Die NX5 ist Samsungs zweite Kamera im Marktsegment der spiegellosen Systemkameras und ist die kleine Schwester der seit Ende letzten Jahres erhältlichen NX10. Mit den verbauten APS-C Sensor geht Samsung einen anderen Weg als die Micro-Four-Thirds Hersteller und ist neben Sony der einzige Hersteller, der diese Sensorgröße bei spiegellosen Kameras nutzt. Die Sensorgröße soll noch größere Spielräume beim Umgang mit der Tiefenschärfe schaffen, und ein besseres Rauschverhalten zeigen. Dazu später mehr.
Verarbeitung:
Der Kamerabody zeigt eine gute Verarbeitung. Das Plastikgehäuse fühlt sich relativ hochwertig an und der Griff ist sowohl für große als auch kleine Hände angenehm zu halten. Die Tasten haben durchweg einen guten Druckpunkt und sizen fest im Gehäuse. Anders verhält es sich mit dem Kitobjektiv. Das Objektiv besteht aus einfachstem Kunststoff. Bereits beim ersten Anfassen gab der Zoomring knarzende Geräusche von sich und zeigte keinen gleichmäßig leichten Lauf über den Zoombereich, was besonders beim Zoomen während Video Clips Probleme in Form von holprigen Zoomfahrten mit sich bringt.
Bedienung und Ausstattung:
Die Kamera richtet sich klar an ambitioniertere Fotographen. Es finden sich direkte Zugriffstasten für alle gängigen Einstellungen, ein elektronischer Sucher, ein integrierter Blitz, sowie ein Systemblitzschuh. Auch das Menüsystem ist logisch, gut strukturiert aufgebaut und verzichtet auf bunte Symbole oder sonstige Spielereien, was die Einstellungen erleichtert. Der Bedienkomfort der Kamera lässt demnach keine Wünsche offen.
Die Anzeigen im Display sind klar strukturiert und die Umschaltung zwischen optischem Sucher und rückwärtigem Display erfolgt automatisch. Das Display ist ausreichend groß, allerdings zeigt sich hier ein gravierendes Manko der Kamera. Im Gegensatz zum großen Bruder NX10, lösen sowohl das Display als auch der elektronische Sucher nur sehr mäßig auf. Dies geht sogar soweit, dass bei manueller Fokussierung eine Schärfekontrolle nur sehr schwer möglich ist. Hier hat Samsung an den falschen Stellen gespart, um ein billigeres Schwestermodell der NX10 zu kreieren. Schade, denn hier verspielt Samsung den Vorteil des guten Bedienkonzepts in meinen Augen. Wer es nicht glaubt sollte unbedingt die NX 10 und die NX 5 einmal in der Realität vergleichen.
Des Weiteren fehlt der NX 5 im Gegensatz zur NX 10 der mechanische Staubschutz des Sensors. Hier wird der Nutzer nach einiger Zeit den Staub mittels kleinem Blasebalg entfernen dürfen.
Bildqualität:
Wie im Titel erwähnt ist die Bildqualität selbst mit dem beiliegendem Kitobjektiv überaus gut. Die Fotos wirken scharf und die Einflussmöglichkeiten auf Farbe, Schärfe und Kontrast erlauben eine umfangreiche Anpassung an die persönlichen Vorlieben. Die verschiedenen Modi arbeiten gut und sind für die meisten Situationen ausreichend. Auch Umsteiger von Kompaktkameras können im Vollautomatikmodus ansehnliche Fotos erstellen und werden von den Möglichkeiten der veränderbaren Tiefenschärfe begeistert sein. Leider konnte ich keine Zusatzfunktionen wie HDR, Panoramaaufnahmen oder Bildüberlagerungen finden. Die Kamera beschränkt sich hier auf das Nötigste. Angesprochene Umsteiger werden bei anderen Herstellern mehr bekannte Funktionen finden. Ernsthaftere Fotografen werden die Funktionen eher über Ihre Fotosoftware abrufen wollen.
Zuletzt sei gesagt, dass das beiliegende Kitobjektiv nur gering verzeichnet und das Bild ausreichend gut stabilisiert.
Auch das Rauschverhalten der Kamera ist ausgesprochen gut, wobei die Tatsache, dass die höchste ISO Einstellung 3200 ist, etwas irritiert. Dem geringen Bildrauschen der Kamera nach, wäre hier noch Luft nach oben gewesen, zumindest bei der späteren Verwendung auf kleineren Abzügen. Vielleicht bessert Samsung hier noch nach.
Videoqualität:
Wer die Kamera auch für Videoaufnahmen nutzen möchte sei gewarnt. Die Kamera zeigt einen sehr ausgeprägten Rolling-Shutter-Effekt. Das bedeutet, dass bei schnelleren Bewegungen oder Kameraschwenks vertikale Kanten auf einmal leicht diagonal verlaufen, wie Grashalme im Wind. Dieser Effekt ist bei der Kamera so ausgeprägt, dass er störend auffällt. Beispiele hierfür finden sich bei jeder großen Suchmaschine. Da der Effekt durch ein zu langsames Auslesen des Sensors erzeugt wird, kann man hier vermutlich auch nicht auf ein Firmware-Update hoffen. Ansonsten wäre die Videoqualität als gut zu bezeichnen.
Preis-Leistung:
Wie schon vorher beschrieben, hat die NX5 mit einigen Einsparungen im Vergleich zur NX 10 zu kämpfen, die durchaus störend in der Benutzung sind. Hier hätte die preisliche Differenz zur NX10 größer sein müssen, bzw. anderweitige Einsparungen gemacht werden sollen, um der NX 5 ein gutes Preis-Leistungsverhältnis zu bescheren.
Alternativen:
Ich habe die Samsungs NX Serie lange mit Sonys NEX Kameras verglichen. Da die NX 5 das Einsteigermodell von Samsung sein will, muss sie sich mit der NEX 3 von Sony messen. Sony bietet hier eine bessere Verarbeitung des Zoomobjektives, kompaktere Abmessungen, einen wesentlich besseren Videomodus, einige interessante Zusatzfunktionen (HDR, Panorama) sowie ein schwenkbares, sehr hochauflösendes Display. Sony setzt jedoch auf ein Kameramenü, dass sehr an das von kompakten Vollautomatikkameras erinnert. Schnelle Veränderungen von Einstellungen sind schwierig. Des Weiteren muss man bei Sony auf den Sucher und den Systemblitzschuh verzichten.
Im eigenen Hause ist die NX10 der NX5 klar überlegen.
Fazit:
Die Kamera liefert eine ordentliche Bildqualität sowie Bedienmöglichkeiten, die auch ambitionierteren Fotografen gerecht werden. Leider verhagelt sich Samsung diese Vorteile durch ein äußerst mageres Display und elektronischen Sucher. Auch das fehlende Staubschutzsystem sollten jeden potentiellen Käufer in Richtung NX10 schauen lassen, deren Aufpreis äußerst gering ist und deren Display und Sucher die nötige Schärfe zeigt.
Wer Wert auf gute Bildqualität legt und die Kamera auch für gute Videoaufnahmen nutzen möchte, der sollte sich auch die NEX Kameras von Sony ansehen, die im gleichen Preisniveau liegen.