Ich habe mir die Kamera wegen des großen Zooms und der Zeitrafferfunktion gekauft. Und deswegen behalte ich sie auch. Von der Bildqualität ist sie schlechter als meine 4 Jahre alte JVC Everio GZ-MC100.
Zuerst die Pluspunkte der K40: Der Zoombereich ist riesig. (Digitalzoom benutze ich nicht.) Sehr brauchbarer Weitwinkel. Ich verstehe nicht, daß sie damit nicht werben, sie geben leider auch nirgends einen Zahlenwert an. Ich schätze mal 35 mm KB-Äquivalent (im 16:9-Modus).
Der Ton (Stereo) ist ausgezeichnet, praktisch keine Störgeräusche vom Zoommotor o.ä.
Die Kamera liegt gut in der Hand, die Bedienung ist logisch und selbsterklärend.Man kann alle Kamerafunktionen auf Automatik stellen, oder im Menü einzeln manuell festlegen. Das bietet eine Menge Möglichkeiten. Das Display ist groß und sehr gut zu sehen. Die Menü-Schrift ist nicht zu klein. Die Wahlknöpfe reagieren sehr präzise und deutlich.
Verarbeitung und Material sehr gut. Manches Detail begeistert, z.B. der geniale Klappdeckel für die Anschlußbuchsen.
Der Start geht schnell. Kaltstart etwa 4 Sekunden, im Bereitschaftsmodus praktisch sofort bei Aufklappen des Displays. Man kann auch mit geschlossenem Display filmen.
Und dann eben der Zeitraffermodus. Er läßt sich einfach einstellen, mit 1-3-5-10-15-30 Sekunden Abstand der Einzelbilder, und unbegrenzter Laufzeit. Genial!
Minuspunkte: Die Bildqualität ist nicht so toll. Verglichen mit der MC100 sind die Farben flau, die Belichtungsautomatik nicht so perfekt, und bei starkem Zoom flattert der Autofokus manchmal, auch bei ausreichendem Licht. (Man kann den Fokus manuell einstellen, was aber in der Praxis umständlich ist. Bis man den Menüpunkt gefunden hat, sind die Rehe weg.) Bei schlechtem Licht ist mit der K40 wenig anzufangen. Es gibt einen Nachtmodus (mit längeren Belichtungszeiten), der aber nicht überzeugt. Das konnte die MC100 bereits wesentlich besser.
Das Menü ist zwar logisch, aber unpraktisch. Die manuellen Einstellungen sind auf 18 einzelne Einträge verteilt, durch die man sich durchscrollen muß. Auch wenn man sie auswendig lernt, muß man bis zu 9 mal den Knopf nach rechts oder links drücken. Ein vergesslicher Mensch (wie ich) drückt 16 mal links, wo auch 2 mal rechts gereicht hätte. Da habe ich schon bessere Lösungen gesehen.
Die Fotofunktion ist von der Bedienung her genial gelöst (zwei separate Auslöser - aber immer nur eins zur Zeit!). Die Fotos sind aber richtig schlecht. Flau, körnig,und unscharf (weil es keine "Auslöser-halb-drücken-zum-Scharfstellen"-Funktion gibt.).
Die K40 speichert Filme im Format h.264. Das komprimiert sehr stark, ist also platzsparend, und wohl auch recht absturzsicher. Allerdings können viele gute Schnittprogramme damit nichts anfangen. Auf DVD würde ich es auch nicht unbedingt brennen wollen. Die Software von Samsung ("Intelli-studio") liegt seltsamerweise nicht als CD bei, sondern ist im Flash-Speicher der Kamera. Man kann sie aber auf den Rechner überspielen (was manchmal Probleme bereitet). Sie basiert offenbar auf Apples "Quicktime". Sehr viel kann man damit nicht anstellen. Es empfielt sich wohl, sich für 30 Euro Quicktime-Pro zu kaufen. Oder aber, die Filme mit einem Konvertierer in ein praktischeres Format zu übersetzen und dann mit den gewohnten Programmen zu bearbeiten. Ich benutze dafür "Super", das klappt ganz gut.
Zur Ausstattung: die K40 hat etliche Features, die ich nicht getestet habe, weil ich sie nicht brauche. HD-Output, HDMI, Schnittfunktionen im Kamera-Menü, diverse Automatiken. Was leider fehlt, ist eine Kameratasche.
Fazit: Für den Preis eine sehr ordentliche Videokamera. Sie tut keine Wunderdinge, die Bildqualität ist eher mitteltoll. Als Fotokamera nicht zu gebrauchen. Wenn man erstmal die richtigen Einstellungen gefunden hat, ist sie sehr leicht zu bedienen. Sie ist schnell. Und sie bietet eine Reihe von seltenen Ausstattungs-Extras, speziell den Zeitraffer.
An der Bildqualität läßt sich über passende Einstellungen vielleicht auch noch etwas verbessern. Ich mag sie jedenfalls gerne, meine neue Samsung.