Ich habe den T240HD fast blind bestellt, also ohne wirklich positive Testberichte oder Rezensionen gelesen zu haben. Die einzigen Berichte kamen von amerikanischen Nutzern in Blogs. Meine bisherigen TFT-Erfahrungen sind ein 4 Jahre alter, sehr preiswerter 17-Zöller von Samsung mit den üblichen Mängeln (helle Halbmonde am Rand beim Filmgucken) und ein farblich recht zurückhaltendes Display eines Samsunsg X20 1600 III-Laptops. Ich bin kein Grafiker, bearbeite nur meine paar Fotos für die Sammlung mit Tonwert und Farbkorrektur. Ich bin kein Spieler, schaue eher selten Film. Mir war dennoch ein farbtreues und knackiges Bild wichtig. Aufgrund eingeschränkter Objektivität gibt es hier weniger pro/contra-Liste, etwas mehr Erzählung.
Ziel: Endlich einen 24-Zöller, aber fürs Geld das meiste an Ausstattung. Auf den TV-Tuner hätte ich fast verzichten können, aber auf die Eingänge nicht.
Erwartung: ein möglicherweise in beiden Disziplinen nur halbwegs gutes Gerät mit schickem Gehäuse, Skepsis.
Ergebnis: Ich bereue den Kauf kein bisschen. Ich betreibe den Monitor am VGA-Ausgang meines Notebooks und er liefert schon ein gestochen scharfes und für mein Empfinden eindrucksvolles Bild. Alle weiteren Angaben gelten für den VGA-Anschluss, das kurze Anschließen an den DVI-Anschluss eines zweiten Rechners ließ das Bild strahlender, knackiger erscheinen.
Helligkeit und Kontrast habe ich anhand diverser Testbilder (Graustufenverlauf etc.) eingestellt, wobei die übliche Vorgehensweise (Kontrast voll aufdrehen, Helligkeit runter) sich kaum auf die Darstellung der Testbilder auswirkte. Ob das nun positiv (weil immer sattes Schwarz und ein guter Grauverlauf) oder negativ (Monitor nicht gut genug einstellbar) ist, weiß ich nicht.
Ich bin mit den Werkseinstellungen mittlerweile recht glücklich, an den Farben gibt es nichts zu spielen, Helligkeit und Kontrast regelt man eh immer ein wenig. Die Schärfe ist auf 100 Prozent.
Das Weiß ist strahlend weiß, kein Rot- oder Blaustich. Die Farben wirken natürlich. Die Helligkeit ist über den ganzen Schirm homogen (Test mit weißem Vollbild und schwarzem Vollbild).
TV: Der DVB-Tuner scheint mir recht empfangsschwach, eine gleichzeit bemühte Hauppauge WinTV HVR 900 (analog+digital) empfängt locker alle 14 verfübaren Sender, während der Fernseher am gleichen Antennenkabel entweder 4 oder 10 Kanäle zeigt, von den letzten aber nur ein paar gut und ohne Ruckeln.
Als Antenne kamen die sehr gute, passive Stabantenne der Hauppauge-TV-Karten und eine im Empfang kaum bessere aktive Antenne (das große 40db Modell von Hama/Eurosky/Derivate mit Rundschirm und 2 Stabantennen) zum Einsatz.
Ein over the air-Update für den Tuner gibt es derzeit nicht, womöglich ist er einfach zu schwach und in Sachen DVB-T in schwächeren Gebieten eher enttäuschend. Das wird hoffentlich ein weiterer Rezenzent bestätigen oder widerlegen.
Die Bedienung ist okay, vielleicht ist sie im Vergleich sogar gut. Ich habe das Handbuch bislang noch nicht gezückt, alles ist selbsterklärend, recht übersichtlich und dabei noch ganz schmuck. Besser geht es wohl immer, zum Beispiel scheint es angesichts der größeren Helligkeitsbereich moderner Monitore gut, direkt einen Helligkeitsregler am Gehäuse zu haben (nachts ist er zu hell, tagsüber darf er hell sein). Der Samsung braucht die Fernbedienung und zwei Tastendrücke.
Design:
Ein-/Ausschalten geht per schalterlosem Berührungssensor. Mit gefällt's, da nicht sämtliche Bedienelemente so sind (da fluchen anderen Samsung-Monitor-Eigner recht oft drüber :) ). An der Seite sind richtige Drucktasten. Die Helligkeit der An/Aus-Anzeige und ihre Funktion lassen sich regeln oder ausschalten. Der Crystal-Look ist sicher Geschmackssache, das Hochglanzgehäuse natürlich ein Staubfänger. Aber es hält sich in Grenzen, staubig war mein oller CRT auch bloß. Samsung liefert übrigens ein Putztuch und Putzhinweise mit.
Achja, die Ausstattung: VGA, DVI, zusätzlich 2x HDMI (toll! aber ich brauchs nicht... :) ), Scart, analoger und optischer Audioausgang, Line-Eingang vom Rechner, und ein in drei Farbkanäle? aufgeteilter Cinch-Video-Eingang. Ein Common Interface und ein Kopfhörer-Ausgang sitzen neben den 2 HDMI-Ausgängen am linken Rand hinter einer Klappe. VGA- und DVI-Kabel, das Audiokabel für den Rechner und einen kleinen Kabelhalter gibt's dazu.
Der Standfuß ist drehbar.
Das war wohl das Wichtigste. Mein Fazit nun:
Klare Kaufempfehlung für all jene, die einen guten 24-Zoll-Monitor mit gutem Bild für den Alltagsgebrauch wollen, die viele Anschlussmöglichkeiten suchen und die integrierte TV-Funktion benötigen.
Wer einen guten Fernseher sucht, sollte noch einmal genau nach dem DVB-T-Tuner sehen bzw. dazu recherchieren. Ich werde sicher irgendwann noch eine Lösung mittels Antennenschieben finden, aber es könnte einfacher sein.