Zum Rezensenten:
Ich bin vor einem halben Jahr in die Digitale Spiegelreflexfotografie eingestiegen. Vorher war ich mehr Gelegenheitsknipser, der die normalen Urlaubs und Partybilder gemacht hat und zuletzt mit einer Canon IXUS 80 IS bewaffnet war. Da mir externe Festplatten zu unsicher waren, habe ich meine Fotos bei Flickr gespeichert. Ein wichtiger Aspekt bei Flickr ist die Community und die Veröffentlichung der eigenen Fotos, um sie anderen Vorzustellen. Da kam es bei mir zum ersten zu dem Gedanken: Das kann ich auch!
Also habe ich mit etwas mit Kameras auseinander gesetzt und mir schließlich als Einsteigerkamera die Olympus E-600 geholt, eine Digitale Spiegelreflexkamera kurz DSLR. Ein paar Monate später bin ich dann zur Samsung NX 5 gekommen.
Meine Rezension vergleicht die NX5 daher in erster Linie mit der E-600, also ebenfalls einer Kamera aus dem Einsteiger/Amateurbereich und ich selbst bin ebenfalls ein absoluter Neuling in Sachen fortgeschrittener Fotographie. Dies sollte man vorher wissen, um meine Rezension entsprechend bewerten zu können. Absolute Fotoprofis legen sicher andere Maßstäbe an als ich, und haben eh teurere Kameras im Blick, Neulinge und Einsteiger sind in etwa auf dem gleichen Stand wie ich und daher ist gerade für diese meine Rezension sicher am interessantesten.
Zur Kamera:
Generell:
Die Samung NX 5 ist der kleine Bruder der Samsung NX 10 und damit erst die zweite Systemkamera aus dem Hause Samsung, die auch erst mit der NX Serie eine komplett eingenständige Kameraserie herausgebracht hat. Dementsprechend klein ist derzeit auch noch die Objektivauswahl (ein Tele, ein Weitwinkel und ein Pancake). Von der NX 10 unterscheidet sich die Kamera lediglich im Display, welches mit knapp 200.000 Bildpunkten nur sehr mäßig auflöst, und vom Sucher, der ähnlich abgespeckt ist und keine überragende Qualität liefert.
Davon ab ist die Kamera absolut identisch mit der NX, hat den gleichen Sensor, den gleichen Body und liefert laut Tests zahlreicher Fachmagazine eine absolut identische und damit hervorragende Bildqualität.
Die Frage ob man sich lieber die NX5 oder die NX10 zulegen sollte kann nicht eindeutig beantwortet werden und hängt davon ab, wieviel Geld man sparen kann. Bei nur wenigen Euro würde ich eher zur NX10 kaufen, da es viele Situationen, gerade beim manuellen Fokusieren gibt, in denen man auf ein schärferes Display angewiesen ist. Allerdings ist dies ein Nachteil, den man bei einem deutlichen Preisunterschied meiner Ansicht nach verschmerzen kann.
Der Body
Unter Body versteht man im allgemeinen das Gehäuse der Kamera. Dies ist bei der NX5 erwartungsgemäß sehr Kompakt. Systemkameras unterschieden sich von DSLR-Kameras ja durch die Abwesenheit des Spiegels. Man bekommt das Bild das auf den Sensor fällt direkt als digitales Bild sowohl im Sucher als auch auf dem Display. Gewissermaßen hat man immer nur die Live View Funktion zur Verfügung und kann niemals direkt das Bild sehen. Die Kamera ist daher deutlich leichter und schmaler als eine normale DSLR und geht vom Format her schon fast in Richtung Kompaktkamera. Ich selbst bin fast zwei Meter groß und habe dementsprechend große Hände, komme aber mit der Bedienung der Kamera sehr gut klar. Ich bin nie unbeabsichtigt auf irgendwelche Knöpfe gekommen.
Die Bedienelemente sind alle klar strukturiert und wer schon einmal mit so einer Kamera fotografiert hat findet ohne einen Blick ins Handbuch die Funktionen für Belichtungskorrektur, ISO-Wert, Weißabgleich, Belichtungsmeßung, Blitz, Auslösefunktion und so weiter.
Etwas ungewohnt ist der Ein-/Ausschalter, welcher sich direkt am Auslöser befindet. Steigt man von einer Kompaktkamera um, so erwartet man hier den Zoomknopf und schaltet anfangs häufiger die Kamera aus, statt ein Foto zu schießen bzw. an das Motiv heranzuzoomen. Das obrige Bedienrad ist so angebracht, das man nicht aus Versehen das gewählte Programm verstellen kann.
Neben dem integrierten Blitz ist auch ein Blitzschuhvorhanden, um alternative Blitzgeräte anzuschließen. Der vorhandene Blitz ist okay, ist aber für ernsthafte Blitzlichtfotografie nur bedingt zu verwenden.
Sehr, sehr störend ist der Schatten der auftritt wenn man mit der Kamera Motive fotografiert die relativ dicht an der Kamera positioniert sind. Fotografiert man Dinge die auf einem Tisch liegen und benötigt den Blitz, so ist fast immer der Schatten des Objektivs zu sehen und die Fotos sind somit absolut unbrauchbar. Lediglich bei komplett eingefahrenem Objektiv und ohne Streulichtblende ist kein Schatten zu sehen, sobald die Streuchlichtblende drauf ist, hat man immer einen Schatten auf dem Foto. Das ist sehr, sehr ägerlich.
