es nur auf CD-Rom, die der Kamera beiliegt. Dies ist leider auch ein Nachteil für Leute, die nicht einen PC in ihrer direkten Umgebung haben. Samsung setzt anscheinend voraus, dass jeder Digi-Cam-Besitzer auch automatisch einen PC hat. Was ist aber, wenn man die Digi-Cam zum Beispiel einem älteren Menschen schenken möchte, oder es gibt ja auch absolute PC-Laien, wie sollen die dann mit der Digi-Cam zurecht kommen ? Hier meine große Bitte an Samsung: Bitte eine "richtige" Bedienungsanleitung beilegen, auch wenn sie 158 Seiten lang ist, wie die PDF-Datei auf der CD-Rom.
Der Quick-Start-Guide auf Papier, ist nämlich wirklich nur eine grobe Erklärung, wie man überhaupt die Kamera zum Laufen bringt.
Und für diesen Quick-Start-Guide braucht man auch schon Grundkenntnisse im Umgang mit Digi-Cams.
Die Digi-Cam läuft mit einem Akku, wie beim Handy und nicht mit Batterien. Bevor man sie in Betrieb nehmen kann, muß man also erst den Akku der Cam aufladen. Dies geschieht relativ schnell, allerdings muß man hierzu die ganze Cam anschließen. Hier ist ein weiteres Manko. Der Micro-USB-Anschluß an der Cam ist nach meinem Geschmack an der falschen Stelle platziert. Auch habe ich jedesmal Probleme den Micro-USB-Stecker richtig in die Cam einzustecken. Mir wäre es lieber gewesen, wenn der USB-Anschluß am unteren Boden-Gehäuse zu finden gewesen wäre, wo auch die Öffnung für den Akku und die Speicherkarte sitzt.
Der Akku und die Speicherkarte teilen sich einen Einschub-Schacht. Man muß erst mal etwas rumspielen, um rauszukriegen, wie man beides richtig einführt, damit die Teile auch einrasten.
Aber danach steht dem Foto- und Film-Vergnügen fast nichts mehr im Wege.
Man drückt dem Power-Knopf und schon setzt sich die Kamera in Bewegung. Als erstes wird man aufgefordert Zeitzone und Datum einzugeben. Dies kann man leider nur mit Hilfe der Cursor-Steuerung einstellen.
Und in heutiger Zeit mit Touchscreen PCs und Handys ist das schon etwas umständlich. In grossem und ganzen vermisse ich bei dem Samsung WB150F ein Touchscreen-Display zur besseren und benutzerfreundlichen Bedienung und Handhabung.
Nachdem Uhrzeit und Datum eingestellt ist, kann man endlich mit dem Fotografieren und Filmen loslegen. Die Kammera ist leicht und liegt gut in der Hand. Nur mit den Daumen bin ich immer auf das Display gekommen.
Irgendwie wird man auch andauernd in die irrtümliche Annahme geführt, dass es sich um ein Touchscreen-Display handelt. Aber da sich dann nichts tut, wenn man die Auswahl-Fenster drückt, muß man leider auf die Cursor-Steuerung zurückgreifen.
In der SMART-Einstellung kann man gute Bilder auch ohne weiter Fachkenntnisse machen. Möchte man bessere Fotos und vor allem die Kamera ausreizen, muß man sich durch die 158seitige Pdf-Bedienungsanleitung auf der beiliegenden CD-Rom durchkämpfen.
Aber wenn man die Bedienungsanleitung erst mal durchgearbeitet hat, was halt etwas länger braucht, findet man richtig gefallen an der Kamera und lernt sie zu lieben. Man darf nur nicht die Flinte ins Korn werfen, beim Studieren der Anleitung. Auch war ich zuerst verzweifelt, dass ich keine schwarz-weiß oder sepia Einstellung auf Anhieb gefunden habe. Aber das muß man erst mal wissen, dass Samsung für Schwarz-Weiß den Begriff "Klassisch" und für "Sepia" den Begriff "Retro" verwendet. Solche Sachen findet man eben erst nach dem Studium des Handbuches heraus.
Hier ist eben auch das Manko, nichts geht ohne PC-Anschluß, damit man überhaupt das Handbuch benutzen kann.
Der Zoom der Cam wird über ein Dreh-Rad am oberen Gehäuse gesteuert, zusammen mit dem Auslöser-Knopf. Von meiner alten Cam war ich es gewöhnt, dass die Zoom-Steuerung an der Rückwand ist. Das ist zuerst eine Umgewöhnung.
Die einzelnen Knöpfe an der Kamera sind stabil und gut verarbeitet, auch das ganze Kamera-Gehäuse.
Über ein Dreh-Rad mit Einrast-Funktion kann man die verschiedenen Programm-Einstellungen vornehmen, von der SMART-Einfach-Funktion bis zu den Profi-Sachen inklusive Bildbearbeitung und der Video-Funktion. Um die Geheimnisse der Kamera kennenzulernen braucht man eben viel Zeit und das Handbuch.
Die verschiedenen Smart Filter-Effekte in der Kamera begeistern mich voll. Das erspart teilweise die nachträgliche Bildbearbeitung.
Mehr dazu findet man auf Seite 88 der Bedienungsanleitung.
Sehr gut ist die W-Lan funktion, aber auch etwas umständlich, wegen dem fehlenden Touchscreen-Display. Aber so gleich die Bilder per Mail an Freunde und Bekannte zu verschicken, ist schon genial. Es setzt aber auch veraus, dass man immer die eMail-Adressen von Freunden im Kopf hat. Natürlich braucht man auch immer ein W-Lan-Netz, auf das man zugreifen kann.
Ohne Touchscreen-Display ist es auch etwas umständlich die eMail-Adressen zu schreiben. Für die eMail-Funktion müsste die Cursor-Steuerung dafür etwas ausgereifter sein.
Auch kann man mit der Cam die Bilder direkt an Social-Networks schicken, wie Youtube, Facebook, etc. schicken.
Aber kommen wir jetzt mal zu den Bildern überhaupt. Sie sind teilweise brilliant, aber auch teilweise schlecht, trotz der 14MP. Gut, es liegt auch am Fotografen, ob ein Bild gut wird oder nicht. Auch die teuerste Kamera kann nicht zaubern, wenn der Fotograf nichts taugt.
Ich hab eine Serie von 10 Bildern geschossen, immer das selbe Motiv im SMART-Programm-Status und eines wurde dann total orange, obwohl ich einen weißen Teller fotografiert habe und nichts dabei verstellt hatte.
Sind vermutlich die technischen Tücken, die jedes Gerät mit sich bringt ab und zu.
Die Video-Cam-Funktion ist gut bis sehr gut. An den Bildrändern konnte ich leichtes Rauschen und Unschärfe feststellen, aber vielleicht muß ich nur noch etwas an den Einstellungen arbeiten.
Um langsam zum Schluß zu kommen: Man muß sich bei der Samsung WB150F auf eine lange Beziehung einlassen und sie richtig lieben zu lernen.
Und ja, ich liebe sie inzwischen und möchte sie nicht mehr eintauschen. Auch wenn ich mich immer noch täglich durchs Handbuch am PC durchkämpfen muß.
Es gibt immer was neues zu entdecken an der Cam und mit der Cam.
Aber hier nochmal meine Bitte an Samsung: richtig gedrucktes Handbuch, um es perfekt zu machen !