Wer heutzutage eine Digitalkamera sucht, fühlt sich zunächst einmal von der auf dem Markt verfügbaren Auswahl erschlagen. Jeder Hersteller propagiert sein Modell und hat man sich nach Wochen für etwas entschieden, ist Dank der Kurzlebigkeit der einzelnen Modelle ständig auf der Suche nach etwas Neuem und wahrscheinlich kommt schon bald wieder ein Nachfolgemodell auf den Markt. Wie soll man sich da jetzt entscheiden? Zunächst einmal sollte man eingrenzen, wie viel Geld man ausgeben möchte, welche Bildqualität man erwartet und wie praktisch das neue Equipment sein muss.
Für mich sollte 'die Neue' nun eine Schnappschusskamera sein, da ich ansonsten mit einer digitalen Spiegelreflex fotografiere. Also leicht und klein genug für die Damenhandtasche und schnell und einfach zu bedienen. An die Bildqualität habe ich den Anspruch der Überlegenheit gegenüber einer Handy-Kamera gestellt.
Der erste Eindruck
Die Kamera wirkt auf den ersten Blick recht zierlich. Sie ist schön klein und ein echtes Fliegengewicht, die ideale Einsteiger-Schnappschusskamera.
Lieferumfang
Geliefert wird die Kamera zusammen mit einem 5V Standard Ladegerät, einem USB Kabel (wird auch als Ladekabel genutzt), einer Handschlaufe, einem Akku sowie einer CD mit Software, die Foto- und Video-Beartbeitung auf dem PC in begrenztem Rahmen ermöglicht.
Die Vorgehensweise beim Aufladen des Akkus ist ähnlich der bei einem Handy oder MP3 Player. Das heißt man legt den Akku nicht in eine Ladeschale ein, sondern verbindet die Kamera mit eingelegtem Akku mit einem USB Kabel, das wahlweise an das Ladegerät oder an den USB Anschluss eines Computers angeschlossen wird (Computer muss hierzu eingeschaltet sein).
Features:
Geschwindigkeit/Betriebsbereitschaft/Bilder
Die Kamera ist nach dem Einschalten sofort betriebsbereit. Allerdings braucht die Vollautomatik, SmartAuto genannt, etwas Zeit, um das geplante Bild einem Szenenmodus zuzuordnen. So dauert es beim Betätigen des Auslösers manchmal etwas, bis es 'klick' macht.
Lesbarkeit/Qualität Display
Das Display ist gut erkennbar, auch wenn man im Freien fotografiert. Bei grellem Sonnenlicht hat man zwar Probleme mit der Erkennbarkeit, aber dies ist ein allgemeines Problem von LCD Displays.
Qualität Bilder/Rauschverhalten
Samsung hat der ST77 gleich 16 Megapixel mit in die elektronische Wiege gelegt. Das mag zunächst jeden schockieren, der sich ein wenig mit digitaler Fotografie auskennt. So viele Pixel auf einem solch kleinen Sensor ' leidet da nicht die Bildqualität und hat man da kein unakzeptables Bildrauschen?
Nun, bei Werten ab ISO400 nimmt das Rauschen zwar zu, aber dennoch schlägt sich die ST77 sehr gut und man kann mit ISO400 brauchbare Schnappschüsse machen. Darüber hinaus wird es allerdings schnell grenzwertig, die Resultate sind nicht mehr so knackig.
Dennoch werte ich das nicht negativ, denn wenn man sich die in diese Kamera-Klasse integrierte Technik vor Augen hält, schlägt sich die ST77 wacker.
Die Bildqualität ist gut und man kann bei Tageslicht schöne Schnappschüsse fabrizieren.
Schlechter wird es, wenn das Licht zur Neige geht. Dann sind nur noch weniger gute Ergebinisse zu erwarten und auch der Blitz scheint manchmal etwas unausgewogen gesteuert zu sein. Schnell erscheint das geblitzdingste Bild zu grell und hoffnungslos überbelichtet.
Aber auch hier muss man fair bleiben, denn man mutet der ST77 jetzt eine Situation zu, mit der weitaus teurere Kameras bis hin in das Bridge-Segment auch nur schwer fertig werden.
Speziell für Menschen mit wackeligen Händen existiert eine zuschaltbare Bildstabilisierung (OIS), die gute Dienste leistet. Auch die Gesichtserkennung funktioniert bei dem vorliegenden Modell gut.
Leider kommt es vor, dass die Kamera im SmartAuto Modus nicht immer scharfe Bilder erzeugt. Allerdings verfügt die ST77 über 11 Szenenmodi, zwischen denen man wählen kann. Daher ist die Kamera für die meisten Situationen gewappnet. Auch ein Makrozoom steht dem Fotografen zur Verfügung. Mit den verschiedenen Smartfiltern lassen sich einige künstlerische Effeke erzeugen, sofern dies gewünscht ist.
Im Programmodus erhält man Zugriff auf einige Parameter (z.B. ISO, EV, Weißabgleich), was in diesem Kamerasegmet nicht selbstverständlich ist.
Videomodus
Der Videomodus hat mich überrascht! So ein kleines Ding mit so einer großen Qualität ' erstaunlich, was heute alles geht. Die Auflösung von 1280 x 720 Pixel ist zwar keine fullHD- Auflösung, aber angesichts des Verkaufspreises der Kamera super.
Schön auch, dass während der Videofunktion Zoom zur Verfügung steht.
Der Ton ist allerdings nicht so gut wie die Bildqualität. Oftmals klingen die Stimmen zu 'weit entfernt'.
Speichermedien
Als Speichermedien stehen entweder der kleine ca. 70 MB große interne Speicher oder separat zu erwerbende microSDHC-Karten zur Auswahl. Hier wird eine maximale Größe von 8 GB empfohlen.
Schade aber, dass Samsung hier dem Käufer die Verwendung einer 'normalen' SDCard nicht ermöglicht hat, denn das Handling einer microSD Card ist nicht jedermanns Sache.
FAZIT
Wer sich auf der Suche nach einer leicht bedienbaren Kompaktkamera mit guter Videofunktion für den Alltag befindet, ist mit der Samsung ST77 gut beraten. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt und auch die Bildqualität kann sich ' gemessen an dem entsprechenden Preissegment ' sehen lassen.