Display + Sucher:
Sowohl Display als auch Sucher haben, wie eingangs erwähnt eine relativ geringe Auflösung. Dadurch hat man kein gestochen scharfes Bild auf dem Display, jedoch scharf genug um gute Fotos zu machen. Schaltet man den Autofokus ab und möchte manuell fokusieren wird dies allerdings tatsächlich manchmal zu einem Problem. Bei abgeschaltetem Autofokus zoomt die Kamera das Bild sofort ausschnittsweise auf den Fokuspunkt heran, damit man die gewünschte Schärfe einstellen kann. Hier kommt dann, speziell bei schlechten Lichtverhältnissen, die mangelnde Auflösung sehr zum Tragen, das Bild ist dann, so weit herangezoomt, nochmal deutlich schlechter. Wobei ich nicht sagen kann, das dies je zu einem unscharfen Foto geführt hätte.
Sobald man nicht mehr mit dem Display arbeiten will, sondern durch den Sucher schaut, schaltet die Kamera das Bild vom Display automatisch in den Sucher. Dennoch sieht man auch hier dann das digitale Bild, also genau das gleiche Bild wie vorher auf dem Display. Der Sucher der NX5 deckt jedoch nur 98% ab, so das das tatsächliche Foto hinterher 2% größer ist, als das Bild welches man im Sucher sieht.
Das Umschalten auf den Sucher wird über einen Sensor unter dem Sucher gesteuert, der wahrnimmt wenn etwas vor ihm ist und dann automatisch das Display abschaltet und das Bild im Sucher anzeigt. Diese Funktion ist leider noch sehr verbesserungswürdig. Sowohl im normalen Betrieb flackert das Bild ganz selten mal, weil die Kamera nicht weiß wo das Bild hin soll, Display oder Sucher. Speziell wenn man die Kamera hochkant hält, wandert das Bild manchmal vom Sucher zurück zum Display, speziell wenn man an sehr hellen Orten fotografiert. In einer eher dunklen, lichtarmen Umgebung scheint die Umschaltautomatik deutlich besser zu funktionieren als an Orten an denen viel Licht vorhanden ist und auch viel Licht auf den Sensor fällt. Man kann über das Menue zwar fest einstellen, wo das Bild permanent angezeigt werden soll, aber elegant ist diese Lösung nicht.
Ansonsten ist natürlich ein großer Vorteil von Systemkameras, das man sich sowohl im Display, als auch im Sucher jederzeit ein Histogramm anzeigen lassen kann.
Die Bildqualität:
Die Fachmagazine sprechen hier eine deutliche Sprache: Sowohl die NX5 als auch die NX10 haben eine absolut hervorragende Bildqualität die voll und ganz mit entsprechenden Spiegelreflexkameras im gleichen Preissegment mithalten kann. Man bekommt gestochen scharfe, gut aufgelöste, farbtreue Bilder geliefert die man für jeden Zweck verwenden kann. Dies spiegelt auch meine Erfahrungen mit der Kamera wieder, alle Bilder zeigen gute Ergebnisse, schlechte Aufnahmen lagen immer an meinen begrenzten Fähigkeiten als Fotograph. Hier bekommt man zu einem relativ günstigen Preis absolut hervorragende Leistung geboten. Von meinem Einsteigerblickwinkel aus gibt es hier absolut nichts auszusetzen.
Ich habe die Kamera sowohl tagsüber eingesetzt, einige schöne Makroaufnahmen gemacht und auch schon relativ oft Nachtaufnahmen mit langen Belichtungszeiten erstellt. Alle Bilder sind großartig, auch nachts und bei schlechten Lichtverhältnisse gab es wenig Bildfehler bedingt durch einen höheren Isowert. Ärgerlich ist hier nur das die Kamera über keine Rauschunterdrückung verfügt.
Einstellmöglichkeiten / Menüführung
Die Menüführung der NX5 ist absolut großartig. Jedes Menue verfügt über deutliche, große beschriftete Symbole, die einem die Orientierung sehr erleichtern. Die Menues sind klar strukturiert, man findet jede Funktion sofort. Im Bildbetrachtungsmodus wird einem unter dem Bild angezeigt mit welcher Belichtungszeit, welcher Blende und welchem Isowert das Foto aufgenommen. Sehr, sehr nützlich, gerade für Anfänger.
Belichtungsreihen sind mit der Kamera überhaupt kein Problem, man kann einstellen wieviel EV man gerne hätte, von +-1/3EV bis +-3EV ist der Bereich frei wählbar. Gerade für HDR Aufnahmen ist dies sehr günstig, wobei man diese ja auch, was viele gar nicht wissen, aus einer einzigen Raw-Aufnahme bereits erstellen kann.
Die Auslösefunktionen umfasst sowohl Einzelbild, als auch Serienbild. Solange man den Auslöser drückt, macht die Kamera Fotos, 3-5 pro Sekunde. Auch Belichtungsreihen kann man hier auswählen. Sehr schön ist das man den Auslöser nur einmal drücken muss, und die NX5 dann automatisch drei Bilder aufnimmt. Bei der E-600 musste man die ganze Zeit über den Auslöser gedrückt halten.
Man hat leider nur drei Fokusfunktionen, Autofokus, Kontinuerlicher Autofokus und manueller Fokus.
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